Wir schreiten in die richtige Richtung

5 Mai 2026, 10:00 Politik 28

Wahl der neuen Führung des VdG rückt näher

Im Mai 2026 findet die Wahl der neuen Führung des Verbands der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) statt, was mit dem 35-jährigen Bestehen der Organisation zusammenfällt. Aus diesem Grund wandten wir uns an die Mitglieder des noch amtierenden VdG-Vorstands mit Fragen zur laufenden Amtszeit. Wir fragten auch, was im Hinblick auf die kommenden vier Jahre geändert, verbessert oder beibehalten werden sollte.

Heute sprechen wir mit der stellvertretenden Vorsitzenden des VdG-Vorstands, Sylwia Kus:

Hat die VdG-Führung in den vergangenen vier Jahren die gesetzten Ziele effektiv umgesetzt und welche der umgesetzten Ziele halten Sie für prioritär?

Ich befinde mich derzeit in meiner ersten Amtszeit im Vorstand, daher habe ich möglicherweise nicht das vollständige Vergleichsbild wie andere Vorstandsmitglieder. Ich glaube jedoch, dass die vergangenen vier Jahre eine Zeit intensiver Arbeit und der Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen auf einer breiten gesellschaftspolitischen Ebene waren, die die Realität mit sich brachte. Wir alle wissen sehr gut, dass sich die Welt verändert, die Generationen sich verändern und auch die Wahrnehmung der deutschen Minderheit sich wandelt. Dennoch ist es gelungen, die prioritären Ziele zu verwirklichen: den Zusammenhalt zu bewahren, die Basisstrukturen als tragende Säulen zu stärken und kontinuierlich neue Mittel – sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland – einzuwerben.

Ich bin für die Fortsetzung der vom VdG-Vorstand beschlossenen Maßnahmen. All diese Veränderungen, die stattgefunden haben, waren bedeutend, wurden klug umgesetzt und entwickeln sich entschieden in eine gute Richtung.

Als großen Erfolg werte ich auch die Tatsache, dass die deutsche Minderheit in Polen trotz der zu Beginn dieser Periode ungünstigen politischen Rahmenbedingungen ihre grundlegenden Bildungsrechte verteidigen und ihren organisatorischen Zusammenhalt bewahren konnte. Außerdem gelang es, sich um die Entwicklung der Basisstrukturen zu kümmern. Wir wissen, wie schwer es ist, gut funktionierende DFK-Ortsgruppen oder andere Minderheitenorganisationen zu erhalten. Daher ist die Bildung der jungen Generation, die Stärkung der Sprachkompetenz und die Suche nach neuen, interessanten Lösungen – insbesondere für junge Menschen – so wichtig, damit unsere Organisation für sie attraktiv bleibt und sie sich in ihrer weiteren Entwicklung engagieren.

Sollte der von der VdG-Führung in der ablaufenden Amtszeit eingeschlagene Kurs Ihrer Meinung nach ohne die geringsten Änderungen fortgesetzt werden? Oder braucht er vielleicht ein Facelifting?

Jede stabile Organisation, die danach strebt, immer besser und vollkommener zu werden, sollte sich ständig weiterentwickeln und braucht sicherlich ein gewisses Facelifting, um nicht in Stagnation zu verfallen. Das Verharren in der Stagnation ist aus meiner Sicht ein Fehler. Man muss kontinuierlich auf sich verändernde gesellschaftspolitische Realitäten reagieren, und das ist meiner Meinung nach in der ablaufenden Amtszeit geschehen.

Der Vorstand hat sich etwas verändert, denn wir haben jetzt zwei Frauen in seinen Reihen. Die Büroleitung hat sich geändert, wo meiner Meinung nach die Vision von Frau Joanna Hassa dieses sogenannte Facelifting und neue Impulse einbringt. Es gab auch bedeutende, positive Veränderungen in den Medien. Wir entwickeln uns auch im digitalen Bereich stetig weiter, um der jungen Generation entgegenzukommen. Aber nicht nur das: Wir bemühen uns ganz generell, attraktiv, erkennbar und vor allem effizient zu sein.

Ich freue mich, dass wir in unseren Reihen so bekannte Persönlichkeiten wie Rafał Bartek oder Bernard Gaida haben, die erfolgreich internationale Gespräche führen und Kontakte stärken – all das wirkt sich positiv auf die Wahrnehmung unserer Organisation im In- und Ausland aus.

Gleichzeitig bin ich der Meinung, dass die sich ändernden politischen Realitäten sowie die Lage im In- und Ausland so dynamisch sind, dass wir kontinuierlich auf diese Veränderungen reagieren müssen – und das geschieht auch. Eine Überraschung und gleichzeitig eine Herausforderung war für uns der Verlust unseres Vertreters im Parlament. Es wurden jedoch sofort Versuche, Gespräche und effektive Maßnahmen ergriffen, deren Höhepunkt die Ernennung zunächst eines Minderheitenberaters des Marschalls und dann die Einrichtung eines Sekretariats der Minderheitenseite war. Das ist ungemein wichtig, um unsere Präsenz und unsere Minderheitenstimme auch in Warschau zu unterstreichen.

Ich freue mich auch, dass es gelungen ist, gewisse Korrekturen an der Satzung vorzunehmen und sie an die sich verändernden Realitäten anzupassen. Wir haben die Bandbreite der Tätigkeitsziele erheblich erweitert, was neue Möglichkeiten eröffnet, zum Beispiel für die Einwerbung zusätzlicher Mittel für die Entwicklung der Organisation. Das erhöht die Fördermöglichkeiten und passt unser Handeln an neue finanzielle Perspektiven an.

Zusammenfassend bin ich für die Fortsetzung der vom VdG-Vorstand beschlossenen Maßnahmen. All diese Veränderungen, die stattgefunden haben, waren bedeutend, wurden klug umgesetzt und entwickeln sich entschieden in eine gute Richtung – auch wenn sie für einige weniger akzeptabel waren.

Besonders die Umwandlung des Wochenblattes in eine Monatszeitschrift ist ein Schritt in die richtige Richtung. Heute hat diese Zeitung ein vollkommen professionelles Gesicht gewonnen – sowohl inhaltlich als auch formal. Das Entscheidende ist, dass die Metamorphose nicht beim Papier stehen geblieben ist. Wir sehen hier die beispielhafte Umsetzung einer modernen Medienstrategie, die traditionelle Presse nahtlos mit einer dynamischen Online-Präsenz und innovativen Kommunikationsformaten verbindet.

Ein neues Logo der Organisation wurde eingeführt, das ebenfalls neuen Schwung verleiht und ein Zeichen für den eingeschlagenen Weg ist.

Trotzdem: Sehen Sie die Notwendigkeit, größere Korrekturen an der Tätigkeit des VdG vorzunehmen? Wenn ja, warum?

Es ist notwendig, ständig auf die Entwicklung unserer Organisationen in den einzelnen Regionen zu achten und alle Minderheitenmilieus ausgewogen zu unterstützen. Sehr wichtig ist mir die Aktivierung der Jugend. Der BJDM leistet hier – umgangssprachlich gesagt – „ganze Arbeit“. Ich bin der Meinung, dass man die junge Generation in ihren Ideen und ihrer Aktivierung unterstützen sollte, denn sie gibt die weiteren Entwicklungsrichtungen vor.

Sylwia Kus
Foto: Tomasz Chabior

Wir müssen weiterhin – was auch geschieht – den Schwerpunkt auf Bildung und die Entwicklung von Sprachkompetenzen legen, denn das ist das Fundament für den Erhalt der Identität, aber auch eine Eintrittskarte für die junge Generation auf den Arbeitsmarkt.

Als Frau wäre mir auch eine stärkere Repräsentation von Frauen im Vorstand wichtig. Ich denke, dass Frauen viele wertvolle Aspekte in die Funktionsweise unserer Organisationen einbringen. Oft vertreten wir einen etwas anderen Blickwinkel, aber auch mehr Entschlossenheit und gleichzeitig die Fähigkeit, angespannte Situationen zu entschärfen, indem wir das Problem gleichsam aus einer anderen Perspektive betrachten – was für das ausgewogene Funktionieren einer Organisation sehr wichtig und wertvoll ist.

Ich war immer der Meinung, dass wir nicht nur eine „Parität auf der Liste“ sein sollten, sondern eine gleichberechtigte Partnerin auf Augenhöhe. So ist es auch in vielen unserer Organisationen – zum Beispiel in der Zusammensetzung des Vorstands unserer SKGD Oppeln. Ich glaube, dass dies konkrete Vorteile für die eingeschlagenen Richtungen des Funktionierens bringt.

Werden Sie bei den kommenden Wahlen der neuen VdG-Führung für den Vorstand und als Vorsitzende des VdG kandidieren?

Wahlen sind immer der Wille und die Beurteilung unserer Delegierten. Ich denke, ich werde mich dieser Beurteilung stellen und wir werden sehen, was dabei herauskommt. Was die Funktion des Vorsitzenden betrifft, habe ich absolut keine solchen Ambitionen… Ich habe bereits meinen Favoriten, und in dieser Hinsicht werde ich meine Meinung nicht ändern.

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