Wirtschaft: Donald Trump will die EU erneut mit Zöllen treffen

5 Mai 2026, 13:00 Wirtschaft 15

In Deutschland weht ein Hauch von Optimismus

Laut vieler deutscher Wirtschaftsanalysten werden die von US-Präsident Donald Trump angekündigten zusätzlichen Zölle auf Pkw und Lkw aus der Europäischen Union Deutschland besonders hart treffen. Darüber hinaus sagte der bekannte Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer ganz offen: „Die geplante Erhöhung auf 25 Prozent kann als Beginn eines Wirtschaftskrieges mit Deutschland interpretiert werden.“

Der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) bezeichnete die Erklärung Donald Trumps als „weitere und ernsthafte Belastung für die transatlantischen Beziehungen“ und rief zur „Deeskalation“ auf. Zwar begründete der US-Präsident die Zollerhöhung mit einem Verstoß der EU-Staaten gegen das geltende Handelsabkommen, nannte jedoch keine Einzelheiten. Es ist jedoch klar, worum es geht: in erster Linie um die Schwächung der EU, die den USA in vielerlei Hinsicht – vor allem wirtschaftlich und bei der Lebensqualität – davongeeilt ist. Deutschland ist schließlich deren wirtschaftliche Lokomotive.

Spannungen zwischen Washington und Berlin

Es ist hinzuzufügen, dass Donald Trumps Ankündigung der Zölle kurz nach seiner scharfen Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz erfolgte, in der er ihn aufforderte, sich auf die Beendigung des Krieges in der Ukraine zu konzentrieren, anstatt sich „in die Angelegenheiten des Irans einzumischen“. Darüber hinaus sollte Friedrich Merz nach Ansicht des US-Präsidenten „sein marodes Land in Ordnung bringen“, so Trump in den sozialen Medien.

Trotz der sich auftürmenden Krisen ist die deutsche Wirtschaft zu Beginn des Jahres 2026 stärker gewachsen als erwartet.

Es ist zu ergänzen, dass seinen Worten Äußerungen von Friedrich Merz über den Krieg im Iran vorausgingen, in denen er sagte: „Eine ganze Nation wird von den iranischen Behörden gedemütigt.“ Der deutsche Kanzler bezog sich damit auf die Verhandlungen der USA mit dem Iran über die Beendigung des Krieges, der globale wirtschaftliche Auswirkungen hat, insbesondere aufgrund der steigenden Treibstoffpreise. Darüber hinaus äußerte Friedrich Merz die Meinung, dass die Vereinigten Staaten im Krieg mit dem Iran „offensichtlich keinerlei Strategie“ hätten.

Gelungener Jahresauftakt

Mit Blick auf die Worte Donald Trumps über das marode Deutschland ist hinzuzufügen, dass ein guter Teil der Probleme in Deutschland auf die Politik der USA zurückzuführen ist, u. a. auf die gegen die Bundesrepublik verhängten Zölle, die mit der Machtübernahme Donald Trumps in Washington eingeführt wurden. Doch trotz der sich auftürmenden Krisen ist die deutsche Wirtschaft zu Beginn des Jahres 2026 stärker gewachsen als erwartet.

Die deutsche Wirtschaft erwacht aus ihrem Schlaf.
Foto: Kiefer/ Wikipedia

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im ersten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um 0,3 Prozent gestiegen, so das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Zwar ist dies nur ein geringer Zuwachs, aber aufgrund des Krieges mit dem Iran waren die Erwartungen weitaus pessimistischer. Laut Statistik waren sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben im ersten Quartal dieses Jahres höher als im Schlussquartal 2025, in dem die deutsche Wirtschaft laut neu berechneten Daten nur um 0,2 Prozent wuchs. Nach ersten Erkenntnissen stieg auch der deutsche Export im ersten Quartal des laufenden Jahres.

Krieg bremst Wachstum

„Es besteht kein Zweifel: Das war ein überraschend guter Jahresanfang, zumal das erste Quartal bereits durch die Unruhen um Grönland (Anm. d. Red.: es ist bekannt, durch wessen Verschulden) und den Krieg mit dem Iran belastet war“, erklärt Sebastian Wanke, Konjunkturexperte der KfW Bank.

Diese Daten zeigen, dass es für die deutsche Konjunktur ein starkes Jahr werden könnte. Voraussetzung ist jedoch eine schnelle Öffnung der Straße von Hormus, damit die Wachstumskräfte wieder durchatmen können. In der insgesamt optimistischen Stimmung besteht jedoch die ernste Sorge, ob der Krieg mit dem Iran endgültig beendet wird. Wenn nicht, wird dies die wirtschaftliche Erholung in Deutschland ausbremsen. Problematisch sind vor allem die steigenden Öl- und Treibstoffpreise, Störungen der Lieferketten und unsichere Exportmärkte. Die vom Import von Rohstoffen abhängige deutsche Wirtschaft spürt die Auswirkungen des am 28. Februar begonnenen und noch immer andauernden Krieges mit dem Iran mit voller Wucht.

Deutliches Wachstum 2027

Es ist auch daran zu erinnern, dass Wirtschaftswissenschaftler in Deutschland ihre Konjunkturprognosen für dieses Jahr deutlich gesenkt haben. Führende Wirtschaftsforschungsinstitute gehen davon aus, dass die deutsche Wirtschaft im Jahr 2026 nur um 0,6 Prozent wachsen wird. Die deutsche Regierung ist sogar noch pessimistischer und prognostiziert ein Wachstum von 0,5 Prozent, geht jedoch davon aus, dass sich die Situation im Jahr 2027 verbessern wird. Dann soll die Wirtschaft um etwa 1 Prozent wachsen.

Bundeskanzler Friedrich Merz und US-Präsident Donald Trump.
Foto: Daniel Torok/The White House/Wikimedia Commons

Es muss an dieser Stelle betont werden, dass vor dem Krieg mit dem Iran viele Experten noch in diesem Jahr mit einem Wachstum von rund einem Prozent gerechnet hatten, einige sogar mit einem höheren. Das Wachstum im laufenden Jahr soll vor allem durch die Infrastrukturoffensive dank eines gewaltigen Schuldenpakets in Höhe von 500 Milliarden Euro sowie durch eine größere Anzahl von Arbeitstagen im Jahr 2026 getragen werden, da viele Feiertage auf ein Wochenende fallen.

Dank der erwähnten 500 Milliarden Euro gibt es auch für das Jahr 2027 optimistische Erwartungen für die deutsche Wirtschaft. Dieses gewaltige Schuldenpaket im Wert von 500 Milliarden Euro wurde noch vom vorherigen Bundestag für Infrastruktur, Klimaschutz sowie erhöhte Verteidigungsausgaben verabschiedet. Es soll die Konjunktur in der Bundesrepublik deutlich ankurbeln. Ob es das auch tun wird? Hoffentlich – doch bewaffnete Konflikte können selbst so hohe in die Wirtschaft gepumpten Mittel zunichtemachen.

Wir schreiten in die richtige Richtung
Poprzedni artykuł

Wir schreiten in die richtige Richtung

Woche im DFK
Następny artykuł

Woche im DFK