Politik: Wahlen der neuen Führung des VdG stehen bevor
Im Mai 2026 finden die Wahlen der neuen Führung des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) statt, was mit dem 35-jährigen Bestehen der Organisation zusammenfällt. Aus diesem Anlass wandten wir uns an die Mitglieder des noch amtierenden VdG-Vorstands mit Fragen zur ablaufenden Wahlperiode. Wir fragten auch, was in den nächsten vier Jahren geändert, verbessert oder beibehalten werden sollte.
Gespräch mit Paulina Widera, Mitglied des VdG-Vorstands:
Hat die VdG-Führung in den vergangenen vier Jahren die gesetzten Ziele effektiv umgesetzt, und welche davon sind Ihrer Meinung nach prioritär?
Seit zwei Jahren bin ich Mitglied des VdG-Vorstands und kann daher nur diesen Zeitraum beurteilen. In dieser Zeit lag mir besonders am Herzen, intensiv und kreativ für die Jugend zu arbeiten. Konkret ging es um die Umsetzung der VdG-Ziele zur Unterstützung der Jugendorganisationen der deutschen Minderheit, darunter des BJDM, dessen Vorsitzende ich bin, sowie um die Entwicklung wertvoller Projekte für Kinder und Jugendliche, um geeignete Nachfolger zu fördern, die künftig in die Strukturen der deutschen Minderheit hineinwachsen. Diese Aufgaben waren für mich mit Abstand die wichtigsten.
Die Richtung, die der VdG-Vorstand in den vergangenen vier Jahren eingeschlagen hat, war meiner Einschätzung nach absolut richtig und sollte daher fortgesetzt werden.
Darauf war ich konzentriert, und ich bin der Meinung, dass der VdG-Vorstand sie sehr gut umgesetzt hat. Daher bin ich zufrieden und kann mit voller Überzeugung sagen, dass der Vorstand die gesetzten Ziele effektiv umgesetzt hat – einschließlich meines wichtigsten Anliegens: der Arbeit für die Jugend.
Sollte der Kurs, den die VdG-Führung in der zu Ende gehenden Wahlperiode eingeschlagen hat, Ihrer Meinung nach unverändert fortgesetzt werden?
Meiner Einschätzung nach war die Richtung, die der VdG-Vorstand in den vergangenen vier Jahren eingeschlagen hat, absolut richtig und sollte fortgesetzt werden. Allerdings bin ich der Ansicht, dass man die Eigenständigkeit einiger Organisationen der deutschen Minderheit noch stärker und vor allem entschlossener unterstützen sollte – ebenso deren Mitglieder und in weiterer Folge potenzielle Nachfolger, die wir kontinuierlich suchen, etwa für Funktionen im Vorstand oder für leitende Positionen in den Büros. Auf diese Aspekte sollte der VdG-Vorstand in der nächsten Wahlperiode noch größeren Wert legen als bisher.

Paulina Widera, Vorsitzende des BJDM bei dem Großen Schlittern 2026, neben dem Konsul der Bundesrepublik Deutschland Peter Herr und dem Maskotchen des BJDM Fritz. Neben Fritz: Anna Franik-Przybyła, Vizevorsitzende des BJDM.
Foto: Konrad Müller
Wo sehen Sie die Notwendigkeit für größere Korrekturen in der Arbeit des VdG und warum?
Wenn es überhaupt größere Veränderungen geben sollte, dann innerhalb des Vorstands. Möglicherweise bei der Aufgabenteilung, damit jedes Mitglied genau weiß, was zu seinen Aufgaben gehört und wofür es verantwortlich ist. Jedes Mitglied des VdG-Vorstands sollte sich der Verantwortung bewusst sein, die mit dieser Funktion verbunden ist. Die Vorstandsarbeit ist keine bloße Formsache auf dem Papier – dahinter stehen konkrete Verpflichtungen, die erfüllt werden müssen.
Als Vorsitzende des BJDM werden Sie dem VdG-Vorstand erhalten bleiben. Werden Sie sich um den Vorsitz des VdG bewerben?
Ich beabsichtige nicht, für das Amt der Vorsitzenden des VdG zu kandidieren, da ich noch nicht über ausreichend Erfahrung verfüge, um eine so verantwortungsvolle Funktion zu übernehmen. Derzeit konzentriere ich mich auf meine Tätigkeit als Vorsitzende der Jugend der deutschen Minderheit. Daher werde ich auch weiterhin sehr gerne die Stimme unserer Jugend im VdG-Vorstand vertreten.