Neue Bahnverbindungen und Streckenmodernisierungen in Oberschlesien

21 Februar 2026 Wirtschaft

Das neue Jahr bringt auch Veränderungen für die Eisenbahn in Oberschlesien. Neben wichtigen Investitionen ins Streckennetz werden die Einwohner der Region auch von neuen Streckenverbindungen profitieren.

Wichtige Modernisierungsprojekte

Der Personenverkehr auf der Schiene in Polen boomt. Mit Ausnahme der Pandemiezeit wächst die Anzahl der Passagiere stetig, was u. a. Folge eines verbesserten Angebotes ist. Dieser Trend ging auch an Oberschlesien nicht vorbei. Damit es so bleibt, sind auch 2026 wichtige Investitionen geplant. So soll im März 2026 die Modernisierung der Eisenbahnstrecke von Oppeln nach Kreuzburg beginnen. Dank der Sanierung wird u. a. die Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h auf 160 km/h erhöht. Dadurch verkürzt sich zukünftig die Reisezeit von Oppeln nach Kreuzburg von 60 Minuten auf 45 Minuten, wovon auch Verbindungen Richtung Posen profitieren werden. Dank zweier neuer Ausweichstellen wird auch die Kapazität der Trasse wachsen. Bahnübergänge sollen zudem sicherer gestaltet werden. Ähnliche Maßnahmen werden seit Juni 2025 auf der Trasse 132 zwischen Oppeln-Groschowitz über Groß-Strehlitz nach Peiskretscham durchgeführt und sind auch für die Trassen Oppeln – Fosowskie – Tschenstochau-Stradom sowie Kreuzburg – Posen geplant.

Der Umbau des Kattowitzer Bahnknotens hatte schon 2025 interessante Folgen. Umleitungen führten dazu, dass nach vielen Jahren Beuthen wieder Fernverbindungen u. a. nach Oppeln, Posen, Krakau oder an die Ostsee gewann.
Foto: Martin Wycisk

In der Woiwodschaft Schlesien ist das größte Bahnprojekt weiterhin der Umbau des Bahnknotens Kattowitz. So konnten im Januar 2026 zwei Brücken (an der Mikołowska- und der Graniczna-Straße) teilweise für den Verkehr wiedereröffnet werden. Da im Januar 2026 an weiteren Bahnüberführungen (in der Damrota-, Francuska- und Św. Jana-Straße) Bauarbeiten begannen, müssen sich Autofahrer weiterhin auf Verkehrsbeeinträchtigungen in der Innenstadt einstellen.

Neue Verbindungen im Inland

Der Umbau des Kattowitzer Bahnknotens hatte schon 2025 interessante Folgen. Umleitungen führten dazu, dass nach vielen Jahren Beuthen wieder Fernverbindungen u. a. nach Oppeln, Posen, Krakau oder an die Ostsee gewann. Der Trend zur Rückkehr von Fernverbindungen in mittlere und kleinere Städte soll 2026 fortgesetzt werden. Hierfür legte die Warschauer Regierung das Programm „Bahn der lokalen Gemeinschaften” auf. Insgesamt 12 neue Verbindungen mit 4 Zugpaaren täglich sollen bis 2029 eingeführt werden. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 sollen diese Verbindungen schrittweise eingeführt werden. Oberschlesien profitiert zweifach von dem Programm. Der Intercity „Sudety” fährt schon von Krakau über u. a. Gleiwitz, Oberglogau, Neisse und Neustadt nach Hirschberg. In Planung ist noch eine neue Verbindung von Krakau nach Gdingen über Kattowitz, Beuthen und Tarnowitz. Bei der Umsetzung setzt die Staatsbahn PKP auf technologische Innovation. Um nicht elektrifizierte Streckenabschnitte zu überbrücken, wurden 35 elektrische Triebzüge mit Hybridantrieb bestellt.

Der Trend zur Rückkehr von Fernverbindungen in mittlere und kleinere Städte soll 2026 fortgesetzt werden. Hierfür legte die Warschauer Regierung das Programm „Bahn der lokalen Gemeinschaften” auf.

Im oberschlesischen Industriegebiet soll das Angebot auf regionaler Ebene gestärkt werden. So plant der Metropolverband GZM dieses Jahr mehr als 140 Bahnverbindungen täglich mit 34,4 Millionen PLN zu fördern. Ziel ist hierbei eine hohe Taktfrequenz und bequeme Umstiege. Davon profitieren dieses Jahr u. a. die Verbindungen Beuthen – Gleiwitz, Gleiwitz – Dąbrowa Górnicza sowie Tarnowitz – Königshütte. Besonders die letzte Verbindung gewinnt an Bedeutung, da sie im Hinblick auf die weiterhin geschlossene Überführung im Zentrum von Königshütte vielen Pendlern in Richtung Kattowitz eine bequeme Alternative bietet.

Mehr Züge nach Deutschland und Tschechien

Wer von Oberschlesien mit der Bahn ins Ausland will, kann sich seit Dezember 2025 über neue Verbindungen freuen. So erweiterten die Deutsche Bahn und die PKP mit dem Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2025 ihr tägliches Angebot von 11 auf 17 Direktverbindungen in beide Richtungen. Eine Neuheit ist hierbei die Zugverbindung von Leipzig über Breslau, Oppeln, Kandrzin-Cosel, Gleiwitz und Kattowitz nach Krakau und Przemyśl. Der neue Eurocity 135 fährt zweimal täglich in beide Richtungen.

Der Umbau des Kattowitzer Bahnknotens hatte schon 2025 interessante Folgen. Umleitungen führten dazu, dass nach vielen Jahren Beuthen wieder Fernverbindungen u. a. nach Oppeln, Posen, Krakau oder an die Ostsee gewann.
Foto: Martin Wycisk

In den polnischen Markt drängen mit RegioJet und Leo Express auch zwei private Anbieter aus Tschechien. RegioJet fährt seit Dezember 2025 einmal täglich von Prag nach Warschau und zurück. Das Besondere dabei ist, dass es den Bahnknoten Kattowitz gänzlich umfährt. Dafür halten die gelben Züge in Ratibor, Gleiwitz, Tarnowitz und am Flughafen in Pyrzowice. Der Markteinstieg der ambitionierten Tschechen zur Jahreswende verlief nicht problemlos. Kurzfristig reduzierte der Anbieter die Anzahl der Verbindungen von Krakau, Warschau und Gdingen. Leo Express plant wiederum ab dem 25. Juni 2026 Przemyśl über Krakau, Prag und Frankfurt zu verbinden. Dabei sind Halte in Krakau, Kattowitz, Tichau, Olmütz, Dresden, Leipzig und Erfurt geplant. Wenn diese Verbindung umgesetzt wird, wäre sie mit über 1.300 Kilometern eine der längsten Europas.

Martin Wycisk

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