Aus Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden geht hervor, dass die Arbeitskosten in Deutschland trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr – ohnehin schon hoch im Vergleich zum Rest Europas – weiter und sogar deutlich gestiegen sind. Eine Arbeitsstunde im Produktions- und Dienstleistungssektor kostete durchschnittlich über 45 Euro, während der EU-Durchschnitt bei 34,90 Euro lag. Das bedeutet, dass Unternehmen in Deutschland 29 Prozent mehr zahlten.
Im Vergleich zu anderen Ländern der Europäischen Union liegt Deutschland in der Spitzengruppe. Höhere Arbeitskosten wurden im vergangenen Jahr nur in Luxemburg (56,80 Euro), Dänemark (51,70 Euro) und den Niederlanden (47,90 Euro) verzeichnet, allerdings sind die Lebenshaltungskosten in diesen Ländern ebenfalls höher. Hinzuzufügen ist außerdem, dass die Arbeitskosten in Deutschland – wenn man nur die sog. alten Bundesländer betrachten würde – zusammen mit Luxemburg die höchsten in der Europäischen Union wären. Vor allem in so wohlhabenden Bundesländern wie Baden-Württemberg, Hessen, Bayern oder Hamburg, die zu den reichsten Regionen nicht nur Europas gehören.

Eine Arbeitsstunde in Deutschland kostet 45 Euro.
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Bulgarien als Außenseiter, aber…
Das Land mit den niedrigsten Arbeitskosten in der EU war Bulgarien, wo eine Arbeitsstunde den Arbeitgeber 12 Euro kostete. Hinter Bulgarien platzierten sich Rumänien (13,60 Euro) und Ungarn (15,20 Euro). Polen befand sich mit Kosten von 19,10 Euro pro Arbeitsstunde auf dem neuntletzten Platz. In der Nähe Polens lagen Portugal (19,40 Euro), Tschechien (19,80 Euro), Malta (19 Euro) und Kroatien (18,40 Euro).
Die Arbeitsstunde in Deutschland ist seit 2020 um mehr als ein Fünftel (+22,3 Prozent) teurer geworden, wobei dieser Anstieg im Hotel- und Gaststättengewerbe mit bis zu 30 Prozent besonders stark ausfiel.
Zurück zu Bulgarien: Bemerkenswert ist, dass gerade dort im Jahr 2025 der stärkste Anstieg der Arbeitskosten verzeichnet wurde – um ganze 13,1 Prozent. Es folgten Kroatien (+11,6 Prozent) und … Polen (+10,5 Prozent). Diese Statistiken zeigen, dass die ärmsten EU-Länder die reichsten zunehmend einholen. Das zeigt sich besonders im Vergleich zu Frankreich, wo lediglich ein geringer Anstieg der Arbeitskosten von 2,0 Prozent registriert wurde, sowie zu Dänemark (+3,0 Prozent) und Italien (+3,2 Prozent). Interessanterweise sind die Arbeitskosten auf Malta sogar leicht gesunken.

Arbeiter.
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Starker Anstieg in Gastronomie und Hotellerie
Es ist wichtig zu betonen, dass Wirtschaftsverbände ständig Reformen zur Senkung der hohen Arbeitskosten in Deutschland fordern. Vor nicht allzu langer Zeit kritisierte der Hauptgeschäftsführer der Arbeitgebervereinigung BDA, Steffen Kampeter, die von der deutschen Regierung geplante Prämie, die es Unternehmen ermöglicht, steuerfreie Beträge in Höhe von 1.000 Euro an Arbeitnehmer auszuzahlen, und forderte Entlastungen für Arbeitgeber anstelle einer „zusätzlichen Belastung der Arbeitskosten“.
Mittelfristig ist die Arbeitsstunde in Deutschland seit 2020 um mehr als ein Fünftel (+22,3 Prozent) teurer geworden – so das Statistische Bundesamt. Besonders stark fiel dieser Anstieg im Hotel- und Gaststättengewerbe aus, wo er bis zu 30 Prozent betrug. Der Abstand zum EU-Durchschnitt blieb jedoch nahezu unverändert und lag bereits im Jahr 2020 bei rund 30 Prozent.
Es sei erklärt, dass sich die Arbeitskosten aus dem Bruttoentgelt sowie aus Zusatzkosten wie den vom Arbeitgeber gezahlten Sozialversicherungsbeiträgen zusammensetzen. Zum Bruttoentgelt zählen die Vergütung für gearbeitete Zeit, Zuschläge, Sachleistungen sowie die Vergütung für nicht gearbeitete Tage wie Urlaubstage. Nicht zu den Arbeitskosten gezählt werden Entgeltzahlungen im Krankheitsfall.
Krzysztof Świerc