Drehorte in Ober- und Niederschlesien

Paweł Pawlikowski gewinnt in Cannes den Regiepreis für Thomas-Mann-Roadmovie „Vaterland“

2 Juni 2026, 15:00 Kultur/Bildung , Nachrichten

Mit „Vaterland“ erzählt Regisseur Paweł Pawlikowski von einer Reise durch das zerstörte Nachkriegsdeutschland – und von den Spannungen innerhalb der Familie Mann. Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes wurde das Drama nun mit dem Preis für die beste Regie ausgezeichnet.

Im Mittelpunkt des Films steht die Deutschlandreise des Schriftstellers und Nobelpreisträgers Thomas Mann im Jahr 1949 – seine erste Rückkehr in die Heimat nach Jahren des Exils. Gemeinsam mit seiner Tochter Erika reist Mann durch das zerstörte Nachkriegsdeutschland: von dem amerikanisch besetzten Frankfurt am Main bis in das sowjetisch kontrollierte Weimar.

Reise durch ein zerstörtes Deutschland

Vor dem Hintergrund des beginnenden Kalten Krieges erzählt Pawlikowski nicht nur von einem politisch gespaltenen Land, sondern auch von Konflikten innerhalb der Familie Mann. Im Zentrum steht die Beziehung zwischen Thomas Mann und seiner Tochter Erika – Schauspielerin, Schriftstellerin und enge Vertraute ihres Vaters. Verkörpert werden die beiden von Sandra Hüller und Hanns Zischler.

„Seltsamerweise ist dies, obwohl es von der Familie Mann handelt, der persönlichste Film, den ich je gemacht habe, weil ich genau nachempfinden kann, was die Figuren fühlen.“
Paweł Pawlikowski

Mit „Vaterland“ knüpft Pawlikowski an die Themen seiner preisgekrönten Filme „Ida“ und „Cold War“ an: Identität, Familie, Schuld und Heimat im Europa der Nachkriegszeit. Bei der Pressekonferenz in Cannes betonte der Regisseur, dass der Film trotz seines historischen Stoffes sein persönlichstes Werk sei: „Seltsamerweise ist dies, obwohl es von der Familie Mann handelt, der persönlichste Film, den ich je gemacht habe, weil ich genau nachempfinden kann, was die Figuren fühlen.“

Schlesien als Kulisse für Nachkriegsdeutschland

Obwohl die Handlung vollständig in Deutschland spielt und der Film auf Deutsch gedreht wurde, entstanden die meisten Szenen in Polen. Unter anderem in Niederschlesien fand das Team Kulissen, die dem Deutschland des Jahres 1949 ähneln. Gedreht wurde unter anderem in Breslau und Wałbrzych. Bereits vor rund einem Jahr hatte die Zeitung Gazeta Wrocławska über die Suche nach Statisten berichtet.

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Auch in Woiwodschaft Schlesien wurde gedreht, unter anderem in Bielsko-Biała. Die Stadt gratulierte dem Team nach der Preisverleihung auf Instagram zum Erfolg. Zu den Koproduzenten gehört auch das Schlesische Filminstitut Silesia Film. Ein weiterer Koproduzent ist der Bayerische Rundfunk.

Kinostart im Sommer

In Polen startet der Film bereits am 19. Juni in den Kinos, der deutsche Kinostart ist für den Herbst geplant. Am 27. Juni eröffnet der Film das Filmfest München.

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