Vom 4. bis 7. Juni wird der Muskauer Park erneut zum Ort der Begegnung von Natur, Geschichte und aktiver Erholung im Rahmen des MuskauerParkfestes. Geplant sind vier Tage voller Spaziergänge, Radtouren, Geländespiele sowie Bildungsangebote für Familien mit Kindern. Diese Veranstaltungen sind keine zufällige Ergänzung des Raums, sondern eine Fortsetzung der Idee, die diesen Ort seit über 200 Jahren begleitet – der Idee eines Parks als lebendige Landschaft, die Menschen, Geschichte und Natur verbindet.
Die romantische Vision des Fürsten Pückler
Der Muskauer Park (poln. Park Mużakowski, auch Park von Muskau bzw. Fürst-Pückler-Park) ist eines der bedeutendsten Werke europäischer Gartenkunst. Er liegt beiderseits der Lausitzer Neiße an der Grenze zwischen Polen und Deutschland, umfasst rund 728 Hektar und ist der größte Landschaftspark im englischen Stil in Polen. Seit 2004 gehört er zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Der Muskauer Park, der aus der romantischen Vision eines einzelnen Menschen entstand, ist heute ein lebendiges europäisches Erbe – ein Raum, in dem Geschichte, Kultur und Natur eine kontinuierliche Erfahrung bilden, von der Idee des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.
Begründer des Ensembles war Hermann von Pückler-Muskau (1785–1871), ein Fürst, Reisender und Exzentriker, der Muskau in einen „herrlichen und großen Garten“ verwandeln wollte. Nach dem Erbe des Familienbesitzes im Jahr 1811 begeisterte er sich für englische Landschaftsparks und begann 1815 mit der Umsetzung seiner Vision, wobei er die Bewohner zur Mitgestaltung des Parks aufrief.
Eine Landschaft aus Natur und menschlicher Gestaltung
Die Arbeiten am Park dauerten drei Jahrzehnte – von 1815 bis 1845 – und zählen zu den ambitioniertesten Landschaftsprojekten des 19. Jahrhunderts. Das Gelände wurde im Sinne eines romantischen englischen Landschaftsgartens umgestaltet: das Neiße-Tal wurde modelliert, tausende Bäume gepflanzt sowie Seen, Alleen und Aussichtspunkte angelegt.
An der Umsetzung beteiligten sich bedeutende Vertreter ihrer Zeit, darunter Karl Friedrich Schinkel, John AdeyRepton sowie der Gärtner Jacob Heinrich Rehder, später auch Eduard Petzold. Wie deutsche Quellen betonen, war ein zentrales Element der Konzeption die Einbindung des natürlichen Flussverlaufs sowie die Schaffung einer „malerischen Landschaft“, die sich je nach Perspektive des Spaziergängers verändert.
Schlösser, Residenzen und historische Spuren
Ein integraler Bestandteil der Anlage sind die historischen Residenzbauten auf deutscher Seite. Das Neue Schloss (Neues Schloss Muskau), im 19. Jahrhundert im neorenaissancistischen Stil umgebaut, sowie das Alte Schloss (Altes Schloss Muskau) aus dem 16. Jahrhundert bildeten das Zentrum des herrschaftlichen und administrativen Lebens.

Quelle: Wikipedia
Das Neue Schloss wurde mehrfach umgebaut und nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs bis ins frühe 21. Jahrhundert wiederaufgebaut. Das Alte Schloss erfüllte vor allem administrative und wirtschaftliche Funktionen, wurde jedoch als historischer Bezugspunkt in die Parkkomposition integriert und symbolisiert die Kontinuität des Ortes.
Krieg, Teilung und Wiedergeburt
Der Zweite Weltkrieg brachte schwere Zerstörungen – das Neue Schloss brannte nieder, Brücken wurden beschädigt und große Teile der Parkanlage zerstört. Nach 1945 wurde die Lausitzer Neiße zur Staatsgrenze und teilte den Park in einen polnischen und einen deutschen Teil.
Trotz dieser Teilung begann ein langwieriger Prozess der Wiederherstellung und grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Der Wiederaufbau von Brücken, gemeinsame Restaurierungsprojekte und die Arbeit der zuständigen Institutionen auf beiden Seiten der Grenze führten dazu, dass der Park seinen Charakter als zusammenhängende Landschaft wiedererlangte. Heute wird der polnische Teil vom Nationalen Institut für Kulturerbe (NarodowyInstytutDziedzictwa) und der deutsche Teil von der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau betreut.
Der lebendige Park – zwischen Erbe und Erlebnis
Zeitgenössische Veranstaltungen wie das vom 4. bis 7. Juni geplante Parkfest knüpfen an die lange Tradition dieses Ortes an, der von Beginn an als Raum der Begegnung von Mensch und Natur gedacht war. Auf dem Programm stehen thematische Spaziergänge, Radtouren sowie ein Geländespiel zur Entdeckung weniger bekannter Parkbereiche.

Foto: Wikipedia
Für Familien wurden die Bildungsangebote „Sakwojaż“ vorbereitet, die spielerisches Lernen mit Natur- und Geschichtserfahrung verbinden. Besucher können zudem bei einem abendlichen Spaziergang in der Dämmerung oder bei individuellen Erkundungen zur Ruhe kommen.
Ein besonderes Highlight ist das Konzert der Band enVivo, die Pop, Rock, Latino, Blues und Folk verbindet. Der Auftritt findet im Freien bei der Orangerie auf der deutschen Seite statt, bei schlechtem Wetter wird er in das Neue Schloss verlegt.
Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenlos, für einige Angebote ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.
Der Muskauer Park, der aus der romantischen Vision eines einzelnen Menschen entstand, ist heute ein lebendiges europäisches Erbe – ein Raum, in dem Geschichte, Kultur und Natur eine kontinuierliche Erfahrung bilden, von der Idee des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart.
Einzelheiten zum Muskauer Parkfest HIER aus Deutsch und HIER auf Polnisch.
