Am 26. Juli fand die 72. St.-Anna-Wallfahrt der Oberschlesier statt. Den Festgottesdienst in der St.-Anna-Basilika zelebrierte Wallfahrtsrektor Prälat Klaus Metzl. Für die in Bayern und ganz Deutschland lebenden Oberschlesier ist die Altöttinger St.-Anna-Basilika eine „Ersatzheimat“ für den St. Annaberg in der alten Heimat.
Unter dem Motto „Heimat im Herzen“ stand heuer die 72. St.-Anna-Wallfahrt, organisiert von Norbert Gröner, dem stellvertretenden Landesvorsitzenden der Oberschlesischen Landsmannschaft Bayern e.V., und unter tatkräftiger Unterstützung der Ehrenvorsitzenden Gertrud Müller (Kreisgruppe München).

Dabei waren auch in diesem Jahr zahlreiche Trachtengruppen aus der alten Heimat sowie Fahnenabordnungen. Foto: Martin Lippa, Roswitha Dorfner
Viele oberschlesische Landsleute nahmen am Gottesdienst in der St.-Anna-Basilika teil; mit dabei waren auch in diesem Jahr zahlreiche Trachtengruppen aus der alten Heimat sowie Fahnenabordnungen. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von der Böhmisch-Bayerischen Blasmusik und dem Heimatchor Ostroppa aus Gleiwitz.
Staffelübergabe bei der Wallfahrt
Dass Treue im Glauben, Brauchtumspflege, Geschichte und Kultur auch an künftige Generationen weitergegeben werden, ist auch der Herzenswunsch von Gertrud Müller. Sie verabschiedete sich von „ihren treuen oberschlesischen Landsleuten, die zur Wallfahrt alljährlich bis aus Gütersloh angereist kommen“, und übergab die Organisation der Wallfahrt in die zuverlässigen Hände von Norbert Gröner.
Die Bedeutung von „Heimat im Herzen“ als generationenübergreifende Grundvoraussetzung für den Frieden in der Welt betonte der Hauptzelebrant Prälat Metzl in seiner Predigt. Er erinnerte an das Patronatsfest der heiligen Mutter Anna, der Mutter Mariens und Großmutter Jesu, der in der gleichnamigen Basilika in Altötting in besonderer Weise gedacht wird.
„Gott lässt sich suchen und finden wie ein Schatz im Acker und eine wertvolle Perle. Wer den Glaubensschatz in der Tiefe seines Herzens sucht, der findet den Schatz und die Perle des ewigen Lebens.“
Prälat Klaus Metzl
„Papst Leo XIV. hat diesen Tag zum Welttag der Großeltern und Senioren bestimmt und unter das Wort des Propheten Jesaja (Jes 49,8–15) gestellt“, stellte er außerdem fest und betonte: „Das schmerzliche Gefühl der Verlassenheit, wie es Jesaja in dem Satz ‚Der Herr hat mich verlassen, Gott hat mich vergessen‘ ausdrückt, wird durch Gottes Antwort, durch seine Liebe zu uns Menschen, mit Trost und Zuversicht erfüllt: ‚Ich vergesse dich nicht.‘“
Glaube als Schatz
Zeiten der Einsamkeit und der Verlassenheit kenne jeder, besonders ältere Menschen, stellte Metzl fest. Darum sei der Welttag der Großeltern für Papst Leo XIV. eine gute Gelegenheit, neu zu entdecken, dass die Kirche dazu berufen sei, Mutter aller zu sein und dass es in jedem Alter möglich sei, sich als Kind Gottes zu erfahren.
Das Leitwort der diesjährigen St.-Anna-Wallfahrt erinnere an den Besuch Benedikts XVI. in Altötting vor 20 Jahren, als der damalige Papst den berühmten Satz prägte: „Bei der Mutter sind wir daheim.“

Viele oberschlesische Landsleute nahmen am Gottesdienst in der St.-Anna-Basilika teil. Foto: Martin Lippa, Roswitha Dorfner
Da jedoch unsere „wahre Heimat der Himmel ist“, stellte Prälat Metzl die Frage: „Wie kann das gelingen?“ Die Antwort gebe das Matthäusevangelium (Mt 13,44–46) mit dem Schatz im Acker und der kostbaren Perle. Sein Fazit lautete: „Gott lässt sich suchen und finden wie ein Schatz im Acker und eine wertvolle Perle. Wer den Glaubensschatz in der Tiefe seines Herzens sucht, der findet den Schatz und die Perle des ewigen Lebens“, schloss der Wallfahrtsrektor.
Feierlich war am Nachmittag die abschließende St.-Anna-Andacht in der Stiftspfarrkirche mit Pfarrer i.R. Joseph Scholz aus München sowie die Statio vor der Gnadenkapelle mit Reisesegen. Pfarrer Scholz freute sich über einen gelungenen Wallfahrtstag: „Dank an Gott, der uns ins Leben rief und immer wieder Kraft schenkt für einen Neuanfang, Versöhnung und Glaubenstreue. Dank an Maria und Mutter Anna, die unsere Fürbitten stets erhören und an Jesus weiterreichen, und schließlich Dank an alle, die zum wunderbaren Gelingen der 72. St.-Anna-Wallfahrt beigetragen haben.“
Roswitha Dorfner