Ein Gotteshaus mit bewegter Geschichte

Der 140. Geburtstag der Kirche in Glumpenau

12 September 2026, 17:00 Kirche

Seit 140 Jahren steht die St.-Urban-Kirche in Glumpenau. Was einst als kleine Dorfkirche errichtet wurde, ist heute weit über den Ort hinaus bekannt. Vor allem die Verehrung der heiligen Rita hat dem Gotteshaus in den vergangenen Jahren eine neue Bedeutung verliehen. Das Jubiläum am 5. Juli war deshalb nicht nur Anlass, auf die Geschichte der Kirche zurückzublicken, sondern auch ihre heutige Rolle als Wallfahrtsort zu zeigen.

Kurz über die Kirchengeschichte

Im Jahr 1886 wurde das neugotische Gotteshaus in dem kleinen Dorf Glumpenau errichtet, wo zuvor eine Kapelle gestanden hatte. Die finanziellen Mittel dafür stellten Hedwig und Urban Kunze zur Verfügung. Ein Nachkomme der Wohltäter nahm an der Messe am 5. Juli teil.

Der Altar der St.-Urban-Kirche

Im Laufe der Jahre veränderte sich jedoch nicht nur die Innenausstattung der Kirche, sondern auch ihre Bedeutung. Den Grund dafür findet man in der Verehrung der heiligen Rita, die von den heutigen Bewohnern seit 12 Jahren besonders gepflegt wird.

Nach vielen Andachten zu Ehren der heiligen Rita wurden eine Reliquie und ein neuer Hauptaltar gestiftet. Darauf folgten Wallfahrten, nicht nur aus Polen, sondern auch aus dem Ausland. Dies motivierte dazu, im Mittelpunkt des Altars ein Gemälde der heiligen Rita anzubringen.

Dennoch waren die Gläubigen hocherfreut, als sie 2019 eine weitere Reliquie erhielten, die diesmal zur ersten Reliquienstufe gehört, weil sie aus dem Körper der Verehrten stammt. Die Reliquie wurde über dem Gemälde der Heiligen angebracht. Daraufhin wurde 2021 in Glumpenau ein Sanktuarium der heiligen Rita errichtet.

Die Informationstafel, die das Bild und die Reliquien von Rita darstellt und auf Polnisch beschreibt.

Wie die Feierlichkeiten abliefen

Am 5. Juli wurde die Messe mit der Salbung der zwölf Kreuze eröffnet, die sich in der Kirche befinden. Die Feier wurde von Musik eines Orchesters und dem Gesang des diözesanen Chors begleitet.

Dem bereits erwähnten Nachkommen der Kunze wurden die während der Feier in der Kirche gehaltenen Reden durch einen Dolmetscher übersetzt.

In der Predigt verglich der leitende Priester, Bischof Pierskała, die Kirche mit einem Schiff und bezeichnete die heilige Stätte als ein Haus der Gläubigen.

Die Feierlichkeiten brachten mehr als 100 Besucher in diese kleine Kirche.

Warum die heilige Rita?

Obwohl die Kirche den Namen des heiligen Urban trägt, was im Oppelner Schlesien häufig vorkommt, zeigen die Bewohner der bereits erwähnten Heiligen besonderen Respekt und Dankbarkeit. Diese Gefühle haben sich aufgrund vieler persönlicher Erfahrungen und Wunder entwickelt. Manche Menschen wollen auch ihrer Spiritualität folgen.

Die ersten Andachten, die der heiligen Rita gewidmet waren, fanden im Jahr 2014 statt. Mit der Zeit kamen immer mehr Menschen, und so wuchs die Bedeutung der Verehrten.

Das leidvolle und schwere Leben der heiligen Rita

Im Jahr 1381 kam die kleine Rita, die damals eigentlich Margherita hieß, in Mittelitalien zur Welt.

Es gibt eine Legende über ihre Zeit als Säugling. Sie soll in einer Wiege gelegen haben, als Bienen näherkamen und die Wiege umschwirrten, aber keine von ihnen stach die künftige Heilige.

Seit ihrer Kindheit war sie besonders gläubig und wollte bereits im Alter von 14 Jahren Nonne werden, doch ihre Eltern verheirateten sie gegen ihren Willen.

Noch schlimmer war der Mann, mit dem die Heilige bis zu seinem Tod verheiratet bleiben sollte: Er schreckte vor Gewalt nicht zurück. Rita soll für ihn gebetet haben, und nach einiger Zeit wurde er sanftmütiger. Sie gründeten auch eine Familie.

Leider dauerte diese Situation nicht lange. Margheritas Mann wurde von einer feindlich gesinnten Familie ermordet. Ihre Söhne wollten die Schuldigen töten, um die Ehre des Ermordeten und der Familie zu retten.

Rita wandte sich erneut dem Gebet zu. Letztendlich wurde niemand zur Rechenschaft gezogen, weil die Söhne unerwartet starben.

Ihre Mutter wandte sich, anstatt in Verzweiflung zu verfallen, den Bedürftigen zu und betete noch mehr. Sie versuchte erneut, Nonne zu werden.

Das Kloster widersprach, weil es befürchtete, dass der Streit zwischen den Familien auf sie übergreifen könnte. Nur einen Ausweg bot man der Witwe: Sie sollte die beiden Familien versöhnen.

Diese schwere Bedingung erfüllte sie auf wundersame Weise, und Rita konnte ihrem langersehnten Wunsch nachgehen.

Im Kloster kümmerte sie sich um die Armen, sprach mit ihnen und stand ihnen mit Rat und Tat zur Seite. 23456

Einige Zeit nach ihren Gelübden soll sie Jesus gesehen haben, wie er ihr eine Dornenkrone auf den Kopf setzte. Daraufhin erschien ein Dornstigma auf ihrer Stirn, das bis zu ihrem Tod bestehen blieb und sich nur für kurze Zeit während einer Reise schloss.

Nach vier schwierigen Jahren vor ihrem Tod starb sie im Mai 1457. Die Glocke soll dreimal von selbst erklungen sein, und das Kloster soll vom Blütenduft erfüllt gewesen sein.

Rita wurde erst 1900 als Heilige anerkannt.

„Vor allem die Verehrung der heiligen Rita hat dem Gotteshaus in den vergangenen Jahren eine neue Bedeutung verliehen.“

Was geht in der Pfarrgemeinde heute vor?

Es soll im November eine Wallfahrt nach Italien geben, die anlässlich des fünften Jahrestages der Erhebung der Kirche zum Sanktuarium und des Franziskusjahres organisiert wird.

Es werden Sehenswürdigkeiten besichtigt, die unter anderem mit der heiligen Rita und dem heiligen Franziskus verbunden sind.

Die Kirchengemeinde lädt auch zur monatlichen Andacht zu Ehren der Verehrten am 22. September ein.

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