Lesungen: 5. Mose 34,1–8; Johannesevangelium 5,24–29
Predigttext: 1. Korintherbrief 15,35–38.42–44a
Es könnte aber jemand fragen: Wie werden die Toten auferstehen und mit was für einem Leib werden sie kommen? Du Narr: Was du säst, wird nicht lebendig, wenn es nicht stirbt.
1. Korintherbrief 15,35–36
Was kommt nach dem Tod?
Die im Predigttitel erwähnte Frage stellt sich jeder Mensch. Es gibt auch viele Antworten und Theorien dazu. So wirklich weiß es keiner, denn es gibt nur die Möglichkeit, sich in eine Richtung zu bewegen und nicht zurück. Trotzdem versucht die Bibel, uns mit der Aussage des Paulus eine Antwort zu geben. Ja, wir müssen alle sterben. Daran führt kein Weg vorbei. So muss auch das, was gesät wird, vorher absterben. Erst später, unter entsprechenden Bedingungen, wenn der Samen, das Korn, in die Erde fällt und genügend Feuchtigkeit und Sonnenlicht bekommt, kann es Wurzeln schlagen und wachsen. Vorher aber steht der Tod, das Absterben.
Nach dem Tod beginnt das Beste. Wir warten auf die Wiederkunft Jesu Christi.
Nach der Erklärung von Paulus, dem Autor der beiden Korintherbriefe, ist es mit den Menschen nicht anders. Wir kommen auf die Welt, wachsen, lernen, sammeln Erfahrungen, heiraten, arbeiten, bekommen Kinder, später auch Enkelkinder, und eines Tages ist es vorbei. Unsere Zeit läuft ab und wir müssen sterben. Der Tod kommt uns entgegen.
Viele Menschen gehen davon aus, dass es nach dem Tod nichts gibt. In der gesamten Christenheit ist es aber anders. Nach dem Tod beginnt das Beste. Wir warten auf die Wiederkunft Jesu Christi. Er hat den Tod überwunden und ist von den Toten auferstanden. Er hat seinen Nachfolgern versprochen, dass er am Ende der Welt noch einmal kommen wird, um die Toten aufzuwecken. Danach folgt das Jüngste Gericht. Dabei wird es nur auf ein Kriterium ankommen: ob wir uns im Leben Gott anvertraut haben oder nicht. Nur das Kriterium des Glaubens ist laut evangelischer Theologie entscheidend. Wenn Sie an Gott glauben und Jesus Christus nachfolgen, werden Sie sterben. Aber zur gegebenen Zeit werden Sie auch in einem neuen Leib auferstehen und durch sein Gericht zum ewigen Leben berufen werden. Das ist doch eine gute Perspektive! Da braucht man nicht so viel Angst vor dem Tod zu haben.
Am 1. November besuchen wir die Gräber unserer Angehörigen und Bekannten. Wir zünden Kerzen an. Es ist eine schöne Tradition, unserer Verstorbenen zu gedenken. Wir können aber an diesem Tag auch Hoffnung schöpfen, indem wir Bibeltexte lesen, die etwas über Gottes Plan mit uns aussagen. Bibeltexte wie das heutige Fragment aus dem 1. Korintherbrief geben Hoffnung und Sicherheit, dass Gott alles in seiner Hand hält. Uns bleibt nur, diesem Gott einfach zu vertrauen. Amen.