66 Teilnehmer aus 13 Ländern verbrachten neun Tage beim Internationalen Sommercamp der deutschen Minderheiten. Die diesjährige Ausgabe des Camps, an der auch eine Delegation der deutschen Minderheit in Polen teilnahm, fand in Șumuleu Ciuc, Rumänien, statt.
Das „Sommercamp“ ist eine Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Jugendorganisationen in Rumänien (ADJ) und des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Rumänien sowie dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa). Für die jungen Teilnehmer ist es eine besondere Gelegenheit, Kontakte zu Gleichaltrigen zu knüpfen, die – genau wie sie selbst – einer deutschen Minderheit angehören, und zugleich ihre Deutschkenntnisse deutlich zu verbessern.
Die Mindestvoraussetzung hinsichtlich der Sprachkenntnisse war das Niveau A2, und die Atmosphäre im Camp förderte das Lernen zusätzlich. „Die Teilnehmer fühlen sich durch die Sprache miteinander verbunden. Obwohl ihre Deutschkenntnisse sehr unterschiedlich sind, gelingt ihnen die Kommunikation – manchmal mit Hilfe eines Übersetzungsprogramms oder auf Englisch“, berichtet Emily Bartek, Vorstandsmitglied des BJDM in Polen und Mitglied des Betreuerteams des Sommercamps.
Zusammenarbeit erweitert das Wissen
Im Rahmen des Sommercamps nehmen die Jugendlichen an Workshops teil, deren Höhepunkt die Abschluspräsentation eines Projekts ist, das auf dem jeweiligen Workshop-Thema basiert. Dieses wird während der Abschlussgala des Camps in Anwesenheit von Vertretern aus Politik und öffentlichem Leben aus Deutschland und Rumänien vorgestellt.
„Die diesjährigen Workshop-Themen sind Storytelling, Migration und Integration, Meinungsfreiheit, das Geschichtsbild in den Medien sowie der Umgang mit Fake News“, erklärt Emily Bartek.

Im Rahmen des Sommercamps nehmen die Jugendlichen an Workshops teil, deren Höhepunkt die Präsentation eines Projekts ist, das auf dem jeweiligen Workshop-Thema basiert.
fot. Sommercamp-Team
Fünf Workshopgruppen arbeiteten täglich am Vormittag an ihren Projekten und wurden dabei von Deutschlehrern begleitet. Ziel war es, sowohl die Projektarbeit als auch sämtliche Diskussionen innerhalb der Gruppen vollständig auf Deutsch zu führen.
Je mehr Kulturen, desto spannender
Am Camp nehmen Vertreter deutscher Minderheiten aus Europa und Asien teil.
„Beim Sommercamp sind Teilnehmer aus 13 Ländern vertreten: aus Polen, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Slowenien, der Ukraine, Serbien, Rumänien, Kasachstan, Litauen, Usbekistan, Kirgisistan und Georgien“, zählt Emily Bartek auf.
Diese kulturelle Vielfalt fördert zugleich die Integration. Während des Aufenthalts finden sogenannte Länderabende statt, bei denen die Teilnehmer ihr Heimatland den anderen Campteilnehmern vorstellen. Sie präsentieren ihre Kultur durch Gesang, Tanz oder regionale Spezialitäten. Die freundliche Atmosphäre sorgt dafür, dass die Jugendlichen nicht nur während der Projektarbeit, sondern auch in ihrer Freizeit zusammenwachsen.
„Ich habe schon viele Geschichten darüber gehört, dass sich Menschen beim Sommercamp vor einigen Jahren kennengelernt haben und bis heute Kontakt halten. Ich finde das wunderschön und sehr wertvoll, denn auf diese Weise entstehen Freundschaften und Beziehungen, die sonst vielleicht nie zustande gekommen wären“
– betont das BJDM-Vorstandsmitglied, Emily Bartek.
Wie besonders das Sommercamp ist, zeigt sich auch in den Aussagen der Teilnehmer selbst.

Foto: Sommercamp-Team
„Ich erinnere mich an mein erstes Camp in Polen, als wäre es gestern gewesen. Heute bin ich wieder beim gleichen Camp – nur in einem anderen Land – und leite praktisch selbst die Präsentation unseres Workshops. Ob mich das freut? Und wie!“, schreibt Tamara Khorn, Vertreterin der deutschen Minderheit in Kirgisistan, in den sozialen Medien.
Die positiven Rückmeldungen sowohl der Betreuer als auch der Teilnehmer zeigen deutlich, dass die Geschichte des Sommercamps fortgesetzt werden sollte. Das Sommercamp ist ein wichtiger Bestandteil der Identitätsbildung junger Angehöriger deutscher Minderheiten. Getreu dem Motto „Die Jugend gehört die Zukunft“ gilt es, solche Initiativen weiter zu fördern, damit sie zum Ausgangspunkt der persönlichen und gemeinschaftlichen Entwicklung junger Menschen werden.
Das Sommercamp 2027 wird in Polen stattfinden.