Brief des Vorsitzenden des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen, Rafał Bartek, an die Direktorinnen und Direktoren der Schulen mit Deutschunterricht als Minderheitensprache
Sehr geehrte Damen und Herren,
zum Beginn des Schuljahres 2026/2027 wünsche ich Ihnen alles Gute, viel Erfolg und Zufriedenheit bei Ihrer pädagogischen, erzieherischen und betreuenden Arbeit. Besonderer Dank gilt den Lehrkräften, die den Deutschunterricht als Minderheitensprache fortsetzen oder erstmals übernehmen. Durch Ihr Engagement haben nachfolgende Generationen die Möglichkeit, ihre Sprachkompetenzen zu entwickeln und die Kultur sowie das Erbe der deutschen Minderheit kennenzulernen.
Mit Freude beobachten wir das wachsende Interesse am Deutschunterricht als Minderheitensprache an den Grundschulen. Dies belegen die aktuellen Statistiken des Bildungsministeriums, wonach im Schuljahr 2025/2026 an Grundschulen 59.703 Schülerinnen und Schüler Deutsch als Minderheitensprache lernten – ein Anstieg um 2,96 % im Vergleich zum Schuljahr 2024/2025. Zugleich ermutige ich die Eltern, ihre Kinder beim täglichen Gebrauch der deutschen Sprache zu unterstützen, denn das häusliche Umfeld spielt eine Schlüsselrolle bei deren natürlichem Erwerb und der Festigung der Sprachkenntnisse.

Rafał Bartek. Foto: Stefani Koprek-Golomb
Im nun begonnenen Schuljahr freut uns besonders das Inkrafttreten des neuen Lehrplans für Deutsch als Minderheitensprache. Er ist ein Beispiel für positive Veränderungen im Ansatz der Minderheitenbildung, für eine stärkere Anpassung der Lehrinhalte an die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler sowie für die Wertschätzung der Entwicklung praktischer Sprachkompetenzen.
Ich ermutige Sie, die Möglichkeiten der beruflichen Fortbildung für Lehrkräfte der Minderheitensprache aktiv zu nutzen, insbesondere durch die Teilnahme an den Schulungen im Rahmen des Niwki-Programms, das vom Oppelner Bildungszentrum durchgeführt wird.
Empfehlen möchte ich den Deutschlehrkräften auch die Mitgliedschaft in der Deutschen Bildungsgesellschaft – www.bildung.pl –, die eine besondere Rolle bei der Unterstützung des Deutschunterrichts spielt. Als Verband der deutschen Gesellschaften in Polen arbeiten wir bei der Umsetzung dieser Programme zusammen, in der Überzeugung, dass die kontinuierliche Weiterentwicklung der Kompetenzen der Lehrkräfte zu einer noch höheren Qualität der Bildung und zu einer größeren Attraktivität des Minderheitensprachunterrichts führt.

Foto: Unsplash
Ich danke Ihnen für Ihr tägliches Engagement und Ihre Arbeit für die Entwicklung des Deutschunterrichts als Minderheitensprache. Ich lade Sie außerdem ein, regelmäßig die Plattform www.supereule.pl zu besuchen, auf der Informationen über Bildungs- und Kulturprojekte der Organisationen der Deutschen Minderheit sowie über Schulungen, Wettbewerbe, Workshops und andere Initiativen für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern veröffentlicht werden.
Ich wünsche Ihnen, dass das neue Schuljahr Ihnen viel Zufriedenheit, Inspiration und Erfolg bringt. Möge es eine Zeit guter Zusammenarbeit, der Verwirklichung ehrgeiziger Ziele und des gemeinsamen Einsatzes für die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler und die Stärkung der Bildung der deutschen Minderheit sein.
Mit freundlichen Grüßen
Rafał Bartek