Wandercamp im Glatzer Bergland

Sechs Tage voller Gespräche, Wanderungen und neuer Bekanntschaften

29 Juli 2026, 11:00 Bildung

Vom 20. bis 25. Juli 2026 fand im Glatzer Bergland das Projekt „Wandercamp“ statt, organisiert vom Bund der Jugend der Deutschen Minderheit (BJDM). An der Veranstaltung nahmen Jugendliche teil, die mit der deutschen Minderheit in Polen verbunden sind, sowie eine Gruppe aus der deutschen Stadt Gera. Sechs Tage lang nahmen die Teilnehmer an Workshops, Gruppenaktivitäten und Ausflügen in der Region teil, lernten sich gegenseitig kennen und verbrachten Zeit in internationaler Gesellschaft.

Das Programm des Projekts umfasste Workshops zu den Themen Vielfalt, Sprache und gegenseitiger Respekt. Die Teilnehmer sprachen auch über die Bedeutung der deutschen Minderheit, ihren Platz in der Gesellschaft und das Problem der Diskriminierung. Die Aktivitäten hatten einen interaktiven Charakter – anstelle langer Vorträge dominierten Diskussionen, Gruppenübungen und Erfahrungsaustausch. Die gemeinsame Arbeit ermöglichte es den Jugendlichen, viele Themen aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Dadurch waren die Workshops nicht bloß eine passive Wissensvermittlung, sondern vor allem ein Raum für Gespräche und das Kennenlernen der Meinungen anderer.

Sechs Tage lang lernten sich Jugendliche aus Polen und Deutschland beim Wandercamp 2026 näher kennen.
Foto: Florian Kerner

Der Austausch endet nicht nach den Workshops

Neben dem Bildungsteil war der zwischenmenschliche Austausch ein wichtiges Element des Projekts. Im Laufe der Woche nahmen die Teilnehmer an verschiedenen Spielen und Gruppenaktivitäten teil, die halfen, Beziehungen aufzubauen und erste Sprachbarrieren zu überwinden.

„Man konnte sehen, dass das gemeinsame Wandern den Teilnehmern Freude bereitete. Trotz der Anstrengung erreichten alle gut gelaunt den Gipfel. Solche Ausflüge lassen die Grupp auf eine andere Weise zusammenwachsen als Workshops oder Spiele.“
Florian Kerner

Für die Organisation der Nachmittags- und Abendaktivitäten war Florian Kerner, der Betreuer der Reise, verantwortlich. Auf dem Programm standen unter anderem ein Besuch in Bad Reinerz, ein Filmabend und ein Spieleabend. Gerade diese weniger formellen Momente blieben den Teilnehmern oft am meisten in Erinnerung. Wie Florian betont, war die größte Überraschung für ihn die Atmosphäre, die sich in der Gruppe fast sofort entwickelte: „Die Gruppe war großartig. Bei den Abendaktivitäten waren alle sehr engagiert. Besonders in Erinnerung werde ich den Filmabend und den Spieleabend behalten – man hätte meinen können, dass die Teilnehmer nach einem ganzen Tag voller Aktivitäten müde gewesen wären, aber stattdessen hatten sie bis spät in die Nacht Spaß und fanden immer wieder neue Ideen für gemeinsame Aktivitäten.“

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Der Betreuer weist auch darauf hin, dass der größte Wert des Projekts die Beziehungen waren, die zwischen den Teilnehmern entstanden: „Ich hätte nicht erwartet, dass sich die Gruppe so schnell einspielt. Bereits nach ein paar Tagen gab es praktisch keine Trennung mehr zwischen Teilnehmern aus Polen und Deutschland. Alle verbrachten die Zeit miteinander, unterhielten sich, halfen sich gegenseitig und fühlten sich wohl miteinander. Das war wirklich schön zu beobachten.“

Wanderungen im Glatzer Land

Der Freitag war ganz dem Entdecken der Umgebung gewidmet. Die Gruppe brach zur Großen Heuscheuer auf, dem höchsten Gipfel des Heuscheuergebirges. Anschließend besuchten die Teilnehmer die Wilden Löcher, wo sie durch das berühmte Felsenlabyrinth gehen konnten. Der Ausflug war nicht nur eine Gelegenheit, die Landschaft zu bewundern, sondern auch, gemeinsam Zeit außerhalb des Zentrums zu verbringen. Viele Teilnehmer bezeichneten diesen Tag später als einen der interessantesten Programmpunkte.

Filmabende, Spieleabende und viele Gespräche ließen aus zwei Gruppen schnell eine Gemeinschaft werden.
Foto: Florian Kerner

Auch Florian erinnert sich sehr positiv an den Bergausflug: „Man konnte sehen, dass das gemeinsame Wandern den Teilnehmern Freude bereitete. Trotz der Anstrengung erreichten alle gut gelaunt den Gipfel. Solche Ausflüge lassen die Grupp auf eine andere Weise zusammenwachsen als Workshops oder Spiele.“

Aktiver Abschluss des Projekts

Am letzten Tag besuchten die Teilnehmer einen Kletterpark, der zum symbolischen Abschluss der aktiven Woche wurde. Es gab gemeinsame Fotos, Austausch von Kontakten und Gespräche über weitere Treffen.

Das Wandercamp 2026 verband Bildung, Austausch und aktives Kennenlernen der Region. Die Workshops boten Raum für Gespräche über wichtige Themen, und die gemeinsam verbrachte Zeit ermöglichte es den Teilnehmern, sich besser kennenzulernen. Wie Florian Kerner zusammenfasste, war das Wichtigste, dass es während der ganzen Woche gelang, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich jeder wohl fühlte und Teil der Gruppe sein konnte. Gerade dieses Element führte dazu, dass das Projekt nicht nur als eine Serie von Aktivitäten und Ausflügen in Erinnerung blieb, sondern vor allem als eine schöne Zeit mit neuen Bekanntschaften.

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