Österreichischer Frühling
Im Rahmen der Programmreihe Österreichischer Frühling hat Dr. Edward Wąsiewicz, Honorarkonsul der Republik Österreich in Breslau, einen Vortrag über die österreichisch-polnischen Beziehungen gehalten. Der Vortrag bot spannende Einblicke in Politik, Wirtschaft und Kultur Österreichs sowie in die enge Partnerschaft beider Länder.
In den Räumlichkeiten der Woiwodschaftsbibliothek Oppeln lauschten einige Studenten dem Redner. Während der rund 90-minütigen Veranstaltung präsentierte Dr. Edward Wąsiewicz seinen Zuhörern wissenswerte Fakten über Österreich. Etwa, dass Wien mehr Einwohner als Warschau habe und die fünftgrößte Stadt innerhalb der Europäischen Union sei, oder dass rund ein Viertel der Erwerbstätigen in Österreich aus anderen Ländern stammt.
Ein weiteres Thema des Vortrags war die Parteienlandschaft und die politische Ausrichtung: Anhand verschiedener Diagramme und Umfragewerte veranschaulichte der Honorarkonsul den Zuhörern die politischen Verhältnisse in Österreich. Schnell wurde klar, dass auch in Österreich ein zunehmender Rechtsruck herrscht, ähnlich wie in einigen anderen Ländern innerhalb der EU.

Im Rahmen des Österreichischen Frühlings in der Woiwodschaftsbibliothek in Oppeln: Dr. Edward Wąsiewicz.
Foto: Jonas Goddek
Starke Partnerschaft zwischen Polen und Österreich
Wąsiewicz betonte, dass die enge Partnerschaft zwischen Polen und Österreich für beide Länder wichtig sei und auch in Zukunft weiter intensiviert werden sollte: „Kulturell sind wir uns sehr ähnlich. Der Unterschied der Sprachen ist eigentlich das Einzige, was die Kontakte erschwert. Oft verstehen wir uns aber auch ohne Worte. Besonders wenn junge Menschen aus Österreich nach Polen kommen, entdecken sie ein Land, das für sie eine unglaubliche Überraschung ist, besonders in kultureller Hinsicht“.
Annäherung in der Lebensqualität
Im Hinblick auf die Lebensqualität der beiden Länder sieht der Honorarkonsul eine Annäherung: „Immer besser, würde ich sagen. Es gibt eine gewisse Angleichung der Lebensqualität, auch wenn in Polen noch viel zu tun ist, um das Durchschnittsniveau Österreichs zu erreichen. Wenn man die Fleißigkeit, Genauigkeit und Zuverlässigkeit Österreichs mit dem polnischen Erfindungsgeist und den innovativen Initiativen kombiniert, dann kann ich von einem Dream-Team zwischen den beiden Ländern sprechen“, beschreibt Wąsiewicz. Unabhängig davon, welche Koalition gerade in Österreich oder in Polen an der Staatsspitze stehe, seien die Kontakte immer eng – und wachsen stetig weiter: „Was mich am meisten freut, ist, dass es trotz mancher parteipolitischer Unterschiede in beiden Ländern einen breiten Konsens gibt, diese Beziehungen aufrechtzuerhalten und weiter zu pflegen. Das ist sehr wichtig und gut.“
„Was mich am meisten freut, ist, dass es trotz mancher parteipolitischer Unterschiede in beiden Ländern einen breiten Konsens gibt, diese Beziehungen aufrechtzuerhalten und weiter zu pflegen. Das ist sehr wichtig und gut.“ – Dr. Edward Wąsiewicz, Honorarkonsul der Republik Österreich in Breslau
Potenzial bestehe vor allem in der Wirtschaft: „Man sieht das ja auch an konkreten Beispielen: Es wächst die wirtschaftliche Zusammenarbeit, es wächst auch der Austausch, wenn es um Umweltfragen geht“. Österreich sei zwar deutlich weiter, was erneuerbare Energien bei der Stromerzeugung betreffe, jedoch hole auch Polen kräftig auf, erklärte Edward Wąsiewicz seinem Publikum.

Dr. Edward Wąsiewicz veranschaulichte die aktuelle Parteienlandschaft in Österreich anhand einer Grafik.
Foto: Jonas Goddek
Positive Resonanz der Veranstaltung
Am Ende der Veranstaltung erntete der Redner kräftigen Applaus. Monika Wójcik-Bednarz von der Woiwodschaftsbibliothek Oppeln zeigte sich begeistert und zufrieden: „Der Vortrag kam gut an. Dr. Edward Wąsiewicz hat uns neue Einblicke in die aktuelle Situation in Österreich gegeben, vor allem in demografische und wirtschaftliche Aspekte, die auch im Zusammenhang mit Polen stehen. Ich denke, das Publikum und die Studenten haben dadurch einen besseren Überblick bekommen, wie wichtig diese Partnerschaft für beide Länder ist.“
Jonas Goddek

