Die Wahl der neuen Führung des VdG steht bevor

24 April 2026, 05:00 Politik 37

Richtiges und wirksames Handeln

Im Mai 2026 finden die Wahlen der neuen Führung des Verbands der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) statt, was mit dem 35-jährigen Bestehen der Organisation zusammenfällt. Aus diesem Grund haben wir uns an die Mitglieder des noch amtierenden VdG-Vorstands gewandt, um ihnen Fragen zur laufenden Amtszeit zu stellen. Wir fragten auch, was im Hinblick auf die nächsten vier Jahre geändert, verbessert oder beibehalten werden sollte.

Gespräch mit Dawid Bojarowski (Danzig), Mitglied des VdG-Vorstands

Haben die VdG-Verantwortlichen in den vergangenen vier Jahren die gesetzten Ziele wirksam umgesetzt, und welche der erreichten Ziele halten Sie für prioritär?

Aus meiner Perspektive kann ich die letzten zwei Jahre beurteilen, denn seit zwei Jahren bin ich im VdG-Vorstand, als Nachfolger von Herrn Peter Jeske. Auf der Grundlage dessen, was ich kennengelernt, beobachtet und woran ich teilgenommen habe, kann ich sagen, dass die vom VdG-Vorstand gesteckten Ziele auf jeden Fall erreicht wurden. Hinzu kamen und kommen ständig neue Ziele, die ebenfalls konsequent verfolgt werden. Ich möchte hinzufügen, dass wir uns ständig an neue globale Gegebenheiten anpassen müssen. Einige davon betreffen uns nicht, wie etwa die Konflikte im Nahen Osten, aber… die Treibstoffpreise schon, denn diese wirken sich dann auf Projekte aus. Deshalb müssen wir unsere Tätigkeit ständig überwachen.

Sollte der von der VdG-Führung in der zu Ende gehenden Amtszeit eingeschlagene Kurs Ihrer Meinung nach ohne jede Änderung fortgesetzt werden? Oder braucht er ein Lifting?

Jeder Hinweis muss analysiert werden, und wenn er richtig ist, sollte er berücksichtigt werden. Man muss jedoch bedenken, dass der VdG eine Körperschaft ist, und daher müssen alle seine Aktivitäten gut analysiert und diskutiert werden, damit sie später problemlos umgesetzt werden können. Es darf daher keinen Raum für spontane Ideen oder schnelle Umsetzungen geben. Zumal es sich um deutsche und polnische Gelder handelt – wenn wir zu voreilig handeln, könnte man uns vorwerfen, Ideen zu verwirklichen, die nicht ausgearbeitet sind oder keinem tatsächlichen Bedarf entsprechen. Zusammenfassend halte ich das bisherige Handeln des VdG-Vorstands für völlig richtig und vor allem für wirksam. Es ist auch leicht zu erkennen, dass der Vorstand für alle Anregungen offen ist.

Wo sehen Sie trotzdem die Notwendigkeit für größere Korrekturen in der Arbeit des VdG und warum?

Demnächst wird eine Strategie zur deutschen Sprache vorgelegt. Ich erwähne das, weil ich aus Nordpolen komme und es sehr schön wäre, wenn die Zahl der Zielgruppen in diesem Landesteil erhöht würde. Das liegt mir am Herzen, denn ich habe den Eindruck, dass dies in meiner Region ein Nischenthema ist. Man sieht das auch daran, wie wenige Einrichtungen es gibt, die Deutsch für die deutsche Minderheit anbieten. Sicherlich hat auch die Tatsache Einfluss darauf, dass es bei uns weniger Deutschlehrer gibt und das Bewusstsein für das Erlernen dieser Sprache zu gering ist. Deshalb finde ich, dass man die Attraktivität der deutschen Sprache in Nordpolen erhöhen sollte, indem man zum Beispiel Programme wie die Deutsch-AG fördert.

Wie bewerten Sie Ihre eigene Aktivität in den letzten vier Jahren, und werden Sie bei den nächsten Wahlen für den Vorstand kandidieren?

Es fällt mir schwer, mich selbst zu beurteilen, aber ich denke, es war nicht schlecht, ich habe nicht enttäuscht. Gleichzeitig würde ich gerne erneut im VdG-Vorstand mitwirken. Wenn ich also vorgeschlagen werde, werde ich kandidieren. Ich habe jedoch keine großen Ambitionen, etwa VdG-Vorsitzender zu werden. Das ist das Feld für Vertreter der Woiwodschaften Oppeln und Schlesien, wo die größte Dichte aller Organisationen herrscht. Wir im Norden sind der Meinung, dass die erste Geige im Süden Polens gespielt wird, während wir im Norden nur die Ergänzung sind.

Das Gespräch führte Krzysztof Świerc

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