Sebastian Schindzielorz – Deutscher Meister
In den vergangenen Monaten präsentierten wir in unseren Spalten Vereine aus Oberschlesien, die deutsche Wurzeln haben und vor dem Zweiten Weltkrieg von Deutschen gegründet wurden. Nun stellen wir eine Serie der bekanntesten oberschlesischen Fußballer vor, die in der 1. Bundesliga eine ernsthafte Karriere gemacht haben und von denen einige sogar für die deutsche Nationalmannschaft spielten.
Am bekanntesten sind natürlich die Weltmeister Mirosław Klose und Lukas Podolski, die mit der deutschen Nationalmannschaft 2014 die Weltmeisterschaft gewannen, sowie der in Kattowitz geborene Richard Herrmann, der mit den „Adlern“ 1954 den Weltmeistertitel holte. Doch im Glanz dieses Trios verbergen sich viele andere Oberschlesier, die im deutschen Fußball eine bedeutende Rolle gespielt haben und denen man sich genauer widmen sollte. In zwei früheren Folgen haben wir bereits die Geschichte des in Tarnowitz geborenen Martin Max sowie des aus Deutsch Piekar stammenden Dariusz Wosz vorgestellt.
Debüt und erstes Tor
Der Held der heutigen Folge ist der am 21. Januar 1979 in Krappitz geborene Sebastian Schindzielorz, der im Alter von sechs Jahren mit seiner Familie nach Deutschland auswanderte, wo er drei Jahre später beim VfL Bochum mit dem Training begann. Die Vereinsführung aus dem Ruhrgebiet schuf für den jungen Sebastian hervorragende Entwicklungsbedingungen, sodass er im Alter von 19 Jahren vor der Saison 1998/1999 in die erste Mannschaft des VfL Bochum aufgenommen wurde, die damals in der höchsten deutschen Spielklasse, der 1. Bundesliga, spielte.
In dieser Liga debütierte Sebastian Schindzielorz am 26. September 1998 im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern, das das Team aus dem Ruhrgebiet mit 3:2 gewann. Mehr noch: Von seinem Debüt an wurde er zum Stammspieler der Bochumer Mannschaft, für die er sein erstes Tor am 16. Oktober 1998 im Spiel gegen den TSV 1860 München erzielte.
So schön war es jedoch nicht immer. Zumal der VfL, obwohl er sich im Laufe der Jahre im deutschen Vereinsfußball einen Namen gemacht hat, nie zu den – vor allem finanziell – Großen gehörte. Das führte dazu, dass die besten Fußballer der Bochumer Mannschaft sehr oft zu reicheren und stärkeren Vereinen wechselten, was häufig zu schwächeren Leistungen und nicht selten zum Abstieg in eine niedrigere Spielklasse führte.

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Von Bochum zum 1. FC Köln
So war es auch in der Saison 1998/1999, als der VfL Bochum in der 1. Bundesliga den 17. Platz belegte. Das bedeutete den Abstieg in die 2. Bundesliga. Doch nach nur einer Saison erholte sich die Mannschaft aus Bochum und kehrte nach nur einem Jahr in die Bundesliga zurück, um … in der folgenden Saison erneut in die 2. Bundesliga abzusteigen und 2002 wieder aufzusteigen.
Irgendwann hatte Sebastian Schindzielorz dieses Pendeln zwischen erster und zweiter Liga satt. Zudem hob er sich im Vergleich zu anderen Spielern des VfL deutlich durch seine Fähigkeiten und sein Potenzial hervor, was großes Interesse anderer, deutlich bekannterer und finanzstärkerer Vereine in Deutschland weckte. Die Folge war, dass der Krappitzer 2003 einen Vertrag beim Aufsteiger in die 1. Bundesliga, dem 1. FC Köln, unterschrieb.
Im Trikot der „Geißböcke“ debütierte er am 3. August 2003 in der mit 0:1 verlorenen Partie gegen den Lokalrivalen Borussia Mönchengladbach. Schlimmer noch: Nach nur zwei Einsätzen für seinen neuen Verein erlitt Sebastian Schindzielorz einen Mittelfußbruch. Diese Verletzung zwang ihn, bis zum Ende der Saison zuzuschauen – einer Saison, in der sein Verein schließlich in die 2. Bundesliga abstieg. So fand sich der talentierte Spielmacher erneut im Unterhaus des deutschen Fußballs wieder.
Von Norwegen nach Griechenland
Doch er blieb nicht lange beim Stolz Kölns in der 2. Bundesliga, denn 2005 kehrte Sebastian Schindzielorz in die 1. Bundesliga zurück. Allerdings begann sich die Situation für ihn ähnlich anzufühlen wie zuvor in Bochum – und dieser war er überdrüssig. Deshalb begann er, nach einem anderen Verein zu suchen, nach einer anderen Stadt, ja sogar nach einem anderen Land.
Die Folge: Im August 2006 wechselte er in die norwegische Liga und schloss sich Start Kristiansand an. Sein erstes Ligaspiel in der höchsten norwegischen Spielklasse bestritt er am 10. September 2006 gegen Lillestrøm SK, das seine Mannschaft mit 2:0 gewann. Trotz des guten Starts fühlte sich Sebastian Schindzielorz zwischen den Fjorden nicht sonderlich wohl, weshalb er nur ein halbes Jahr bei Start spielte. In dieser Zeit bestritt er fünf Ligaspiele und verließ den Verein im Januar 2007, um in wärmere Regionen Europas zu wechseln.
Sebastian Schindzielorz wanderte im Alter von sechs Jahren mit seiner Familie nach Deutschland aus, wo er drei Jahre später beim VfL Bochum mit dem Training begann. Mit 19 Jahren wurde er in die erste Mannschaft des VfL Bochum aufgenommen, die damals in der höchsten deutschen Spielklasse, der 1. Bundesliga, spielte.
Genauer gesagt ging er zum griechischen Klub Levadiakos, bei dem er im Juli 2007 einen Vertrag unterschrieb. Sein Debüt in der griechischen Liga gab er am 2. September 2007 in der mit 1:2 verlorenen Partie gegen den FC Halkidona.
Am besten zu Hause
Auch bei Levadiakos hielt es den Krappitzer nicht allzu lange – er verbrachte dort nur eine Saison. Danach, im Sommer 2008, beschloss er, wie er selbst sagte, nach Hause, nach Deutschland, zurückzukehren, wo er sich am wohlsten fühlte und fühlt. Konkret wechselte er zum VfL Wolfsburg.
Der Anfang bei den „Wölfen“ war für ihn jedoch nicht der erfolgreichste. Die Zeit, die er auf den Plätzen Norwegens und Griechenlands verbracht hatte, hatte seine fußballerische Qualität nicht gerade gesteigert, weshalb er den Großteil der Saison 2008/2009 in der viertklassigen Reserve der „Volkswagen-Elf“ verbrachte. Schnell kehrte er jedoch zu seinem alten, hohen Niveau zurück – und so war es ihm vergönnt, mit dem Verein aus Wolfsburg die deutsche Meisterschaft zu gewinnen.
Dies ist mit Abstand die größte Errungenschaft dieses Fußballers in seiner gesamten Laufbahn, auch wenn Experten meinen, dass seine Liste an Erfolgen deutlich umfangreicher ausgefallen wäre, wenn er sich früher einem stärkeren Verein angeschlossen hätte.
Bemerkenswert ist auch, dass der Krappitzer 16-mal für die deutsche U21-Nationalmannschaft auflief und dabei ein Tor erzielte.
Krzysztof Świerc

