Neue Ausschreibung, neue Koordinatorin
Das ifa vergibt erneut Stipendien für Mitglieder und Organisationen der deutschen Minderheiten im östlichen Europa sowie Zentralasien. Seit kurzem wird das Programm von Jennifer Mazur koordiniert, die nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch einen persönlichen Bezug zu Schlesien mitbringt. Bewerbungen sind noch bis zum 27. April möglich.
Auch in diesem Jahr bietet das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) wieder Stipendien für deutsche Minderheiten an. Damit fördert es gezielt demokratische Zivilgesellschaften im östlichen Europa und Zentralasien sowie deren Vernetzung und stärkt zugleich die Beziehungen Deutschlands und Europas in dieser Region. Engagierte Personen und Organisationen der deutschen Minderheiten können sich bis zum 27. April bewerben. Die aktuelle Ausschreibung beinhaltet zwei unterschiedliche Programmlinien: Zum einen können sich Personen, die sich in der deutschen Minderheit engagieren, um einen Einsatz bei einer Organisation der deutschen Minderheit in einem anderen Land bewerben. Zum anderen können auch Organisationen ein Stipendium erhalten; in diesem Fall schreiben sie nach der Förderzusage eine entsprechende, bei ihnen eingerichtete Stelle aus.
Bisher waren die Stipendien unter den Bezeichnungen Kulturassistenzprogramm und Hospitationsprogramm bekannt. Nun wurde die Bezeichnung vereinheitlicht, während die Stipendien inhaltlich gleichgeblieben sind, wie die neue Koordinatorin des Programms, Jennifer Mazur, erklärt. So konnten Abläufe verschlankt und Ressourcen gebündelt werden.
Neuer Name, bewährtes Programm
Beide Stipendienlinien fördern das Engagement für die deutschen Minderheiten. Im Falle des Stipendiums „außerhalb des eigenen Landes“ bewirbt sich die Person selbst, die an einem Projekt im Ausland mitarbeiten möchte. Für das Stipendium „innerhalb des eigenen Landes“ bewirbt sich die Organisation, die eine Stelle anbieten möchte. Ziel des Stipendienprogramms ist es, die Fähigkeiten der Geförderten zu erweitern, ihr Engagement für die deutsche Minderheit zu professionalisieren und eine zusätzliche Vernetzung zu ermöglichen. Innerhalb dieses Rahmens setzen die Programmlinien unterschiedliche Schwerpunkte.
Das Stipendium „innerhalb des eigenen Landes“ soll es den Organisationen ermöglichen, spezifische Projekte umzusetzen. Es richtet sich an Organisationen, „die gerne einer Nachwuchskraft Einblicke in die eigene Arbeit geben möchten“, erklärt Mazur. Die Projekte können in den Bereichen Kulturmanagement, Jugendbildung oder in den Medien angesiedelt sein.
„Es ist eine einzigartige Möglichkeit, Projekte umzusetzen, neue Fähigkeiten zu erwerben und das eigene Netzwerk zu erweitern.“
Jennifer Mazur, Projektkoordinatorin der ifa-Stipendienprogramme
Die Fähigkeiten und Interessen der einzelnen Person stehen dagegen bei Bewerbungen für ein Stipendium „außerhalb des eigenen Landes“ im Fokus. Mazur führt aus: „Wir fördern damit engagierte Personen der deutschen Minderheiten, die sich gerne weiterqualifizieren möchten – auch hier in den Bereichen Kulturmanagement, Jugendbildung oder Medien.“
Im Mai wird zudem das Talentstipendium ausgeschrieben, das Alumni des ifa-Stipendienprogramms für die deutschen Minderheiten weiterhin im Rahmen ihres Engagements für deutsche Minderheiten unterstützt. Da das Talentstipendium aus Mitteln der Familienstiftung Geschwister Ilse und Werner Lechtenberg finanziert wird, erfolgt seine Ausschreibung separat.
Die neue Projektkoordinatorin spricht auch Schlesisch
Seit April verantwortet Jennifer Mazur in Elternzeitvertretung die Stipendienprogramme beim ifa und ist zentrale Ansprechpartnerin für Bewerberinnen und Bewerber. Sie ist als polnische Migrantin zweiter Generation selbst mit Oberschlesien und der Region Oppeln verbunden. Als Kind hat sie von ihren Eltern nicht nur Polnisch, sondern auch Schlesisch gelernt.
Das Interesse an Mehrsprachigkeit hat sie auch beruflich begleitet. Nachdem sie beim europäischen Kulturkanal Arte tätig war, machte sie sich als Bildungsreferentin im Bereich Diskriminierungssensibilität und als Wissenschaftlerin selbstständig. Auch heute arbeitet sie neben ihrer Tätigkeit für das ifa weiterhin freiberuflich in diesen Bereichen.
Die neue Funktion als Koordinatorin des Stipendienprogramms ist für Mazur ein Glücksgriff. „Die Ausschreibung hat sich wie auf mich zugeschnitten angefühlt“, erinnert sie sich an ihren ersten Eindruck. Denn die Position passe zum einen zu ihren fachlichen Interessen an Kultur und interkultureller Kommunikation, zum anderen habe sie durch ihren Migrationshintergrund und ihre Mehrsprachigkeit auch einen persönlichen Bezug insbesondere zu Polen und zur deutschen Minderheit.
Bewerbung – Auswahl – los
Nach der Bewerbung auf eines der Stipendien findet der Auswahlprozess statt. Auch wenn es regelmäßig mehr Bewerbungen als Stipendien gibt, versichert Mazur, dass sich das ifa bemühe, möglichst vielen motivierten Bewerberinnen und Bewerbern ein Stipendium anbieten zu können.

Jennifer Mazur, Projektkoordinatorin Stipendienprogramme beim Institut für Auslandsbeziehungen (ifa).
Foto: Jakub Paczkowski
Das Stipendium „außerhalb des eigenen Landes“ dauert in der Regel zwei bis vier Wochen. Eigene Vorschläge für geeignete Gastinstitutionen sind erwünscht, wobei das ifa aussagekräftige Bewerbungen auch bei der Suche nach einer geeigneten Organisation im Ausland unterstützt.
Die Dauer des Einsatzes beim Stipendium „innerhalb des eigenen Landes“ kann individuell nach den Bedürfnissen der Organisation festgelegt werden, darf jedoch nicht über Ende November 2026 hinaus dauern.
Ein zentraler Bestandteil beider Stipendienlinien ist die begleitende Fortbildung, die für alle Teilnehmenden verpflichtend ist. Sie findet in Berlin oder Stuttgart statt und verbindet fachliche Weiterbildung mit Vernetzung.
„Die Idee ist, dass man die Geförderten an einem Ort zusammenbringt, damit sie sich kennenlernen“, erklärt Mazur. Gleichzeitig wird die Fortbildung an den ausgewählten Stipendiatinnen und Stipendiaten orientiert ausgewählt. So sind Angebote in den Bereichen Medien oder Kultur denkbar, es werden aber auch Themen wie die Arbeit mit Künstlicher Intelligenz in Betracht gezogen.
Bewerbungsschluss rückt näher
Mazur ermutigt Interessierte dazu, nicht zu lange zu überlegen und sich einfach zu bewerben: „Es ist eine einzigartige Möglichkeit, Projekte umzusetzen, neue Fähigkeiten zu erwerben und das eigene Netzwerk zu erweitern.“ Zugleich unterstreicht sie, dass sich Bewerberinnen und Bewerber bei Fragen jederzeit an sie wenden können: „Wir freuen uns über alle, die sich bewerben möchten, und stehen für Rückfragen jederzeit zur Verfügung“, so Mazur.
Das Wichtigste in Kürze
Programm:
ifa-Stipendienprogramm für die deutschen Minderheiten im östlichen Europa und Zentralasien zur Stärkung von Zivilgesellschaft, Qualifizierung und Vernetzung.
Zwei Linien:
- Innerhalb des eigenen Landes: Organisationen bieten projektbezogene Mitarbeit für Nachwuchskräfte (Kultur, Jugend, Medien), Förderung 300–500 €/Monat, Laufzeit bis max. Nov. 2026, inkl. Fortbildung & Beratung
- Außerhalb des eigenen Landes: 2–4-wöchige Hospitationen bei Organisationen der deutschen Minderheiten, Förderung bis zu 850 € (je nach Laufzeit) + Reisekosten, inkl. Fortbildung & Beratung
Ziele:
Praxisnahe Weiterbildung, Austausch von Best Practices, Professionalisierung des Engagements für die deutschen Minderheiten
Voraussetzungen:
Engagement für die deutschen Minderheiten, sehr gute Deutschkenntnisse, Motivation & klare Entwicklungsziele, Teilnahme an Fortbildungen
Bewerbung:
bis 27.04.2026 online hier:
Weitere Informationen gibt es auch auf Instagram.
Mauro Oliveira

