VdG feiert sein 35. Jubiläum in Bad Salzbrunn

21 April 2026, 17:18 Kultur 0

Mit einem festlichen Konzert im historischen Theatersaal von Bad Salzbrunn (Szczawno-Zdrój) feierte der Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) sein 35-jähriges Bestehen. Der Abend stand im Zeichen der Musik, der Identität und der Ehrung jener Menschen, die sich für die deutsche Minderheit engagieren.

Den musikalischen Rahmen gestaltete das Futyma-Quintett mit Werken von Händel, Mendelssohn Bartholdy und Beethoven. Doch neben der Kunst war es vor allem ein Abend der Würdigung.

Beständigkeit in herausfordernden Zeiten

Der VdG-Vorsitzende Rafał Bartek betonte in seiner Festrede die Widerstandsfähigkeit des Verbandes: „Was uns jedoch auszeichnet, ist die Tatsache, dass wir stets aktiv und sichtbar sind. Als Verband haben wir uns nie versteckt“, so Bartek mit Blick auf vergangene politische Herausforderungen.

Ein Moment voller Harmonie: Das Publikum lauscht gebannt den Klängen im prunkvollen Theatersaal von Bad Salzbrunn.
Foto: Stefani Koprek-Golomb

Er unterstrich, dass die Arbeit des VdG weit über die Region Oppeln hinausstrahlt – weswegen das Jubiläumskonzert in Bad Salzbrunn organisiert wurde und ein weiteres in Allenstein im September geplant ist.

Ein Zeichen der Menschlichkeit: Pflege von Soldatengräbern

Ein Höhepunkt war die Verleihung der Ehrenmedaillen, Ehrennadeln und Urkunden. Unter den Ausgezeichneten befand sich Zbigniew Krzywański von der DSKG Breslau, der für eine besondere Initiative der Menschlichkeit geehrt wurde: die Pflege deutscher Soldatengräber.

Ein verdienter Moment: Zbigniew Krzywański (DSKG Breslau) wird für sein außergewöhnliches Engagement geehrt.
Foto: Stefani Koprek-Golomb

Er beschrieb den Einsatz seiner Gruppe am 1. November: „Der Wecker klingelt in unserer Gruppe am 1. November immer um 4 Uhr morgens. Wir kaufen Grablichter und Blumen und legen sie auf alle Gräber von Wehrmachtsoldaten auf dem Friedhof in der ulica Grabiszyńska und danach fahren wir zu dem großen Soldatenfriedhof nach Groß Nädlitz. Das ist eine Initiative, die bereits in den 90er-Jahren ihren Anfang nahm, als die Zeiten noch schwierig waren. Mein Kollege hat einen Campingtisch mit einer Gasflasche, somit haben wir eine mobile Vorrichtung, um die Lichter mithilfe eines Gasbrenners effizient zu entzünden.“

2.v.l. Zbigniew Krzywański von der DSKG Breslau.
Foto: Stafani Koprek-Golomb

Für ihn ist dieser Dienst eine Herzensangelegenheit, die nun – nach Jahrzehnten der Initiative, im Regen und Schnee – offizielle Anerkennung fand.

DFK Bodland: Eine Gemeinschaft mit Herz und Zukunft

Auch Anna Wyrwich, Vorsitzende des DFK Bodland, die mit der Ehrennadel ausgezeichnet wurde, zeigte sich tief bewegt. Sie führt die Arbeit ihrer Eltern fort und sieht im DFK mehr als nur einen Verein: „Diese Auszeichnung ist für mich eine große Ehre und ein Moment des Innehaltens. Wenn ich auf die lange Liste all dessen blicke, was wir über die Jahrzehnte erreicht haben, wird mir erst bewusst, wie weit der Weg war – von den Anfängen 1990, als meine Eltern uns das Erbe der deutschen Sprache und Identität unter schwierigen Bedingungen weitergaben, bis heute“, sagt sie.

Anna Wyrwich, Vorsitzende des DFK Bodland bekommt von Rafał Bartek die Ehrennadel überreicht.
Foto: Stefani Koprek-Golomb

Anna Wyrwich ist dem DFK-Vorstand sehr verbunden: „Doch alles, was wir im DFK Bodland bewegen konnten, ist niemals das Werk einer Einzelperson. Es ist das Verdienst meines wunderbaren Vorstands, auf den ich mich zu einhundert Prozent verlassen kann. Wir sind in den letzten 19 Jahren zu einer reifen Familie zusammengewachsen, die sich blind vertraut, die Stärken und Schwächen des anderen kennt und in jeder Situation zusammenhält – weit über das rein Organisatorische hinaus. Ohne diese großartigen Menschen an meiner Seite wäre absolut nichts möglich gewesen.“

Mit ihrer Arbeit für die Deutschen in Polen möchte Anna Wyrwich nicht aufhören: „Mein Herzenswunsch ist es, dieses Feuer an die nächste Generation weiterzugeben. Identität und Sprache sind Werte, die das Leben reich machen. Mein Leitspruch dabei war und bleibt: ‚Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!‘ Ich bin zutiefst dankbar, Teil dieser Gruppe zu sein, die sich für mich wie engste Verwandtschaft anfühlt.“

Der VdG feierte sein 35-jähriges Bestehen mit einem Konzert in Bad Salzbrunn.
Foto: Stefani Koprek-Golomb

Der Abend in Bad Salzbrunn verdeutlichte, dass die deutsche Minderheit in Polen trotz aller Herausforderungen eine lebendige, selbstbewusste Gemeinschaft ist. Oder wie Rafał Bartek es zusammenfasste: „Als Verband schaffen wir den Rahmen, der dann von unseren Mitgliedsorganisationen genutzt werden kann.“ Es sind Menschen wie Zbigniew Krzywański und Anna Wyrwich, die diese Rahmen mit Leben füllen.

Bildergalerie:

Die besten Bilder vom Jubiläumskonzert des VdG

 

Fußballspektakel in München
Poprzedni artykuł

Fußballspektakel in München