Seniorentreffen, Ausflüge und gemeinsame Aktivitäten schaffen im Projekt „Nicht-Selbst-Ständig“ weit mehr als nur Freizeitangebote: Sie fördern Freundschaften, gegenseitige Unterstützung und neue Lebensfreude im Alter. Mit dem Start der neuen Projektauflage in der Woiwodschaft Oppeln zeigt sich erneut, wie wichtig Gemeinschaft für die Lebensqualität vieler Seniorinnen und Senioren geworden ist.
„Diese Treffen sind ein Raum, in dem eine Gemeinschaft entsteht, die weit über die reinen Animationsangebote hinausgeht. Menschen, die sich manchmal nur vom Sehen kannten, lernen sich kennen, beginnen sich auch privat zu treffen und einander zu helfen. Auf diese Weise kommen sie aus Depression, Trauer und Einsamkeit heraus”, betont die Animatorin Roksana Odziomek.
Diese wenigen Sätze beschreiben gut die Atmosphäre rund um das Projekt „Nicht-Selbst-Ständig“, das ab dem 1. Juni in eine neue Auflage in der Woiwodschaft Oppeln startet. Es geht dabei nicht nur um Angebote und einen festen Veranstaltungsplan, sondern vor allem um Beziehungen, alltägliche Präsenz und ein Gefühl der Gemeinschaft, das für viele Seniorinnen und Senioren zu einem wichtigen Teil ihres Lebens geworden ist.

Gemeinsame Ausflüge und Workshops gehören zu den beliebtesten Angeboten der Seniorengruppen
Foto: privat
Das Projekt, dessen Hauptorganisator das Regionalzentrum für Sozialpolitik in Oppeln ist, wird in Zusammenarbeit mit der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien umgesetzt. Die SKGD ist als Partner für die Organisation von Animationsangeboten für Seniorinnen und Senioren in 10 Gemeinden der Region verantwortlich.
Integrations- und Organisationstreffen
Am vergangenen Mittwoch fand ein Treffen der Animatorinnen mit der Koordinatorin Magdalena Rosińska sowie dem Vorsitzenden der SKGD, Rafał Bartek, statt. „Dies ist bereits die vierte Auflage des Projekts, das von Anfang an auf großes Interesse stößt. Wir haben uns getroffen, um die neue Ausgabe zu besprechen, die im Juni startet und bis Dezember 2028 dauern wird. Wir haben darüber gesprochen, wie die Angebote aussehen werden, die Animatorinnen haben ihre Erfahrungen aus früheren Auflagen geteilt. Es war auch ein integratives Treffen, da sich nicht alle Damen zuvor kannten”, erklärt Magdalena Rosińska.
„Ich denke, unsere Seniorinnen und Senioren können sich schon gar nicht mehr vorstellen, dass diese Angebote einmal nicht mehr stattfinden. Wenn die Gemeinde diese Animationen nicht organisieren würde, gäbe es wahrscheinlich einen Protest.”
Barbara Szczęsny
In diesem Jahr werden die Animationsangebote für Seniorinnen und Senioren in 10 Gemeinden der Woiwodschaft Oppeln organisiert. In einigen Gemeinden werden sie in zwei Ortschaften umgesetzt, in anderen in einer.
Zwei neue Gemeinden, die in dieser Auflage dazukommen, sind Czissek und Zembowitz. In letzterer werden die Seniorinnen und Senioren mit einem Bus nach Radau gebracht – erklärt die Koordinatorin.
Die übrigen beteiligten Gemeinden sind: Himmelwitz, Deschowitz, Leschnitz (Raschowa), Chronstau, Krappitz (Körnitz), Dambrau (Chrosczinna / Muchenitz), Stubendorf (Stubendorf, Sucho-Danietz) sowie Murow (Neu Budkowitz, Friedrichsthal).
Sie wollen viel und können viel
Barbara Szczęsny arbeitet seit acht Jahren mit Seniorinnen und Senioren in der Gemeinde Chronstau. „Ich habe eine sehr aktive, energiegeladene Gruppe, die viel will und viel kann. Das gibt mir wiederum die Motivation, mich weiterzubilden und für sie interessante Angebote und neue Vorschläge zu suchen”, sagt die Koordinatorin.
Die Seniorinnen und Senioren unternehmen gerne Ausflüge und haben bereits viele Reisen hinter sich – unter anderem nach Krakau, Plesse und Breslau. Im vergangenen Jahr besuchten sie zudem Jubiläumskirchen.
Sie treffen sich von Montag bis Freitag zwischen 9.00 und 11.00 Uhr und nehmen an Bildungsangeboten, Gymnastik sowie generationenübergreifenden Begegnungen teil.
„Mit der Klubfamilie feiern die Seniorinnen und Senioren auch immer ihre Geburtstage, bringen Kuchen mit und verbringen gemeinsam Zeit. Zu solchen Veranstaltungen kommen immer die meisten Menschen – das ist für mich ein Beweis für den Erfolg des Projekts, denn es zeigt, dass echte Freundschaften entstanden sind”, betont Barbara Szczęsny.

Das Projekt „Nicht-Selbst-Ständig“ schafft Raum für Begegnungen, gegenseitige Unterstützung und soziale Teilhabe.
Foto: privat
Die Gruppe pflegt zudem Kontakte zu einer Partnergruppe aus Zátor, der tschechischen Gemeinde von Chronstau und besucht sich gegenseitig.
„Ich denke, unsere Seniorinnen und Senioren können sich schon gar nicht mehr vorstellen, dass diese Angebote einmal nicht mehr stattfinden. Wenn die Gemeinde diese Animationen nicht organisieren würde, gäbe es wahrscheinlich einen Protest”, sagt sie lachend.
Die dankbarste Gruppe
Roksana Odziomek leitet Angebote für Seniorinnen und Senioren in Chrosczinna und Muchenitz – jeweils zweimal pro Woche in jeder Ortschaft.
„Wir haben ein ganz breites Angebot: Bewegungsangebote mit einer Physiotherapeutin, Aerobic, Nordic Walking, Fitness sowie Kochworkshops. Die Seniorinnen und Senioren lieben klassische Angebote, probieren aber auch gern Neues aus”, sagt sie.
„Wir haben auch handwerkliche Angebote, und Kreativarbeit ist sehr beliebt, sogar bei den Männern”, zählt sie auf. Die Seniorinnen und Senioren arbeiten mit den DFK-Ortsgruppen zusammen und nehmen an Veranstaltungen der örtlichen Dörfer sowie des Zentrums für lokale Aktivität in Chrosczinna teil.
„Diese Treffen sind ein Raum, in dem eine Gemeinschaft entsteht, die über die Animationsangebote hinausgeht. Menschen, die sich früher nur vom Sehen kannten, lernen sich kennen, treffen sich privat und helfen einander, zum Beispiel indem sie sich zum Arzt fahren. So kommen sie aus Depression, Trauer und Einsamkeit heraus”, betont die Animatorin.
Auch Wünsche werden wahr. „Ich habe bereits zweimal eine einwöchige Reise ans Meer organisiert. Einige Menschen über 70 haben das Meer zum ersten Mal gesehen. Es gab Tränen der Rührung – ein unglaubliches Erlebnis für sie, aber auch für mich. Seniorinnen und Senioren sind die dankbarste Gruppe für diese Arbeit, weil sie auf Schritt und Tritt zeigen, wie sehr sie diese gemeinsame Zeit schätzen”, sagt Roksana Odziomek.
„Nicht-Selbst-Ständig“ – Entwicklung sozialer Dienstleistungen und unterstützender Angebote für nicht selbstständige Personen – IV. Auflage”.
Das Projekt wird aus dem Programm „Europäische Fonds für Oppeln 2021–2027” im Rahmen der Maßnahme 7.1 „Gesundheits- und Sozialdienste sowie Langzeitpflege” kofinanziert.