Lyck: Ein Drama in mehreren Akten

16 April 2026, 05:00 Kultur 13

Zu viele Tropfen

Wasser ist in Masuren ganz normal, aber nicht im Büro. Wasser im Wasserturm ist ebenfalls normal, aber nicht aus einem geplatzten Rohr. Der Verein „Masuren“ kämpft bereits seit zwei Monaten mit den Folgen des Schadens.

Zuerst das überflutete Büro

Als Urszula Sasińska – Vorsitzende der Gesellschaft der deutschen Minderheit „Masuren“ in Lyck – im Februar feststellte, dass ihr Büro durch ein gebrochenes Ventil am Boiler im Obergeschoss schwer überflutet worden war, ahnte sie nicht, dass dies erst der Anfang der Probleme war.

Das überflutete Büro sah zwar katastrophal aus, war aber nur der Auftakt zu einer zweiten schweren „Überschwemmung“ – im ehemaligen Wasserturm, dem heutigen „Museum des Wassertropfens“, das vom Verein „Masuren“ betrieben wird. Im Turm war ein Abflussrohr vom Dach gebrochen. Dieses Rohr befindet sich im Inneren des Turms und nicht – wie die meisten Dachrinnen – an der Außenwand des Gebäudes. Das Wasser vom Dach floss also ins Innere des Turms und nicht an dessen Außenwand entlang.

Da das Museum im Winter geschlossen ist, hatte das Wasser aus dem gebrochenen Rohr genügend Zeit, alle Etagen des Museums und damit auch die Sammlungen vollständig zu überfluten.

„Eine Tragödie“, fasst Urszula Sasińska mit einem Wort zusammen.

Reinigung des Museums nach der Katastrophe.
Foto: „Masuren”

Der Turm und weitere Probleme

Eine Tragödie, die das Drama des Vereins „Masuren“ einleitet. Der erste Akt ist das Büro, der zweite der Turm. Der dritte ist die Versicherungsgesellschaft, die die Zahlung einer Entschädigung für die Schäden verweigert hat, da der Verein keine aktuellen technischen Inspektionen seiner Objekte vorweisen kann. Und es ist bereits bekannt, dass allein die Materialien für die Renovierung des Büros 52.000 Zloty kosten.

„Wir haben die Aufräumarbeiten nach der Überflutung des Büros bereits abgeschlossen. Jetzt muss es erst einmal trocknen, und im Sommer werden wir uns um die Renovierung kümmern. Wir werden versuchen, so viel wie möglich selbst zu erledigen, um die Kosten zu senken, deshalb werden wir uns jeden Samstag treffen“, berichtet die Vorsitzende.

„Der Verein ‚Masuren‘ kämpft bereits seit zwei Monaten mit den Folgen des Schadens.”

Der Turm ist aufgrund seiner Höhe und seines Denkmalstatus eine wesentlich schwierigere Aufgabe. Und hier beginnt der nächste Akt des Dramas des Vereins „Masuren“. Der Besitzer einer Hebebühne lehnte den Auftrag ab, als er feststellte, dass der Boden am Turm zu weich ist, um ein schweres Fahrzeug zu tragen.

Um die Ursache für die Überflutung zu ermitteln, fand Urszula Sasińska eine Firma, deren Mitarbeiter wie ein Bergsteiger durch ein Fenster auf das Dach des Turms kletterte und dessen Zustand begutachtete. Aus seinem Bericht wissen wir, dass das zentrale Rohr schuld ist.

Die Decke im Büro.
Foto: „Masuren”

Kosten und Hoffnung auf Hilfe

Es muss jedoch nicht nur dieses Rohr ausgetauscht werden, sondern auch die Dachdeckung, die derzeit aus Dachpappe besteht und bereits undicht ist. Am besten wäre eine Abdeckung aus Kupferblech. Außerdem benötigt der Turm weitere kleinere Reparaturen sowie die Entfernung der durchnässten Teppichböden und die Trocknung der Räume und Möbel.

Die Teppiche und Läufer waren nur noch zum Wegwerfen geeignet.
Foto: „Masuren”

„Wir haben noch keinen Kostenvoranschlag und wissen nicht, wie viel das kosten wird, aber wir wissen bereits, dass es nicht wenig sein wird, denn das lässt sich nicht mit Hausmitteln bewerkstelligen. Deshalb werden wir überall, wo es möglich ist, nach Unterstützung und Hilfe suchen. Ich glaube, dass wir sie bekommen werden, und da unsere Mitglieder engagiert und aufopferungsvoll sind, werden wir nach und nach alles reparieren“, gibt die Vorsitzende nicht auf.

Die Renovierung des Turms und zuvor die Suche nach finanzieller Unterstützung werden sicherlich der nächste Akt des Dramas des Vereins „Masuren“ sein.

Lech Kryszałowicz

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