Deutsche Minderheiten in Europa

18 Februar 2026

In unserer Reihe „Deutsche Minderheiten in Europa“ blicken wir über Grenzen hinaus und beleuchten, was die deutschen Minderheiten in ganz Europa bewegt.

Neues Jahrbuch der Rumäniendeutschen

Die Rumäniendeutschen entschlossen in das neue Jahr mit einer Publikation zu gehen. Im Jahrbuch 2026 versucht man vor allem auf die Frage zu antworten, was die Volksgruppe demnächst erwartet. Diese Prognose umfasst nahezu 300 reich illustrierte Seiten. Sie zeichnet ein vielschichtiges Bild der deutschen Minderheit in Rumänien – zwischen politischer Sorge und kultureller Zuversicht. Kern des Buches sind Artikel von verschiedenen Aktivisten, die entweder im Mittelpunkt der rumäniendeutschen Arbeit sind oder ihr nahestehen. Im Mittelpunkt steht dabei der Appell and die Gruppe zum Durchhalten.

DFDR-Vorsitzender Paul-Jürgen Porr warnt vor wirtschaftlich schwierigen Zeiten und politischen Entwicklungen, die Minderheitenrechte schwächen könnten. Gleichzeitig betont er die stabile Organisation und das gewachsene Ansehen des Forums, das sich weiterhin als aktiver politischer Akteur versteht. Der Abgeordnete Ovidiu Ganţ hingegen sieht wichtige Impulse, etwa für Investitionen und sicherheitspolitische Zusammenarbeit. Neben Politik prägen Geschichte, Wissenschaft und Alltagskultur das Jahrbuch. Jubiläen, persönliche Lebensgeschichten, Erinnerungen an Deportationen sowie Porträts engagierter junger Menschen zeigen die Vielfalt der Gemeinschaft. Berichte über unlängst durchgeführte Festivals, Fotoprojekte und literarische Beiträge sind ebenfalls vorhanden. Mehr Informationen zu Betellungen findet man auf siebenbuerger.de. Quelle: siebenbuerger.de.

Jahrbuch der Rumäniendeutschen 2026.
Foto: siebenbuerger.de.

 

Deutsche aus der Slowakei danken dem BMi

Die deutsche Minderheit in der Slowakei hat sich offiziell bei dem Bundesministerium des Inneren für die langjährige Unterstützung bedankt. Anlass dafür war die kontinuierliche Förderung, die es dem Karpatendeutschen Verein ermöglicht hat, seine Arbeit über viele Jahre hinweg stabil und wirkungsvoll fortzuführen. Nach Angaben des Vereins habe die Hilfe aus Deutschland entscheidend dazu beigetragen, kulturelle Angebote, Sprachpflege sowie das gesellschaftliche Miteinander in den verschiedenen Regionen des Landes zu sichern und auszubauen. Die bereitgestellten Mittel wurden gezielt dort eingesetzt, wo konkreter Bedarf bestand. So konnten unter anderem Vereinsheime instandgesetzt, technische Ausstattung erneuert und Arbeitsbedingungen für lokale Gruppen deutlich verbessert werden.

Auch die musikalische und folkloristische Arbeit profitierte spürbar von der Förderung, etwa durch neue Instrumente für Chor- und Tanzgruppen. Als besonders wertvoll wird zudem die Anschaffung eines Vereinsfahrzeugs beschrieben. Dieses erleichtert die Teilnahme an Veranstaltungen, Bildungsangeboten und Begegnungen erheblich, vor allem für Mitglieder aus kleineren Ortschaften, und stärkt so den inneren Zusammenhalt der Gemeinschaft. Über die finanzielle Dimension hinaus versteht der Verein die Unterstützung aus Berlin als Zeichen der Wertschätzung und des Vertrauens. Quelle: karpatenblatt.sk.

 

Reichhaltiges Programm beim Sudetendeutschen Tag

Schon im Mai dieses Jahres wird in Tschechien der Sudetendeutsche Tag gefeiert. Das volle Programm ist mittlerweile bekannt.
Genau findet das Projekt vom 22. Bis zum 25. Mai statt. Erstmal rückt dabei Brünn als Austragungsort in den Mittelpunkt. Die Organisatoren setzen dabei auf eine Mischung aus Gedenken, Dialog und kultureller Vielfalt. Unter dem Leitgedanken „Alles Leben ist Begegnung“ startet die Veranstaltung am Freitagmittag mit Musik, Tanz und einem offenen Begegnungsnachmittag im Park am Mährischen Platz. Am Abend folgt ein festlicher Programmpunkt: die Verleihung der Sudetendeutschen Kulturpreise. Am Samstagmorgen findet ein Gedenkakt für die Opfer des Brünner Todesmarsches in Pohořelice statt, anschließend führt ein Versöhnungsmarsch bis nach Brünn. Ab dem späten Vormittag öffnen die Messehallen ihre Türen. Dort erwartet die Gäste ein vielfältiges Tagesprogramm mit Vorträgen, Diskussionsrunden, Lesungen, Filmbeiträgen, Buchpräsentationen sowie musikalischen Darbietungen. Der Abend klingt mit traditioneller Musik und Tanz aus Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien aus. Am Pfingstsonntag beginnen ökumenische Gottesdienste auf dem Messegelände. Höhepunkt ist die zentrale Kundgebung mit Redebeiträgen von Bernd Posselt sowie dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und Gästen aus Politik und Gesellschaft. Ein Konzert im Brünner Dom beschließt den Tag. Am Montag folgt zum Abschluss ein weiterer Gedenkakt im Kaunitz-Wohnheim, der den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet ist.
Quelle: landesecho.cz.

 

Bundespräsident erinnert an die Ungarndeutschen

Eine wichtige Ehrung ging unlängst in Richtung der vertriebenen Ungarndeutschen. Zum 80. Jahrestag der Ereignisse, bei denen sie zwangsweise umgesiedelt wurden, sprach Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier über die Bedeutung der Erinnerung an diese Zeit. Am 19. Januar in München wurde damit an das Schicksal von Hunderttausenden erinnert, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat verloren haben. Zwischen 1946 und 1948 wurden rund 225.000 Menschen deutscher Herkunft aus Ungarn enteignet und unter oft unmenschlichen Bedingungen nach Deutschland deportiert. Viele fanden schließlich in Bayern und Baden-Württemberg eine neue Bleibe, andere gelangten in die damalige sowjetische Besatzungszone, insbesondere nach Sachsen. Bereits zuvor waren Zehntausende zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion verschleppt worden, viele von ihnen kehrten nie zurück.

Frank-Walter Steinmeier.
Foto: Tobias Kleinschmidt/Wikimedia Commons.

Bei der Gedenkveranstaltung trafen Steinmeier und Ungarns Präsident Tamás Sulyok zusammen und setzten gemeinsam ein Zeichen der Versöhnung. Beide würdigten den Beitrag der Vertriebenen zum Wiederaufbau Deutschlands und ihre Rolle als Brückenbauer zwischen den Nationen. Der ungarische Staat hat sich zu dem Thema in den vergangenen Jahrzehnten klar zu dem begangenen Unrecht bekannt, unter anderem durch die Einführung eines nationalen Gedenktages.
Quelle: bundespraesident.de.

 

Dänemark erweitert Einfluss der Sprachencharta

Der dänische Staat hat einen weiteren Schritt in Richtung Unterstützung der nationalen Minderheiten gemacht. Für die dort lebenden Volksgruppen werden die Beschlüsse der Charta der Regional- oder Minderheitensprachen des Europarates in Zukunft signifikant erweitert. Ziel der neuen Regelungen ist es, Deutsch stärker im öffentlichen Alltag zu verankern.

Vertreter des Bundes Deutscher Nordschleswiger sprechen von einem spürbaren Schritt nach vorn. Zwar seien nicht alle Wünsche vollständig erfüllt worden, doch die neuen Verpflichtungen gingen klar über das bisher Erreichte hinaus. Vor allem Behörden, Gerichte und kommunale Einrichtungen sollen der deutschen Sprache künftig mehr Raum geben. Besonders wichtig ist dabei die neue Verbindlichkeit für Städte und Gemeinden. Was früher oft vom Entgegenkommen einzelner Verwaltungen abhing, wird nun rechtlich abgesichert. So können Anliegen häufiger auf Deutsch vorgebracht und Dokumente auch zweisprachig genutzt werden. Konkret umfasst das Paket unter anderem mehr Angebote in deutschen Vor- und Grundschulen, die Nutzung der Sprache vor Gericht, deutschsprachige amtliche Unterlagen, die offizielle Anerkennung traditioneller Ortsnamen sowie eine stärkere Berücksichtigung des Deutschen in öffentlichen Debatten und staatlich regulierten Bereichen.
Quelle: nordschleswiger.dk.

 

Rumäniens Premierminister spricht über die deutsche Minderheit

Ein wichtiges Treffen absolvierten unlängst Bundesbeauftragter zu Minderheitenfragen Bernd Fabritius und der rumäniendeutsche Abgeordnete Ovidiu Ganț. Beide Herren Trafen sich im Bundestag mit dem Premierminister Rumäniens. Den Austausch, der rund eine Stunde dauerte wurde von allen Seiten als konstruktiv beschrieben. Im Mittelpunkt standen aktuelle Fragen der deutsch-rumänischen Beziehungen. Diskutiert wurden unter anderem Möglichkeiten zur Vertiefung der wirtschaftlichen Kooperation, Aspekte der inneren Sicherheit sowie gemeinsame Projekte im Bereich Digitalisierung.

Ein besonderer Fokus lag zudem auf der Situation der deutschen Minderheit in Rumänien und ihrer Bedeutung als Brücke zwischen beiden Staaten. Bernd Fabritius verwies auf die Ergebnisse der jüngsten Sitzung der Deutsch-Rumänischen Regierungskommission, die im Herbst 2025 in Bukarest tagte. Dabei hob er vor allem die Wichtigkeit langfristiger Förderung, den Erhalt des muttersprachlichen Unterrichts, den Schutz kulturellen Erbes sowie Maßnahmen zur gesellschaftlichen Teilhabe hervor. Auch mediale Angebote in deutscher Sprache spielten in diesem Zusammenhang eine Rolle. Abschließend unterstrichen die Gesprächspartner den hohen Stellenwert des Minderheitenschutzes.
Quelle: aussiedlerbeauftragter.de.

Łukasz Biły

Schlesien Aktuell Kompakt 18.02.2026
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