Erinnerungskultur und Zukunftsfragen

Jahrestagung der SKGD in der Woiwodschaft Schlesien

26 Mai 2026, 05:00 Politik

Die Jahresversammlung der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen in der Woiwodschaft Schlesien in Lubowitz stand im Zeichen einer umfassenden Jahresbilanz, der Diskussion über strukturelle und finanzielle Veränderungen ab 2026 sowie der einstimmigen Annahme aller Berichte und einer Resolution zur Sicherung des kulturellen Erbes der deutschen Minderheit. Im Mittelpunkt standen sowohl die Rückschau auf das Jubiläumsjahr 2025 als auch aktuelle Herausforderungen in den lokalen Strukturen.

Die Bevollmächtigte des schlesischen Woiwoden für nationale und ethnische Minderheiten, Magdalena Szewczuk-Szturc, hob in ihrem Grußwort die Bedeutung des Dialogs und der Zusammenarbeit mit der SKGD hervor. Sie betonte ausdrücklich die Verlässlichkeit der Organisation im gemeinsamen Handeln mit der Verwaltung: „Ich möchte die sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Gesellschaft hervorheben. Wir können bei vielen Projekten und Initiativen, die wir als Woiwodschaftsamt in Kattowitz umsetzen, stets auf Ihre Unterstützung zählen. Ihre Beteiligung ist für uns nicht nur hilfreich, sondern verleiht unseren Veranstaltungen zusätzlichen Wert und Sichtbarkeit.“

Bericht des Vorstandes: Jubiläen, Wandel und neue Rahmenbedingungen

Den Tätigkeitsbericht präsentierte der Vorsitzende Martin Lippa, ergänzt durch den Finanzbericht von Ewelina Piechulla sowie den Bericht der Revisionskommission durch Zygfryd Włodarz, der die Entlastung des Vorstandes beantragte.

„Das Jahr 2025 war für unsere Strukturen ein außergewöhnlich intensives und zugleich sehr bedeutendes Jahr.“
Martin Lippa, Vorsitzender des SKGD Schlesien

Lippa ging ausführlich auf die Entwicklung der Organisation im Jahr 2025 ein und verwies auf sowohl interne als auch gesellschaftliche Veränderungen. Besonders hob er die demografischen Herausforderungen in den DFK-Strukturen hervor sowie die bevorstehenden neuen Finanzierungsregeln ab 2026, die die Projektarbeit spürbar beeinflussen werden.

Er betonte zugleich die große Aktivität der Organisation auf allen Ebenen: „Das Jahr 2025 war für unsere Strukturen ein außergewöhnlich intensives und zugleich sehr bedeutendes Jahr. Wir haben nicht nur tausende kulturelle Projekte umgesetzt, sondern auch gezeigt, dass unsere Ortsgruppen trotz zunehmender Herausforderungen weiterhin äußerst aktiv und engagiert arbeiten.“

Der SKGD-Vorsitzende Martin Lippa präsentierte den Tätigkeitsbericht für 2025 und ging dabei unter anderem auf die demografischen Herausforderungen in den DFK-Strukturen ein.
Foto: Redaktion Mittendrin

Im Mittelpunkt seines Berichts standen auch die großen Jahresthemen: das 35-jährige Bestehen der DFK-Strukturen sowie die Erinnerung an die Oberschlesische Tragödie und das 80. Jubiläum des Endes des Zweiten Weltkrieges. Dazu sagte Lippa: „Diese Gedenkjahre sind für uns nicht nur historische Markierungen, sondern sehr persönliche und kollektive Erfahrungen. Während für viele Menschen das Kriegsende mit Befreiung verbunden war, bedeutete es für unsere Gemeinschaft oft tiefgreifende Brüche, Verluste und langfristige Folgen, die wir bis heute spüren.“

Einstimmige Beschlüsse und lokale Debatten

Alle vorgelegten Berichte wurden einstimmig angenommen, ebenso die Entlastung des Vorstandes. Auch die Resolution zur „Wahrung der historischen Wahrheit und Sicherung des kulturellen Erbes der deutschen Minderheit in Polen“ fand breite Zustimmung ohne Gegenstimmen.

In der Diskussion wurden insbesondere die zweisprachigen Ortstafeln thematisiert. Vertreter des Kreisverbands Ratibor  Regina Malcharczyk und Wolfgang Chrobok schildern die anhaltenden Probleme in Groß Peterwitz, wo das Verfahren trotz früherer Anträge weiterhin nicht abgeschlossen ist.

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Anita Pendziałek, DFK-Vorsitzende in Gammau, verwies in diesem Zusammenhang auf die Situation in ihrer eigenen Gemeinde Rudnick, wo die Einführung der zweisprachigen Beschilderung für das Jahr 2027 vorgesehen ist. Die Ausschreibungen sollen im Herbst starten, um die Maßnahme rechtzeitig in den Haushalt aufzunehmen. Während die Umsetzung in den meisten Ortschaften geplant ist, bestehen in Gregorsdorf und Herzoglich Ellguth weiterhin Schwierigkeiten bei der Festlegung der deutschen Ortsnamen.

Fazit: Geschlossene Strukturen, offene Fragen

Die Jahrestagung zeigte eine Organisation, die ihre kulturelle und erinnerungspolitische Arbeit konsequent fortsetzt und zugleich vor neuen strukturellen Rahmenbedingungen steht. Trotz einstimmiger Beschlüsse wurde deutlich, dass insbesondere Finanzierungsfragen, demografischer Wandel und die Sichtbarkeit der Minderheit in den Gemeinden zentrale Herausforderungen der kommenden Jahre bleiben.

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