Musik, Sprache und gemeinsames Singen verbanden die Teilnehmer der Sommeredition des Workshops „Singen im Zentrum“ in Oppeln. Unter den Teilnehmern waren sowohl erfahrene Chorsängerinnen als auch Personen, für die das Treffen eine Gelegenheit bot, neue Wege der Arbeit mit Stimme und Rhythmus zu entdecken.
Am 19. August fand im Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen, einer Abteilung der Wojewodschaftsbibliothek in Oppeln, die Sommeredition des Workshops „Singen im Zentrum“ („Singen im Zentrum – Sommeredition“) statt. Geleitet wurde das Treffen von Oskar Koziołek-Goetz. Das Konzept verband Musik mit dem Erlernen der deutschen Sprache. Deutschkenntnisse waren jedoch nicht erforderlich, da der Workshop zweisprachig durchgeführt wurde.
29 Jahre mit Musik
An den Workshops nahm Regina Malcharczyk teil, die seit 29 Jahren singt. Ihr Interesse an der Musik begann bereits in ihrem Elternhaus. Ihr Vater und ihre älteste Schwester, die Organistin war, spielten und sangen häufig. Im Haus stand ein Klavier, an dem die Familie an Feiertagen und Geburtstagen zusammenkam.
Zum Workshop kam sie, nachdem sie von der deutschen Minderheit in Ratibor davon erfahren hatte. Wie sie erzählt, beschloss sie praktisch sofort gemeinsam mit einer Freundin, dass es sich lohnen würde, nach Oppeln zu fahren. Besonders gefiel ihr die Möglichkeit, etwas Neues zu lernen und das Singen aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
Für Regina Malcharczyk hat das Singen jedoch eine Bedeutung, die über Auftritte hinausgeht. „Der Chor trifft sich jede Woche, und das gemeinsame Singen gibt den Teilnehmerinnen Freude und ein Gefühl der Gemeinschaft“, betont sie.

Oskar Koziołek-Goetz betonte, dass der Chor Cantate die neuen Aufgaben sehr gut gemeistert habe und seine Mitgliederinnen konzentriert und offen für das Lernen gewesen seien.
Foto: Stefani Koprek-Golomb
Den Chor Cantate aus Pawlau (Woiwodschaft Schlesien) leitet seit 18 Jahren Gabriela Grytner, die gemeinsam mit den Chormitgliedern ebenfalls am Workshop teilnahm. Zuvor war sie selbst zwei Jahre lang Chormitglied, bevor sie die Funktion der Chorleiterin übernahm. Seitdem ist sie für die Vorbereitung des Ensembles auf Konzerte und Auftritte verantwortlich. Wie sie betont, gibt es vor wichtigen Veranstaltungen mehr Proben. „Die wichtigste Aufgabe ist, das Repertoire so vorzubereiten, dass der gesamte Chor wie ein einziger Organismus klingt“, sagt die Chorleiterin.
Das Repertoire von Cantate ist vielfältig. Das Ensemble führt unter anderem christliche Lieder und Melodien auf, singt bei deutschsprachigen Gottesdiensten, Festivals und Veranstaltungen in der Region. Außerdem vertritt der Chor Pawlau bei lokalen Feierlichkeiten.
Für die Chorleiterin ist die Vorbereitung eines Stücks ein Prozess, der mit dem Zuhören und der Suche nach dem richtigen Klang beginnt. Erst nach vielen Stunden der Proben kommt der Moment, in dem alles wirklich zusammenzuwirken beginnt. Dann, wie Gabriela Grytner zugibt, stellen sich Zufriedenheit und das Gefühl ein, dass sich die Mühe gelohnt hat.
Von Breslau bis Copacabana
Der Workshopleiter Oskar Koziołek-Goetz bereitete für die Teilnehmerinnen zwei sehr unterschiedliche Stücke vor. Das erste war das Lied „Sommerwetter“ aus dem 17. Jahrhundert, das mit Breslau verbunden ist. Das zweite war ein wesentlich modernerer und unterhaltsamer Kanon über Hitze und Coca-Cola am Strand von Copacabana in Rio de Janeiro.

„Ausgangspunkt bei der Planung der Workshops war die Frage, wer daran teilnehmen würde. Ich wusste, dass ein Chor dabei sein würde, deshalb beschloss ich, einen Teil der Arbeit darauf aufzubauen und gleichzeitig die übrigen Teilnehmerinnen einzubeziehen“, erklärt Oskar Koziołek-Goetz.
Foto: Stefani Koprek-Golomb
„Diese Vielfalt war beabsichtigt. Ausgangspunkt bei der Planung der Workshops war die Frage, wer daran teilnehmen würde. Ich wusste, dass ein Chor dabei sein würde, deshalb beschloss ich, einen Teil der Arbeit darauf aufzubauen und gleichzeitig die übrigen Teilnehmerinnen einzubeziehen“, erklärt Oskar Koziołek-Goetz.
„Die wichtigste Aufgabe ist, das Repertoire so vorzubereiten, dass der gesamte Chor wie ein einziger Organismus klingt“, sagt Gabriela Grytner, Chorleiterin von Cantate.
Die Arbeit mit dem erfahrenen Ensemble ermöglichte es, nicht nur das Singen, sondern auch Rhythmus, Melodie und Zusammenarbeit zu üben. Oskar Koziołek-Goetz betonte, dass der Chor Cantate die neuen Aufgaben sehr gut gemeistert habe und seine Mitgliederinnen konzentriert und offen für das Lernen gewesen seien. Davon konnten auch die übrigen Teilnehmerinnen profitieren.
Die Workshops wurden von der Wojewodschaftsbibliothek in Oppeln, dem Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen sowie dem Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) organisiert. Die Veranstaltung wurde aus Mitteln der Woiwodschaft Oppeln finanziert.