Das vergangene Wochenende in Oppeln stand ganz im Zeichen von Kunst, Musik und internationaler Verständigung. Im Programm der Oppelner Nacht der Kultur war das Projekt „Jazz First“ verankert, organisiert vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit sowie dem Verein United in Jazz Darmstadt. Von Freitag bis Sonntag (26.–28. Juni) nahmen junge Musikerinnen und Musiker aus Polen und Deutschland gemeinsam an Workshops teil, improvisierten in Jam Sessions und bereiteten ein Abschlusskonzert vor, das dem Werk von Zbigniew Seifert gewidmet war.
Konzert als krönender Abschluss dreier Tage Zusammenarbeit
Der Höhepunkt des Projekts war das Sonntagskonzert „Jazz First Opolskie – Tribute to Zbigniew Seifert“, das in der Staatlichen Musikschule in Oppeln stattfand. Der Abend war in zwei Teile gegliedert. Zunächst präsentierten sich die Teilnehmenden der Workshops – junge Musiker aus Polen und Deutschland, die in den vorherigen Tagen gemeinsam am Repertoire gearbeitet hatten. Anschließend trat das Quartett von Mateusz Smoczyński auf, einem der bekanntesten Jazzgeiger. Obwohl die Geige nicht zu den Instrumenten gehört, die man als erstes mit improvisierter Musik verbindet, erhielt sie in der Interpretation dieses Ensembles eine völlig neue, hochmoderne Dimension. Das Konzert bot nicht nur die Gelegenheit, Interpretationen von Werken zu hören, die von Zbigniew Seifert inspiriert waren, sondern war zugleich ein Fazit der Zusammenarbeit der jungen Künstler, die sich erstmals genau in Oppeln begegneten.
Lucjan Dzumla: „Unsere Pläne sind langfristig. Wir beginnen mit dem ersten Konzert in Oppeln, im Herbst gehen wir zum Gegenbesuch nach Darmstadt, und langfristig möchten wir, dass sich diese Veranstaltung fest im Kalender etabliert und jedes Jahr stattfindet.“
Auf den Spuren von Zbigniew Seifert
Die diesjährige Ausgabe des Projekts war Zbigniew Seifert gewidmet – einem herausragenden polnischen Jazzgeiger, der viele Jahre auch in Deutschland lebte und wirkte. – „Das diesjährige Leitmotiv ist die Musik von Zbigniew Seifert, einem der bedeutendsten und bekanntesten Jazzgeiger seiner Zeit“, erklärt Lucjan Dzumla, Generaldirektor des Hauses der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit. Das Projekt begann am Freitag mit der Vorführung des Dokumentarfilms „Zbigniew Seifert – Unterbrochene Reise“ in der Stadtbibliothek Oppeln. Die Filmvorführung fand im Rahmen der Oppelner Nacht der Kultur statt und bildete den Auftakt zu den weiteren Veranstaltungen des Wochenendes.

Der Höhepunkt des Projekts war das Sonntagskonzert „Jazz First Opolskie – Tribute to Zbigniew Seifert“, das in der Staatlichen Musikschule in Oppeln stattfand. Foto: HDPZ
Gemeinsames Musizieren ohne Grenzen
Der Samstag war von Workshops für junge Musiker aus Polen und Deutschland geprägt. Wie Lucjan Dzumla betont, kamen die Teilnehmenden nicht zufällig aus Mainz. – „Interessanterweise kamen unsere Gäste aus Mainz, also der Hauptstadt der Partnerregion der Woiwodschaft Oppeln.“ Die Ergebnisse dieser Arbeit waren bereits am folgenden Tag im Abschlusskonzert zu hören. Bevor die Teilnehmenden jedoch die große Bühne betraten, trafen sie sich im Klubcafé OPO zu einer offenen Jam Session. Diese bot Raum für freie Improvisation und ungezwungenes Musizieren jenseits des Workshop-Formats. Für viele wurde dieser Teil des Projekts zu einem wichtigen Raum des gegenseitigen Kennenlernens und musikalischen Austauschs.

Der Samstag war von Workshops für junge Musiker aus Polen und Deutschland geprägt. Foto: HDPZ
Ein Projekt mit Zukunftsvision
„Jazz First“ ist Teil des 35. Jahrestags des Vertrags über gute Nachbarschaft zwischen Polen und Deutschland. Die Organisatoren betonen jedoch, dass das Projekt nicht lediglich eine Begleitveranstaltung sein soll, sondern einen Raum für echte Zusammenarbeit junger Musiker aus beiden Ländern schaffen möchte. – „Unsere Pläne sind langfristig. Wir beginnen mit dem ersten Konzert in Oppeln, im Herbst gehen wir zum Gegenbesuch nach Darmstadt, und langfristig möchten wir, dass sich diese Veranstaltung fest im Kalender etabliert und jedes Jahr stattfindet“, kündigt Lucjan Dzumla an. Sollten die Pläne der Organisatoren umgesetzt werden, könnte die diesjährige Ausgabe von „Jazz First“ den Beginn einer neuen Tradition deutsch-polnischer Musikbegegnungen markieren, deren gemeinsame Sprache der Jazz bleibt.