Der Name Ignaz Reimann lässt das Herz vieler Freunde der Glatzer Kultur höherschlagen. Umso bemerkenswerter ist es, dass in Albendorf und Rengersdorf jedes Jahr das musikalische Erbe des Kirchenmusikers und Komponisten gepflegt wird – einer der bedeutendsten Musikschaffenden der Grafschaft Glatz.
Ignaz Reimann wurde 1820 in Albendorf geboren und starb 1885 in Rengersdorf. Beide Orte halten sein Andenken lebendig. Auch in diesem Jahr fand vom 12. bis 14. Juni 2026 das inzwischen 25. Reimann-Festival in Albendorf statt und stieß erneut auf großes Interesse.

Besonders beeindruckte auch der Auftritt des Posener Jugendchores, der sowohl traditionelle Kir-chenmusik als auch moderne Stücke präsentierte. Foto: DFK Glatz
Hochkarätiges Musikprogramm
Das Programm der drei Festivaltage bot erneut ein sehr hohes musikalisches Niveau. Bereits am Freitag eröffneten Prof. Piotr Rojek an der Orgel sowie Prof. Ryszard Żołędziewski am Saxophon die Konzertreihe eindrucksvoll.
Auch die Chöre „Cantus“ aus Albendorf und „NEM“ aus Breslau überzeugten mit einem breiten Repertoire und großer musikalischer Qualität.
Der ursprünglich am Kalvarienberg geplante Chorgesang musste aufgrund des Wetters kurzfristig in die Basilika verlegt werden. Dort zeigte sich jedoch schnell: Der Atmosphäre schadete das keineswegs. Am Abend begeisterte die traditionelle Illumination der Basilika bei schließlich trockenem Wetter erneut das Publikum.
Durch das Programm führten Zygmunt Pchaleh und Dr. Sylwia Jagodka.
Horst Ulbrich und Peter Becker: „Wir vom DFK Glatz sind bereit, weiterhin für die deutsche Kultur in Niederschlesien zu arbeiten. Ohne finanzielle Unterstützung sind solche herausragenden Veranstaltungen jedoch nicht möglich“.
Feierliche Messe und junge Stimmen

Ein Höhepunkt des Wochenendes war die Sonntagsmesse mit Bischof Mendyk aus Schweidnitz. Foto: DFK Glatz
Ein Höhepunkt des Wochenendes war die Sonntagsmesse mit Bischof Mendyk aus Schweidnitz, die von den Besuchern mit großer Begeisterung aufgenommen wurde.
Besonders beeindruckte auch der Auftritt des Posener Jugendchores, der sowohl traditionelle Kirchenmusik als auch moderne Stücke präsentierte. Die jungen Sänger überzeugten mit klaren, hellen Stimmen und sicherer Intonation auch in hohen Lagen.
Internationale Gäste und familiäre Verbundenheit
Auch in diesem Jahr nahmen mehrere Nachkommen von Ignaz Reimann aktiv am Festival teil. Trotz der in Europa verstreuten Familiengeschichte reisen einige jedes Jahr in die Grafschaft, um das musikalische Erbe ihres Vorfahren zu ehren.
So legte etwa Julia Kaven erneut die weite Strecke aus Zürich über Berlin zurück, um Christl Kaven abzuholen und gemeinsam nach Albendorf zu reisen.
Während die Zahl der Besucher aus Deutschland in diesem Jahr geringer ausfiel und auch eine traditionelle Pilgergruppe nicht teilnehmen konnte, waren Basilika und umliegende Gänge dennoch gut gefüllt. Das Publikum aus Polen und Tschechien sorgte für eine lebendige und internationale Atmosphäre.
Kulturelles Engagement des DFK
Der DFK unterstützte das Festival auch 2026 erneut mit 5.000 PLN. Angesichts der wachsenden finanziellen Herausforderungen bleibt zu hoffen, dass auch weitere Förderer dem Festival treu bleiben.
Gleichzeitig wird deutlich, dass die Erinnerung an Ignaz Reimann und das kulturelle Erbe der Grafschaft Glatz heute vor allem durch das Engagement des DFK Glatz sowie durch Interessierte aus Polen und Tschechien lebendig gehalten wird. In deutschen Medien findet dieses Erbe weiterhin nur wenig Beachtung.
Umso wichtiger bleibt die Aufgabe, die kulturelle Kommunikation des Glatzer Erbes stärker zu fördern und langfristig zu sichern.
Ausblick
Die Organisatoren hoffen, dass die Reimann-Veranstaltungen auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden können – sowohl in Albendorf als auch in Rengersdorf im September.
„Wir vom DFK Glatz sind bereit, weiterhin für die deutsche Kultur in Niederschlesien zu arbeiten. Ohne finanzielle Unterstützung sind solche herausragenden Veranstaltungen jedoch nicht möglich“, so die Veranstalter, Horst Ulbrich und Peter Becker vom DFK Glatz.
Abschließend danken der DFK Glatz und die Organisatoren allen Spendern und Sponsoren, die kulturelle und soziale Projekte in der Grafschaft weiterhin ermöglichen.
DFK Glatz