Im Jahr 2003 wurde in Werl sein Seligsprechungsprozess eingeleitet

Maximilian Kaller: Aus dem Kreis der großen Hirten

9 Juli 2026, 17:00 Kirche

Am 29. Juni 1947 hatte der ermländische Bischof Maximilian Kaller in Werl vor zehntausenden Flüchtlingen und Heimatvertriebenen, die unter widrigsten Umständen und unvorstellbaren Mühen nach Werl in Westfalen gekommen waren, seine letzte große Predigt gehalten. Bischof Kaller, der im Jahr zuvor von Papst Pius XII zum Vertriebenenbischof ernannt worden war, fühlte sich an jene beeindruckende Zahl von Pilgern erinnert, die seinem Aufruf zu den großen Glaubenskundgebungen im Bistum Ermland (Ostpreußen) gefolgt waren. Seine Worte wurden zu einem geistlichen Testament, da er nur wenige Tage später – am 7. Juli 1947 – in Frankfurt am Main verstarb.

Kaller appellierte an die Wallfahrer: „Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt! Tragt den Glauben, tragt die Liebe hinaus in das Land!”

Im Jahr 2003 wurde unter Mitwirkung des damaligen polnischen Erzbischofs von Ermland, Edmund Piszcz, in Werl ein Seligsprechungsprozess für Bischof Kaller eingeleitet.

Ausbildung und kirchlicher Aufstieg

Maximilian Joseph Johann Kaller wurde am 10. Oktober 1880 in Beuthen/Bytom in Oberschlesien geboren. Er besuchte das königliche Gymnasium in Beuthen. Sein Studium der Philosophie und Theologie absolvierte er an der Universität Breslau.

Das Grab von Bischof Kaller in Königstein im Taunus.    
Foto: PD

Die Priesterweihe empfing er am 20. Juni 1903 durch Kardinal Georg Kopp in der Kathedrale St. Johannes der Täufer in Breslau. Nach der Weihe arbeitete er in Groß Strehlitz/Strzelce Opolskie und hielt sich eine Zeit lang zur Kur in Landeck/Lądek-Zdrój auf. Nach seiner Genesung wurde er nach Bergen auf der Insel Rügen entsandt, wo er eine kleine katholische Gemeinde sowie Saisonarbeiter, vor allem aus Polen, betreute.

Am 4. Mai 1917 wurde er Pfarrer der Pfarrei St. Michael in Kreuzberg, einem Stadtteil Berlins. Dort entwickelte er eine besonders dynamische Seelsorge.

Bischof Maximilian Kaller prägte sein Wirken durch eine konsequente Seelsorge in schwierigen historischen Zeiten und bleibt eine bedeutende Gestalt der Kirche des 20. Jahrhunderts.

Bischof in schwieriger Zeit

Am 6. Juli 1926 wurde er zum Apostolischen Administrator in Tütz/Tuczno ernannt und ließ sich in Schneidemühl/Piła nieder, wo er auch Pfarrer der Heiligen Familie wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg waren viele Pfarreien durch die polnisch-deutsche Grenze geteilt.

Papst Pius XI erhob die entsprechende kirchliche Struktur 1923 zur Apostolischen Administration. 1930 wurde Kaller zum Bischof von Ermland mit Sitz in Frauenburg/Frombork ernannt.

Die Bischofsweihe empfing er am 28. Oktober 1930 in Schneidemühl, die Amtseinführung fand am 18. November 1930 im Dom zu Frombork statt. In seiner Amtszeit förderte er intensiv die Seelsorge sowie die Erstellung liturgischer Bücher wie „Lobet den Herrn“.

Kaller erkannte früh die Gefahr des Nationalsozialismus und kritisierte diese Entwicklung bereits vor der Enzyklika Mit brennender Sorge deutlich in einem Hirtenbrief. Daraufhin wurden kirchliche Einrichtungen verfolgt und geschlossen.

1942 bat er den Nuntius in Berlin sogar darum, seine Diözese verlassen zu dürfen, um im Konzentrationslager Theresienstadt seelsorgerisch tätig zu sein – sein Antrag wurde abgelehnt.

Im Februar 1945 wurde er von der Gestapo nach Danzig und später nach Halle gebracht. Nach dem Krieg kehrte er 1945 nach Frombork zurück, doch die polnischen Behörden verweigerten ihm die Staatsbürgerschaft.

Nach Gesprächen mit Kardinal August Hlond verzichtete er schließlich auf die Leitung der Diözese. Er ging nach Wiedenbrück.

1946 ernannte ihn Papst Pius XII zum Beauftragten für die deutschen Heimatvertriebenen. Er setzte sich konsequent für Versöhnung zwischen Deutschen und Polen ein und rief früh zur Vergebung auf.

Am 10. Juli 1947 starb er plötzlich an einem Herzinfarkt in Frankfurt am Main. Seine sterblichen Überreste wurden auf dem Friedhof in Königstein im Taunus beigesetzt.

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