Das vergangene Wochenende war für den Bund der Jugend der Deutschen Minderheit (BJDM) eine besondere Zeit. In Kandrzin-Cosel kamen die Mitglieder der Organisation zusammen, um nach zwei Jahren die vergangene Amtszeit zusammenzufassen und einen neuen Vorstand des BJDM zu wählen. Drei Tage voller Beratungen, Schulungen und Gespräche – ein Kapitel wurde abgeschlossen, damit ein neues beginnen kann.
Integration als Schlüssel zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit
Das Treffen begann am Freitagnachmittag mit einem Integrationsabend, an dem Mitglieder des BJDM, Mitarbeitende der Büros sowie der Vorstand teilnahmen. Dieser informelle Auftakt des Wochenendes gab den Teilnehmenden die Gelegenheit zu Gesprächen und dazu, vor den intensiveren Tagen noch einmal durchzuatmen.

Das Treffen begann am Freitagnachmittag mit einem Integrationsabend.
Foto: BJDM
Schulungen und Organisationsarbeit
Der Samstag hatte bereits einen deutlich arbeitsintensiven Charakter. Der Vormittag wurde durch einen Workshop zum Thema Selbstpräsentation und öffentliches Auftreten gestaltet, der von Dominika Bassek geleitet wurde. Die Teilnehmenden hatten die Möglichkeit, nicht nur Techniken für wirkungsvolles Sprechen kennenzulernen, sondern auch eigene Reden vorzubereiten und zu üben. Nach der Mittagspause folgte der strategische Teil. Gemeinsam mit Jakub Turański vertieften die Teilnehmenden ihr Wissen über die komplexen Organisationsstrukturen des BJDM – die Aufgaben der einzelnen Gremien, ihre Funktionsweise sowie Bereiche, die verbessert werden müssen. Die Diskussion endete mit einer gemeinsamen Reflexion darüber, wie die interne Kommunikation innerhalb der Organisation verbessert werden kann.
„Es ist schwierig, offen über Schwächen zu sprechen“, gibt Paulina Widera, Vorstandsvorsitzende des BJDM, zu. „Aber genau deshalb ist es so wichtig. Wenn wir uns als Organisation weiterentwickeln wollen, müssen wir wissen, woran wir arbeiten müssen.“

Drei Tage voller Beratungen, Schulungen und Gespräche.
Foto: BJDM
Wahl des neuen Vorstands
Der Höhepunkt des Wochenendes war der Sonntag: die Mitgliederversammlung und die Vorstandswahlen. Unter den eingeladenen Gästen befanden sich der deutsche Konsul in Oppeln, Peter Herr, die Vizemarschallin der Woiwodschaft Oppeln, Zuzanna Donath-Kasiura, sowie Rafał Bartek, Vorsitzender der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien.
„Es ist nicht leicht, offen über Schwächen zu sprechen, aber genau deshalb ist es so wichtig.”
Paulina Widera
Vor der Abstimmung präsentierten das BJDM-Büro, die Revisionskommission sowie der scheidende Vorstand ihre Tätigkeitsbereiche der vergangenen Jahre. Anschließend fanden die eigentlichen Wahlen statt. Der neue Vorstand des BJDM für die Amtszeit 2026–2028 setzt sich wie folgt zusammen:
Vorstandsvorsitzende – Paulina Widera
Stellvertretende Vorsitzende – Anna Franik-Przybyła und Florian Kostka
Schatzmeister – Jakob Polaczek
Sekretärin – Franciszka Dzumla
Vorstandsmitglieder – Emily Bartek, Daria Pisarek, Olga Gorzka, Dastin Karasiński
Paulina Widera ist in dieser Rolle kein neues Gesicht. Sie ist eine erfahrene Vorsitzende, die bereits zum zweiten Mal die Leitung der Organisation übernimmt. „Ich fühle mich geehrt, dieses Amt erneut ausüben zu dürfen“, sagt sie kurz nach der Wahl. „Ich bringe viel Energie und neue Ideen mit und freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem neuen Team.“
In der kommenden Amtszeit möchte die Vorsitzende vor allem ein breiteres Publikum erreichen und dafür sorgen, dass der BJDM ein Ort bleibt, an dem junge Menschen Raum für Entwicklung, Selbstverwirklichung, aber auch für gemeinsame Freude finden. Ebenso wichtig ist ihr die Fortführung dessen, was die Organisation bisher aufgebaut hat.

Bund der Jugend der Deutschen Minderheit (BJDM).
Foto: Stefani Koprek-Golomb
Wie geht es weiter?
Der BJDM ist eine Organisation, die seit Jahren Sprach-, Kultur- und Integrationsprojekte für die Jugend der deutschen Minderheit in Polen realisiert. Der neu gewählte Vorstand übernimmt das Steuer in einem Moment, in dem eine weitere arbeitsreiche Amtszeit hinter der Organisation liegt – und die nächsten zwei Jahre bereits vor ihr stehen.
Franciszka Dzumla