Zehn Tage Lernen und Spaß

So etwas wie das Sprachcamp geht immer

25 August 2026, 17:00 Bildung , Nachrichten

Es ist bereits zu einer langjährigen Tradition geworden, dass der Bund der Jugend der deutschen Minderheit in Polen (BJDM) Sommer-Sprachworkshops am Turawa-See veranstaltet. Auch in diesem Jahr war es nicht anders – die Teilnehmer erlebten ein zehntägiges Abenteuer mit der deutschen Sprache, die auf unterhaltsame Weise vermittelt wurde, aber auch mit konkretem, praktischem und im Alltag nützlichem Wissen.

Der Sprachworkshop im Rahmen der diesjährigen, bereits fünften Auflage des Sprachcamps wurde auf eine Weise gestaltet, die weit vom gewöhnlichen Schulunterricht entfernt war. So konnten die Teilnehmer ihre Sprachkenntnisse mithilfe von Brettspielen wie Cluedo verbessern. „Die Gruppe wird geteilt, und die zweite Gruppe muss dann auf die einzelnen Verdächtigen zugehen, von denen jeder ein Motiv hat, und ihnen auf Deutsch Fragen stellen. Auf diese Weise versuchen sie, den Fall zu lösen und herauszufinden, wer lügt und wer ein Motiv hatte, den Mord zu begehen“, erklärt Tobias Kamp, einer der Trainer des Sprachcamps, der für die A2-Gruppe zuständig ist.

So konnten die Teilnehmer ihre Sprachkenntnisse mithilfe von Spielen wie Cluedo verbessern.
Foto: Stefani Koprek-Golomb

„Wir organisieren verschiedene Workshops zu unterschiedlichen Themen, unter anderem zu Kriminalfällen, sowie zahlreiche Sprachanimationen, Bewegungsübungen und natürlich auch etwas Sport“, berichtet Florian Kerner, Vizevorsitzender des BJDM und einer der Betreuer des Sprachcamps. „Abends treffen wir uns immer alle zusammen, um gemeinsam Zeit zu verbringen und Spaß zu haben. Ich finde, die Atmosphäre hier ist einfach großartig. Das ist auch einer der Gründe, warum viele Leute nicht zum ersten Mal am Camp teilnehmen“, fügt Kerner hinzu. Gerade die Vielfalt der Workshops zeichnet das Sprachcamp seit Jahren aus. Das Angebot stößt nicht nur bei den Mitgliedern des BJDM, sondern auch bei jungen Leuten, die ein sprachliches und nicht nur sprachliches Abenteuer erleben möchten, auf großes Interesse.

„Die Teilnehmer erlebten ein zehntägiges Abenteuer mit der deutschen Sprache, die auf unterhaltsame Weise vermittelt wurde, aber auch mit konkretem, praktischem und im Alltag nützlichem Wissen.“

Auch die Teilnehmer betonen, wie hilfreich die verschiedenen Aktivitäten für das Sprachenlernen sind. „Es gibt hier viele Leute, die nur Deutsch sprechen. Dadurch ist es viel einfacher, die Sprachbarriere zu überwinden“, sagt Daniela Czeczor, eine Teilnehmerin des Sprachcamps, die bereits zum dritten Mal an dem Projekt teilnimmt. Daniela kommt jedes Jahr mit ihrer besten Freundin hierher, um – wie sie selbst sagt – gemeinsam Zeit zu verbringen, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und Spaß zu haben. Ihre Gruppe lernt Deutsch durch Schauspielworkshops und die Arbeit mit deutschen Märchen. „Wenn man Deutsch kann, werden viele Dinge einfacher und man hat mehr Möglichkeiten“, betont die Sprachcamp-Teilnehmerin.

Das Sprachcamp des BJDM am Turawa-See verbindet Sprachförderung mit Spiel, Bewegung und Gemeinschaft.
Foto: Stefani Koprek-Golomb

Nicht nur im Seminarraum findet das Leben statt. Im Rahmen des Projekts gab es auch Exkursionen – die jungen Teilnehmer besuchten Oppeln, wo sie an einer vom BJDM organisierten Stadtrallye teilnahmen und außerdem das Rathaus und den Piastenturm besichtigten. Eine besondere Attraktion war auch eine Kajaktour auf der Malapane.

„Ich denke, schon die Tatsache, dass das Sprachcamp bereits zum fünften Mal stattfindet, ist ein Erfolg, da das Projekt langfristig angelegt ist und auf großes Interesse bei den Teilnehmern stößt“, sagt Florian Kerner. Für den Bund der Jugend der deutschen Minderheit sind diese besonderen Workshops bereits ein fester Bestandteil des Jahresprogramms. Daher dürften auch im nächsten Jahr die Angebote des Sprachcamps nicht fehlen.

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