Es ist mehr als nur eine sportliche Höchstleistung: Eine Gruppe engagierter Radfahrer aus der Gemeinde Proskau (und nicht nur) hat sich heute auf den Weg in die hessische Partnerstadt Hünfeld gemacht. Die Tour steht ganz im Zeichen der deutsch-polnischen Freundschaft und schlägt eine Brücke zum deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag sowie zum kommenden großen Jubiläum.
Proskau/Hünfeld. Pünktlich um 8:00 Uhr morgens herrschte am Rathaus in Proskau große Aufbruchstimmung. Insgesamt 14 Personen schwangen sich heute auf ihre Fahrräder, um die erste Etappe in Angriff zu nehmen. Doch nicht alle haben die gesamte Strecke vor sich: Während die drei mitfahrenden Damen die Gruppe bis nach Görlitz begleiten und dort umkehren, planen acht Teilnehmer, die vollen 800 Kilometer bis nach Hünfeld durchzuziehen.
Ein Zeichen für die gute Nachbarschaft
Organisiert wurde die Reise gemeinsam vom DFK Proskau und dem Verein der Städtebruderschaft Proskau (Stowarzyszenie Braterstwa w Prószkowie). Die Idee hinter der Aktion ist tief in der Geschichte der beiden Orte verwurzelt. „Wir schließen uns mit dieser Fahrt den Feierlichkeiten zum deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrag an“, erklärt Norbert Rasch vom DFK Proskau. Zudem dient die Tour als symbolischer Auftakt für ein besonderes Ereignis: Im Jahr 2027 feiern Proskau und Hünfeld das 30-jährige Bestehen ihrer Partnerschaft.

Ein starkes Zeichen der Verbundenheit: Die Teilnehmer der Radtour kurz vor dem Abfahrt am Proskauer Rathaus. Die Fahrt steht ganz im Zeichen der deutsch-polnischen Freundschaft und des Nachbarschaftsvertrages.
Foto: Manuela Leibig
100 Kilometer pro Tag: Kondition und Charakter
Die Herausforderung ist groß: Mit durchschnittlich 100 Kilometern pro Tag will die achtköpfige Kerngruppe Hünfeld in 8 Tagen erreichen. Dabei setzt das Team auf eine Mischung aus Erfahrung und Begeisterung. Mit dabei ist unter anderem Roland Kulik von der Radlergruppe „Wandrussie“ aus Poppelau. Für ihn ist die Fahrt eine persönliche Herzensangelegenheit: „Mir fehlte genau dieser Abschnitt zwischen Proskau und Hünfeld noch in meiner Sammlung, nachdem ich bereits vier Jahre auf dem Jakobsweg unterwegs war. Jetzt ist die Gelegenheit da, diese Lücke zu schließen.“
Mut zum Abenteuer
Dass man für eine solche Reise nicht zwingend Profisportler sein muss, beweisen die Damen der Gruppe. Sylwia Szyndzielorz aus Zlattnik berichtet kurz vor dem Start: „Wir wollten einfach ein Abenteuer erleben und uns ein aktives Wochenende gönnen.“ Gemeinsam mit ihrer Nichte und einer Nachbarin bildet sie das Frauentrio, das die Gruppe über das Wochenende bis zur Grenze nach Görlitz begleitet, bevor sie am Sonntag die Heimreise antreten. Währenddessen radeln die Männer – darunter auch Sylwias Ehemann – weiter Richtung Hessen.
Partnerschaft, die bewegt
Die Gruppe ist bunt gemischt: Mitglieder des DFK, Bewohner der Gemeinde und Freunde der Region. Auch technisch ist man flexibel: Etwa die Hälfte ist mit E-Bikes unterwegs, die andere Hälfte vertraut auf reine Muskelkraft. Ein Begleitbus nimmt den Radlern die Last des schweren Gepäcks ab, sodass sie sich voll auf die Strecke konzentrieren können.

„Damit wir die Strecke nicht vergessen“, scherzt Artur Kluczny kurz vor dem Start. Auf den Rücken der offiziellen Tour-Shirts ist die gesamte 800-Kilometer-Route von Polen über Tschechien bis nach Deutschland detailgetreu abgebildet.
Foto: Manuela Leibig
Was man für so eine Tour am meisten braucht? „Den Willen“, ist sich die Gruppe einig. Teilnehmer wie Artur Kluczny vom DFK Winau, der bereits zum siebten Mal bei solchen Touren dabei ist, wissen, dass die Kameradschaft auf der Straße das Wichtigste ist. Wenn die acht Radler in Hünfeld ankommen, werden sie nicht nur 800 Kilometer in den Beinen, sondern vor allem ein starkes Signal für die gelebte deutsch-polnische Partnerschaft gesetzt haben.
Partnerschaft mit Geschichte
Die Städtepartnerschaft zwischen Proskau und Hünfeld besteht seit 1997. Im Jahr 2027 wird das 30-jährige Jubiläum gefeiert. Die aktuelle Radtour, unterstützt durch den DFK und den Bruderschaftsverein, unterstreicht die lebendige Verbindung zwischen den Bürgern beider Regionen im Sinne des europäischen Nachbarschaftsgedankens.