Das desaströse Ausscheiden der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft hat schwerwiegende Konsequenzen. Vier Tage nach dem misslungenen Achtelfinale trat Julian Nagelsmann unter dem Druck der DFB-Führung von seinem Amt als Bundestrainer zurück. Sein Nachfolger soll wohl der derzeit beste deutsche Trainer werden: Jürgen Klopp.
Julian Nagelsmann war mit großen Ambitionen in seine erste Weltmeisterschaft gestartet, noch mit den Erinnerungen an die zuvor in Deutschland ausgetragene Europameisterschaft im Gepäck. Doch dieser Plan scheiterte spektakulär. Der viermalige Weltmeister, der zuletzt 2014 triumphiert hatte, war bei den beiden vorangegangenen Turnieren jeweils bereits in der Vorrunde gescheitert – zum ersten Mal in seiner Geschichte.
Bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko schaffte die Mannschaft zwar den Gruppensieg, präsentierte sich dabei jedoch wenig überzeugend und erlitt im Achtelfinale eine schockierende Niederlage gegen den eher durchschnittlichen Gegner Paraguay. In dieser Partie zeigte Deutschland erneut einen behäbigen, altmodischen Fußball – ohne Dynamik, Überraschungsmomente, Spielfreude, Esprit und Selbstvertrauen. Es wirkte beinahe so, als wolle man das Turnier möglichst schnell hinter sich bringen.
Offizielle DFB-Mitteilung
Trotz der großen Enttäuschung nach der schmerzhaften Niederlage gegen Paraguay schloss Julian Nagelsmann einen Rücktritt zunächst aus. Doch nach einer langen Krisensitzung am Donnerstag in der DFB-Zentrale und unter dem Druck der Verbandsspitze wurde klar: Er muss seinen Posten räumen. Und so kam es – der 38-jährige Trainer ist nicht länger Bundestrainer.
„Jürgen Klopp hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, das Amt des Bundestrainers zu übernehmen.“
Laut offizieller Mitteilung des DFB bat Julian Nagelsmann in einem vertraulichen Gespräch mit den Verantwortlichen nach dem enttäuschenden WM-Auftritt um die Auflösung seines Vertrags. Diesem Wunsch wurde vom Präsidium und Aufsichtsrat entsprochen. Am Freitag fiel schließlich die einstimmige Entscheidung zur sofortigen Vertragsauflösung.
Neben Julian Nagelsmann – der eine millionenschwere Abfindung erhalten soll – verlassen auch seine Assistenten Benjamin Glück und Benjamin Hübner den DFB.
„In den letzten Tagen seit unserem Ausscheiden aus dem Turnier habe ich viel nachgedacht und mich mit vertrauten Personen aus meinem Umfeld sowie aus dem Verband beraten“, sagte Nagelsmann. „Diese Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen. Mein oberstes Ziel war immer der Erfolg der Mannschaft. Nach einer so schmerzhaften Enttäuschung verdient das Team die Chance auf einen Neuanfang – frei von der Last der Vergangenheit.“
„Kloppo“ signalisiert Bereitschaft
Fest steht nun: Der DFB muss schnell einen neuen Bundestrainer finden, denn die neue Nations-League-Saison beginnt bereits im September. Auch im Hinblick auf das nächste große Ziel – die Europameisterschaft in Großbritannien und Irland in zwei Jahren – braucht die Mannschaft eine neue sportliche Führung.

Jürgen Klopp
Foto: Steffen Prößdorf / Wikipedia
Als großer Favorit auf die Nachfolge gilt Jürgen Klopp. Er wird nicht nur von Spielern und prominenten Persönlichkeiten des deutschen Fußballs favorisiert, sondern auch von der DFB-Führung. Doch wird dieser Traum – für manche längst ein konkreter Plan – Wirklichkeit?
Jürgen Klopp ist derzeit als Global Head of Soccer beim Red-Bull-Konzern tätig. Das Unternehmen verfügt über genügend finanzielle Mittel, um Klopp zu halten und ihm damit den Weg zur Nationalmannschaft zu erschweren.
Die DFB-Spitze lässt sich davon jedoch nicht abschrecken und hat offiziell bestätigt, Gespräche mit Red Bull aufnehmen zu wollen. Gleichzeitig betonte sie, dass nun auch direkte Gespräche mit Klopp selbst geführt werden sollen.
Was sagt der Betroffene selbst? Laut Informationen aus DFB-Kreisen hat Jürgen Klopp bereits seine grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, das Amt des Bundestrainers zu übernehmen. Damit stehen die Chancen gut, dass der berühmte „Kloppo“ künftig die Geschicke der „Adler“ lenken wird.