In diesem Jahr feiert der öffentliche Nahverkehr in Oppeln ein besonderes Jubiläum – sein 100-jähriges Bestehen. Die Geschichte der Stadtbusse in der Hauptstadt der Region reicht genau bis ins Jahr 1926 zurück und zeigt, wie sich die Stadt, ihre Bedürfnisse und das Alltagsleben ihrer Einwohner im Laufe eines Jahrhunderts verändert haben.
Anfänge im deutschen Oppeln
Als offizieller Beginn des öffentlichen Nahverkehrs in Oppeln gilt der 19. Mai 1926. An diesem Tag unterzeichneten die deutschen Stadtbehörden sowie der in der Stadt tätige Fremdenverkehrsverband e.V. einen Vertrag zur Gründung der Gesellschaft Oppelner Autoverkehrsgesellschaft m.b.H.. Das Dokument wurde von Konrad Leuschner, der die Stadt vertrat, sowie von Erich Junge, der im Namen des Fremdenverkehrsverbandes handelte, unterzeichnet. Dieser Moment gilt als der formelle Beginn des organisierten Busverkehrs in Oppeln.
Infolge der Kriegshandlungen wurde der Fuhrpark fast vollständig zerstört oder ging verloren. Nur ein einziger Bus der Marke Mercedes blieb erhalten – allerdings in einem nicht betriebsfähigen Zustand.
Das neu gegründete Unternehmen sollte öffentliche Transportdienstleistungen im Stadtgebiet anbieten. Das Anfangskapital betrug 120.000 Mark, davon entfielen 110.000 Mark auf die Stadt und die restlichen 10.000 Mark auf den Fremdenverkehrsverband. In den folgenden Jahren wurde das Kapital schrittweise erhöht – zunächst auf 180.000, später auf 240.000 Mark. Seit 1933 befanden sich alle Anteile vollständig im Besitz der Stadt.
Die erste Linie: Groschowitz – Czarnowanz
Bereits im Juni 1926 wurde die erste Buslinie eröffnet. Die Strecke führte von Groschowitz über Königlich Neudorf zum Hauptbahnhof in Oppeln und von dort weiter über Sakrau nach Czarnowanz. Bedient wurde sie von lediglich zwei Bussen.

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Dies war der Beginn einer neuen Epoche im städtischen Verkehr. Der Bus wurde zur Alternative für Fußmärsche oder private Fuhrwerke und erleichterte zugleich den Bewohnern der umliegenden Orte die Anreise in die Stadt.
Ausbau des Netzes in den 1920er und 1930er Jahren
Der Nahverkehr entwickelte sich schnell. Bereits 1927 wurde die Linie 2 nach Kupp eingerichtet. Ein Jahr später wurde das Netz um weitere Verbindungen erweitert.

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Die Linie 3 verband das Stadtzentrum mit Goslawitz. Die Busse fuhren je nach Variante vom Ring oder vom Ostbahnhof ab, die gesamte Fahrt dauerte etwa 16 Minuten. Die Strecke führte über den heutigen Kopernikusplatz und die heutige Oleska-Straße.
Die Linie 4 fuhr nach Luboschütz und hielt unterwegs unter anderem in Krzanowitz und Kempa. Sie war eine wichtige Verbindung für die Bewohner der nördlichen Stadtteile.
Interessant ist, dass Fahrpläne und Streckenführungen bereits damals sehr flexibel angepasst wurden. An der Wende der Jahre 1931/1932 wurde die Linie 1 bis nach Kupp verlängert, während die Linie 2 nach Norok führte.
Fuhrpark und Kriegsverluste
Vor dem Zweiten Weltkrieg verfügte die Gesellschaft über rund zehn Busse, von denen einige mit Anhängern ausgestattet waren. Zum Betriebsvermögen gehörten außerdem Garagen an der heutigen Oleska-Straße.

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Im Dezember 1943 bestand die Flotte aus sieben Fahrzeugen verschiedener Marken: Siemens, Adler, Mercedes-Benz und BMW.
Das Jahr 1945 brachte jedoch eine Katastrophe. Infolge der Kriegshandlungen wurde der Fuhrpark fast vollständig zerstört oder ging verloren. Nur ein einziger Bus der Marke Mercedes blieb erhalten – allerdings in einem nicht betriebsfähigen Zustand.
Wiederaufbau nach dem Krieg und neue Zeiten
Nach dem Krieg lag Oppeln innerhalb der neuen Grenzen Polens, und der öffentliche Nahverkehr musste praktisch von Grund auf neu aufgebaut werden. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte er sich parallel zur Stadt – neue Wohnsiedlungen entstanden, die Einwohnerzahl stieg und der Bedarf an öffentlichem Verkehr nahm stetig zu.
Besonders intensiv war die Entwicklung in den 1950er-, 1960er- und 1970er-Jahren, als Busse zum wichtigsten Verkehrsmittel im Alltag der Einwohner wurden.
Heute ist der öffentliche Nahverkehr in Oppeln ein modernes Netz von Verbindungen mit umweltfreundlichen Bussen, elektronischen Tickets und Fahrgastinformationssystemen. Kaum zu glauben, dass alles mit nur zwei Fahrzeugen begann, die zwischen Groschowitz und Czarnowanz verkehrten.
Quelle: Zbigniew Bereszyński: Historia komunikacji miejskiej w Opolu do 1997 roku (ze szczególnym uwzględnieniem lat 1953–1997), www.mzkopole.pl