In unserer Reihe „Deutsche Minderheiten in Europa“ blicken wir über Grenzen hinaus und beleuchten, was die deutschen Minderheiten in ganz Europa bewegt.
Jürgensen mit letzten Aktivitäten
Obwohl seine Zeit als Chef der Deutschen in Dänemark zu Ende geht, bleibt Hinrich Jürgensen bis zum Ende aktiv. Unlängst war er zu strategischen Gesprächen in Berlin. Der Noch-Vorsitzende des Bundes Deutscher Nordschleswiger nutzte die Reise auch, um sich bei langjährigen Partnern zu bedanken. Gemeinsam mit seinen Kollegen traf er verschiedene Politiker im Bundestag und besuchte eine große Feier im Garten der schleswig-holsteinischen Landesvertretung. Solche Treffen sind laut Jürgensen Gold wert, um wichtige Kontakte zu pflegen. Bei lockeren Gesprächen lassen sich Probleme oft viel schneller lösen als in langen, offiziellen Sitzungen. Diesmal ging es vor allem ums Geld. Die Minderheit braucht dringend mehr Mittel für Bauprojekte, doch die Bundesregierung muss sparen. Ein Ziel für die Zukunft wird sein, finanzielle Kürzungen zu verhindern. Da einige alte Unterstützer nicht mehr in der Politik sind, müssen nun neue Kontakte geknüpft werden. Jürgensen sieht dem Wechsel an der Vereinsspitze im Herbst gelassen entgegen. Er wünscht seinem Nachfolger bzw. seiner Nachfolgerin viel Erfolg und verlässt den Posten mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
Quelle: nordschleswiger.dk.
Hassvandalismus in Tschechien
Es ist traurig, doch es ist auch Tatsache. Immer wieder werden deutsche Minderheiten zum Opfer von Hassvandalismus. Der neueste Fall ereignete sich in Tschechien. In der Nacht zum 20. Mai 2026 haben Unbekannte in der Stadt Eger verbotene Nazi-Symbole an Mauern und Scheiben gesprüht. Besonders schlimm traf es die örtliche Begegnungsstätte der dort lebenden deutschen Gemeinschaft. Die Täter hinterließen große Hakenkreuze direkt auf der Schaufensterfront des Zentrums, das im bekannten Balthasar-Neumann-Haus am zentralen Marktplatz liegt. Doch damit nicht genug: Auch ein benachbartes Gebäude, das von einem Verein für Gemeinschaftsbildung genutzt wird, wurde durch die Schmierereien beschädigt. Der betroffene deutsche Kulturverband existiert bereits seit dem Jahr 1991. Seine Mitglieder engagieren sich intensiv für die Pflege von Traditionen, unterstützen die Minderheit vor Ort und setzen sich Tag für Tag für ein friedliches Zusammenleben von Deutschen und Tschechen ein. Umso größer ist nun der Schock über den feigen Angriff. Die Dachorganisation der deutschen Vereine reagierte zutiefst bestürzt und verurteilte die Tat sofort öffentlich. Die Behörden ließen die Schmierereien umgehend entfernen. Nun hoffen alle Beteiligten, dass die Polizei die Schuldigen schnell schnappt.
Quelle: landesecho.cz.
Mayer würdigt Brückenfunktion der Sudetendeutschen
Der Sudetendeutsche Tag stieß in diesem Jahr auf positive Resonanz und wurde als wichtiger Schritt der Versöhnung gewertet. Auch der Präsident des Bundes der Vertriebenen, Stephan Mayer, würdigte die Veranstaltung. Er betonte, wie wichtig das Treffen für das friedliche Zusammenleben in Europa ist. Die diesjährige Veranstaltung hat eine besondere Bedeutung, da sie im tschechischen Brünn stattfand. Das gilt als Zeichen eines guten Miteinanders, das durch jahrelangen Dialog und vertrauensbildende Maßnahmen gewachsen ist. Dass das Fest 80 Jahre nach den Vertreibungen erstmals in Tschechien stattfinden konnte, wird von vielen Beteiligten als Zeichen der Versöhnung gewertet. Zwar gab es im Vorfeld auch Kritik aus nationalistischen Kreisen, doch bedeutende Persönlichkeiten der tschechischen Politik hielten dagegen. Sowohl der Staatspräsident Petr Pavel als auch der Senatschef Miloš Vystrčil unterstützten das Treffen. Sie übernahmen die Schirmherrschaft über das Festival Meeting Brno, das zeitgleich mit dem diesjährigen Sudetendeutschen Tag stattfand. Der Sudetendeutsche Tag fand auch auf Einladung des Festivals in Brünn statt. Das Motto des Sudetendeutschen Tages lautete „Alles Leben ist Begegnung“. Es beweist, dass Versöhnung funktioniert, wenn man sich die Hände reicht.
Quelle: bund-der-vertriebenen.de

Stephan Mayer, Präsident des BdV (Bund der Vertriebenen).
Foto: BdV/Bundesfoto
Slowakeideutsche mit zahlreichen Plänen
Für die Deutschen in der Slowakei hat das Jahr 2026 noch einiges zu bieten. Besonders herausragend sind die Jugend- und Kinderveranstaltungen. Das deutsche Innenministerium und ein slowakischer Kulturfonds ermöglichen durch finanzielle Unterstützung viele der tollen Aktionen. Im Juli wartet ein großes Feriencamp auf die Kleinen. Hier lernen Kinder ganz ohne Leistungsdruck und mit viel Spaß Deutsch. In Metzenseifen lernen die Jüngsten sogar wieder spielerisch den alten Dialekt ihrer Urgroßeltern. Im August folgt in Tatranská Lomnica das riesige Jugendfest, bei dem Jugendliche aus ganz Europa zusammenkommen. Ein Highlight ist dort der Auftritt der Beatles-Coverband „The Backwards“. Auch sonst ist der Kalender voll: Im Juni gibt es die Kulturtage in Hopgarten, das Bodwataltreffen in Metzenseifen und das große Fest in Kesmark mit Gästen aus dem Ausland. Dort stehen Gedichtwettbewerbe, ein Festzug und ein buntes Programm auf der Burg an. Im Juli folgt ein Blaskapellentreffen in Einsiedel und im August das Hauerlandfest in Schmiedshau. Dazu kommen viele kleine Treffen vor Ort, wie Tanzworkshops oder Sprachkurse, um die Traditionen lebendig zu halten.
Quelle: karpatenblatt.sk.
Herausragende Deutsche wieder gesucht
Das langjährige, bewährte Projekt der Russlanddeutschen geht in die nächste Runde. In diesem Jahr werden wieder herausragende Deutsche gesucht, die sich in mehreren Kategorien bewiesen haben. Ab sofort läuft die Suche nach den klügsten Köpfen und aktivsten Menschen aus der russisch-deutschen Gemeinschaft für 2026. Die Aktion soll zeigen, wie sehr diese Gruppe das Land mitprägt. Ob Kunst, Wissenschaft, Schule, Ehrenamt oder Sport – in fünf traditionellen Bereichen gibt es Preise zu gewinnen. Diese sind nach bekannten Persönlichkeiten benannt, wie etwa der Sängerin Anna German oder dem Forscher Boris Rauschenbach. Neu sind dieses Mal Auszeichnungen für clevere Chefs und Manager. Auch verstorbene Vorbilder werden mit einem speziellen Gedenkpreis geehrt. Wer mitmachen oder jemanden vorschlagen will, sollte sich beeilen. Bewerbungen werden nur noch bis zum 21. Juni online angenommen. Danach können Internetnutzer über die Kandidaten abstimmen. Vom 1. Juli bis Mitte August kann jeder online für seine Favoriten abstimmen. Die feierliche Übergabe der handgemachten Pokale und Geschenke findet dann im Herbst in Moskau statt.
Quelle: rusdeutsch.ru.