30 Jahre Gesang, Tradition und Gemeinschaft: Jubiläum des Kroschnitzer Echo

7 Mai 2026, 17:00 Kultur 5

Drei Jahrzehnte gemeinsamen Singens, Hunderte Auftritte, Dutzende Reisen und unzählige Stunden voller Proben – die Gruppe Kroschnitzer Echo feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen. Für ihre Mitglieder ist es nicht nur ein künstlerisches Jubiläum, sondern vor allem eine Geschichte von Freundschaft, Leidenschaft und Gemeinschaft, die über Jahre hinweg zu einem wichtigen Teil des Lebens der Einwohner von Kroschnitz geworden ist.

Von der Maifeier auf die große Bühne

Die Anfänge der Gruppe reichen bis in die Mitte der 1990er Jahre zurück. Gegründet wurde sie auf Initiative von Elżbieta Hurek, der Mutter der heutigen Leiterin der Gruppe, Krystyna Richter. Wie sich die heutige Leiterin erinnert, begann alles ganz spontan.

„Die Gruppe wurde von meiner Mutter Elżbieta Hurek gegründet. Sie sah, dass die Frauen das brauchten: sich treffen und singen. Und so verbreitete sich das immer weiter. Am Anfang waren wir etwa dreißig Frauen. Wir kauften Stoff, nähten Röcke, die Blusen kauften wir auf dem Markt, und dann begannen wir zu singen“, erzählt Krystyna Richter.

Der erste Auftritt der Gruppe fand während der Feierlichkeiten zum 700-jährigen Bestehen von Kroschnitz statt. Die Proben wurden bereits vor der Maifeier organisiert, und die Atmosphäre war von Anfang an etwas Besonderes. Die Mitglieder erinnern sich daran, dass das Singen schnell mehr wurde als nur ein Hobby – es gab ihnen die Möglichkeit, aus dem Haus zu kommen, sich zu treffen und gemeinsam den Alltag zu erleben.

Jubiläum des Kroschnitzer Echo.
Foto: Stefani Koprek-Golomb

Mit den Jahren erweiterte das Kroschnitzer Echo sein Repertoire. Die Gruppe singt schlesische, volkstümliche, gesellige und deutsche Lieder und passt ihr Programm jeweils dem Anlass an. Zum Repertoire gehören Lieder für Erntedankfeste, den Tag der Feuerwehr, Seniorentreffen oder Veranstaltungen der deutschen Minderheit. Besonders wichtig ist dabei, dass viele Texte selbst geschrieben werden.

„Wir schreiben unsere eigenen Texte. Die Melodie haben wir aufgenommen, und zu dieser Melodie versuchen wir neue Lieder zu schreiben. Auch für das heutige Jubiläum haben wir neue Texte zu bekannten Melodien vorbereitet“, sagt Krystyna Richter.

Musik, die Menschen verbindet

Im Laufe von 30 Jahren erhielt die Gruppe zahlreiche Urkunden und Auszeichnungen bei Wettbewerben und Musiktreffen. Die Mitglieder traten regelmäßig unter anderem in Walzen und Lossen auf und besuchten Seniorenheime, wo ihre Konzerte bei den Bewohnern stets große Emotionen auslösten. Das Kroschnitzer Echo repräsentierte die Region auch außerhalb Polens – die Gruppe trat im Rahmen von Partnerschaften mehrfach in Deutschland auf.

Das Kroschnitzer Echo ist nicht nur eine Folkloregruppe – es ist die Geschichte von Frauen, die über drei Jahrzehnte hinweg eine Gemeinschaft aufgebaut haben, die auf Musik, Freundschaft und der Verbundenheit mit den schlesischen Wurzeln basiert.

Die Erinnerungen an die gemeinsame Tätigkeit sind für viele Mitglieder unbezahlbar. Eine der Sängerinnen erzählt, dass sie dank der Gruppe Orte sehen konnte, die sie sonst wohl nie besucht hätte – von Warschau bis zur Ostsee und nach Deutschland. Es gab auch Fernsehauftritte sowie Begegnungen mit wichtigen Persönlichkeiten.

Seit 23 Jahren singt auch Edyta Zettelmann in der Gruppe.

„Die Frauen sangen schon einige Jahre, und ich habe sie von Anfang an bewundert. Ich mag unsere Volksmelodien sehr, deshalb habe ich mich schließlich entschlossen, der Gruppe beizutreten. Ich wurde sehr herzlich aufgenommen und singe nun seit 23 Jahren mit ihnen“, sagt sie.

Wie sie betont, bedeutet die Tätigkeit in der Gruppe nicht nur Musik, sondern auch gemeinsame Erlebnisse und Reisen.

„Dank der Gruppe haben wir viel gesehen. Wir waren in Köslin, mehrmals in Deutschland, wir traten bei Woiwodschaftserntedankfesten und vielen lokalen Veranstaltungen auf. Das sind wirklich wunderschöne Erinnerungen“, fügt sie hinzu.

Gesang trotz der vergangenen Jahre

Die Mitglieder der Gruppe betonen einstimmig, dass über all die Jahre hinweg die Freude am Singen und am Zusammensein das Wichtigste gewesen sei. Die Proben finden regelmäßig einmal pro Woche statt, und trotz Müdigkeit und Alltagsverpflichtungen kann sich keine der Frauen vorstellen, damit aufzuhören.

„Manchmal hat man abends keine Lust mehr, aber man muss zur Probe gehen. Das Singen macht Freude, wir machen das einfach gern“, betont Krystyna Richter.

Die Gruppe Kroschnitzer Echo feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen.
Foto: Stefani Koprek-Golomb

Heute zählt das Kroschnitzer Echo neun Mitglieder. Früher waren es deutlich mehr. Die Frauen verschweigen nicht, dass die größte Herausforderung das Fehlen der jungen Generation ist.

„Die Jungen wollen nicht mehr dazukommen. Wir haben Angst, dass das irgendwann auseinanderfällt“, sagt Gertruda Piątkowska, eines der langjährigen Mitglieder, mit Bedauern.

Trotz dieser Sorgen verlieren die Frauen ihren Enthusiasmus nicht. Das 30-jährige Jubiläum ist für sie der Beweis dafür, dass es sich gelohnt hat, die Tradition des gemeinsamen Singens über all die Jahre hinweg zu pflegen.

Denn das Kroschnitzer Echo ist nicht nur eine Folkloregruppe – es ist die Geschichte von Frauen, die über drei Jahrzehnte hinweg eine Gemeinschaft aufgebaut haben, die auf Musik, Freundschaft und der Verbundenheit mit den schlesischen Wurzeln basiert.

Anna Durecka

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