In unserer Reihe „Deutsche Minderheiten in Europa“ blicken wir über Grenzen hinaus und beleuchten, was die deutschen Minderheiten in ganz Europa bewegt.
Auslandsdeutsche prägen Deutschlandbild
Die deutschen Minderheiten weltweit bekommen laufend nicht nur finanzielle sondern auch moralische Unterstützung. Unlängst durch Mitglieder des Bundestags. Gemeint ist ein großes Lob, das es bei einem Treffen der Stiftung Verbundenheit gab. Ranghohe Politiker wie der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Christoph De Vries, betonten, wie wertvoll die deutschsprachigen Gruppen auf der Welt für die Bundesrepublik sind. Gerade heute spielen diese Gemeinschaften im Ausland eine riesige Rolle. Sie sorgen dafür, dass andere Länder ein gutes Bild von Deutschland haben.
Besonders in Regionen wie Südamerika oder Israel schätzt man ihren Einsatz sehr. Diese Menschen teilen nicht nur die Sprache und Kultur. Sie bauen auch tiefes Vertrauen auf und knüpfen wichtige Kontakte, von denen alle profitieren. Weltweit gibt es rund 60 Millionen Menschen mit deutschen Wurzeln. Für die Politik sind sie wie geborene Botschafter. Deshalb möchte die Regierung den Kontakt zu ihnen niemals abreißen lassen. Es geht nicht bloß um Politik, sondern vor allem um die menschliche Nähe. Diese Verbundenheit wird auch in Zukunft aktiv durch staatliche Gelder unterstützt. Eingeladen zu der Tagung hatte Bundestags-Vizepräsidentin Andrea Lindholz.
Quelle: stiftung-verbundenheit.de
Dänemarks Deutsche finanziell stabil
Die Deutschen aus Dänemark können sich aller Voraussicht nach weiterhin über eine stabile finanzielle Lage freuen. Die Bundesregierung plant für das Jahr 2027 keine Kürzungen bei den Geldern für nationale Minderheiten. Das steht im neuen Haushaltsplan, den Finanzminister Lars Klingbeil vorgelegt hat. Für die Betroffenen im dänischen Grenzgebiet ist das eine riesige Erleichterung. Noch vor Kurzem herrschte große Angst vor harten Einsparungen, die die Gemeinschaft schwer getroffen hätten. Der Verband der deutschen Minderheit zeigt sich glücklich. Laut der Führung gibt der Entwurf den Menschen endlich Planungssicherheit. Es sei ein tolles Zeichen des Respekts für ihre Arbeit, gerade weil der Staat überall sparen muss. Zuletzt flossen rund 11,5 Millionen Euro aus Berlin sowie über zwei Millionen Euro aus Schleswig-Holstein an die Gruppe. Auch Regionalpolitiker loben den Plan. Dass die Zuwendung trotz knapper Kassen erhalten bleibt, zeigt für sie, dass sich der politische Druck gelohnt hat. Ganz vorbei ist die Zitterpartie aber noch nicht. Das Parlament diskutiert nach den Sommerferien weiter. Kritiker mahnen, man müsse die Verhandlungen genau im Auge behalten.
Quelle: nordschleswiger.dk
Geldregen für deutsch-tschechische Projekte
Zahlreiche Projekte der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit werden demnächst durch einen sogenannten Zukunftsfonds finanziert. Davon profitiert auch die deutsche Minderheit. 234 neue Ideen in beiden Ländern erhalten nun grünes Licht. Bei einem Treffen in Prag wurde beschlossen, dafür knapp 1,5 Millionen Euro bereitzustellen. Das Geld fließt direkt in Vorhaben, die für die Sommer- und Herbstmonate geplant sind. Das Hauptziel ist es, die Menschen auf beiden Seiten der Grenze noch enger zusammenzubringen. Besonders für die Jugend wird viel getan. Schüleraustausche, Ferienlager und Feste stehen auf dem Plan. Junge Leute haben immer mehr Lust, Kultur und Alltag des Nachbarlandes zu entdecken. Das aktuelle Motto dreht sich genau um diese neue Generation, die frische Ideen einbringt und die Freundschaft langfristig festigt.
Die Auswahl der Themen ist riesig. Es gibt Filme über mutige Autoren und Lesungen zu Ehren des früheren Präsidenten Václav Havel. Auch ein großes Camp für drei Generationen sowie Partnerschaften zwischen Regionen gehören dazu. Viele Kunstprojekte, Musik und Ausflüge runden das Veranstaltungstableau ab.
Quelle: landesecho.cz
Entschädigungen nun steuerfrei
Die Regierung Rumäniens kommt politisch Verfolgten der deutschen Minderheit entgegen. Nach einem neuen Gesetz werden nun die Entschädigungen für die deutsche Minderheit nicht mehr besteuert. Konkret geht es um die Deutschen, die in der Vergangenheit nach Russland verschleppt wurden und heute im Ausland leben. Ihnen wird ab sofort kein Geld mehr für die rumänische Krankenversicherung abgezogen. Das spart den Betroffenen rund zehn Prozent ihrer Summe. Die Rentenbehörde in Rumänien hat diese Änderung nach langem Hin und Her offiziell beschlossen. Ein wichtiger Grund für das Einlenken waren Gespräche einer gemeinsamen Regierungskommission Ende letzten Jahres. Bei den Entschädigungen fällt der Abzug jetzt ganz automatisch weg. Wer allerdings eine normale Altersrente aus Rumänien bekommt, muss immer noch selbst aktiv werden. Für die Befreiung ist ein schriftlicher Antrag nötig. Zudem muss man nachweisen, dass man bereits im Ausland für die Krankenversicherung bezahlt. Es gibt noch eine gute Nachricht: Wem seit Mitte letzten Jahres zu viel abgezogen worden ist, erhält nun sein Geld zurück. Dafür müssen die Betroffenen einen Antrag auf Rückerstattung bei ihrer zuständigen Kasse stellen.
Quelle: siebenbuerger.de
Auslandsdeutsche des Jahres in Bayern geehrt
Die Ungarndeutsche Erika Rierpl ist für ihre kulturelle Projekttätigkeit zur „Auslandsdeutschen des Jahres“ gewählt worden. Den Preis nahm sie Mitte Juli in Bayern entgegen. Bei einem großen Trachtenfest der Donauschwaben in Moosburg bei München bekam die Gewinnerin ihre Urkunde überreicht. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hatte die Schirmherrschaft übernommen, und sein Stellvertreter Hubert Aiwanger feierte vor Ort mit. Nach den offiziellen Reden zeigte Erika Rierpl selbst ihr Können. Sie trat mit ihrer eigenen Volkstanzgruppe auf, die extra aus der Nähe von Budapest angereist war.

Erika Rierpl
Foto: medienhilfe.org
Bei der weltweiten Abstimmung, die von der Internationalen Medienhilfe organisiert wird, machten diesmal so viele Menschen mit wie noch nie. Das Ziel der Aktion ist es, vor allem Frauen in den deutschen Minderheiten im Ausland zu stärken und für ihren Einsatz zu belohnen. Die Preisträgerin engagiert sich schon seit ihrer Jugend für die Kultur ihrer Heimat. Sie leitet verschiedene Tanzgruppen und managt die Büros der deutschen Minderheit in ihrer Region. Zu ihren Aufgaben gehören Musikwettbewerbe, Jugendtreffen und Geschichtsprojekte. In Ungarn leben heute etwa 200.000 Menschen mit deutschen Wurzeln.
Quelle: medienhilfe.org