Nachrichten aus dem Vaterland

Gesalzene Preise beim Oktoberfest

22 September 2026, 12:00 Nachrichten , Politik

Teures Oktoberfest, steigende Treibstoffpreise und neue Pläne bei der Bundeswehr: In Deutschland sorgen derzeit hohe Kosten, politische Entscheidungen und sicherheitspolitische Entwicklungen für Schlagzeilen. Gleichzeitig bleibt das Land für Urlauber und Reisende ein wichtiger Ausgangspunkt – auch Richtung Polen.

Beim Oktoberfest wird es teuer

Ein Besuch beim alljährlichen Oktoberfest wird auch dieses Jahr zum Premiumvergnügen. Die deklarierten Preise für Essen können zum Teil bizarr erscheinen. Wer sich auf der Theresienwiese satt essen möchte, muss tief in die Tasche greifen. Ein Blick auf die bereits veröffentlichten Speisekarten der Wirte zeigt, dass nicht nur das Bier teurer wird. Selbst Nachspeisen haben es in sich. Für einen Kaiserschmarrn zahlt man in der „Bräurosl“ deftige 27,50 Euro, im „Ammer-Zelt“ bis zu 21,50 Euro. Etwas günstiger ist es in der „Löwenbräu“ (19,80 Euro) und bei Hacker (18,50 Euro). Eine Riesenportion für mehrere Personen im Traditionszelt schlägt mit 30,50 Euro zu Buche. Beim klassischen halben Hähnchen variieren die Kosten stark. Während die „Ochsenbraterei“ 16,90 Euro verlangt, kostet die Bio-Variante inklusive Salat bei „Ammer“ stolze 29,90 Euro. „Im Marstall“ werden 24,50 Euro fällig, bei „Vroni-Fischer“ sind es 23,50 Euro. Ohne Beilagen zahlt man im „Augustiner 17,20“ Euro und in der „Bräurosl“ 17,50 Euro. Wer lieber Ente mit Knödeln mag, ist mit 36,50 Euro dabei, eine Schweinshaxe kostet 25,90 Euro. Insgesamt sollte man pro Person mit mindestens 47 bis 55 Euro für zwei Bier und ein Hendl rechnen – Karussells und Trinkgeld nicht mitgezählt. Immerhin: An zehn Brunnen gibt es kostenlos Leitungswasser.

Quelle: bild.de

Das Oktoberfest
Foto: Heribert Pohl / Wikimedia Commons

Deutsche Soldaten gehen nach Litauen

Soldaten der Bundeswehr sollen bereits im Herbst nach Litauen geschickt werden, um dort die Grenze der NATO zu stärken. Ihre Zahl kann bis nächstes Jahr auf bis zu 5000 steigen. Da sich nicht genügend Freiwillige gemeldet haben, greift Verteidigungsminister Boris Pistorius nun zu Zwangsverpflichtungen. Schätzungen zufolge könnten bis zu 1000 Soldaten von dieser Maßnahme betroffen sein. Eigentlich war geplant, die gesamte Brigade rein auf freiwilliger Basis aufzubauen. Weil das Interesse jedoch zu gering war, fehlen aktuell noch rund 40 Prozent des nötigen Personals – besonders IT-Experten, Logistiker, Köche und einfache Soldaten. Zwar wurde mit Werbeaktionen und Schnupperreisen für die Familien versucht, den Posten im Baltikum schmackhaft zu machen, doch der Erfolg blieb aus. Bis Ende 2027 soll die dauerhafte Stationierung von 4.800 Kräften an der Ostflanke abgeschlossen sein. Der Bundeswehr läuft nun die Zeit davon, da Betroffene rechtzeitig informiert werden müssen und Einspruch erheben können. Trotz des Prinzips der Freiwilligkeit lässt sich die Einsatzbereitschaft laut Ministerium ohne Befehle nicht mehr sichern.

Quelle: welt.de

Treibstoff auf Allzeithoch

Die geopolitischen Ereignisse treiben die Treibstoffpreise weiter in die Höhe. In Deutschland wurde unlängst sogar ein Rekord gebrochen. Benzin der Sorte Super E10 hat mit durchschnittlich 2,273 Euro pro Liter einen historischen Höchststand erreicht. Auch Diesel kletterte weiter nach oben und schlug mit 2,404 Euro zu Buche. Hauptursache für den Preisschub ist der teure Rohölmarkt. Da wichtige Seewege im Nahen Osten wie die Straße von Hormus blockiert oder gefährdet sind, wird die weltweite Versorgung schwieriger. Das treibt den Preis für ein Fass der Nordsee-Sorte Brent über die Marke von 107 Dollar. Für Autofahrer bedeutet das eine enorme Belastung. Eine Tankfüllung von 50 Litern kostet aktuell weit über 110 Euro. Experten warnen bereits vor noch drastischeren Preissprüngen: Sollte das Rohöl dauerhaft teuer bleiben, könnte Diesel bald an der 3-Euro-Marke kratzen. Um die Haushaltskasse zu schonen, hilft strategisches Tanken. Da Tankstellen ihre Preise nur einmal am Tag anheben dürfen, und zwar pünktlich um Mittag, lohnt sich der Weg an die Zapfsäule kurz vor 12 Uhr. Wer vor dem Preissprung vergleicht und zuschlägt, spart beim Volltanken schnell fast zehn Euro.

Quelle: mdr.de

Eine BP-Tankstelle
Foto: GNU-Lizenz / Wikimedia Commons

Millionen für neues Abschiebegefängnis

Nordrhein-Westfalen plant den Bau eines zweiten Abschiebegefängnisses, das insgesamt rund 313 Millionen Euro kosten soll. Für das Großprojekt ist Verena Schäffer, Ministerin für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen, von den Grünen verantwortlich. Konkret fließen 220 Millionen Euro in den Bau, knapp 39 Millionen Euro in das Grundstück und 55 Millionen Euro in die Planung. Die neue Einrichtung wurde nach dem Anschlag von Solingen beschlossen und soll mit 140 Plätzen auf einem ehemaligen Militärgelände in Mönchengladbach entstehen.

Dass eine grüne Ministerin dieses Projekt leitet, sorgt für Aufsehen, da ihre Partei Abschiebungen eigentlich kritisch sieht. Schäffer zeigt sich jedoch als Realpolitikerin und betont, dass abgelehnte Asylbewerber ohne Bleiberecht das Land verlassen müssen. Bisher gibt es in NRW nur eine solche Einrichtung in Büren. Bis zum Baubeginn des neuen Gefängnisses wird es aber noch dauern, da der Bund dem Grundstücksdeal erst zustimmen muss, was bis zu einem halben Jahr in Anspruch nehmen kann.

Quelle: zeit.de

Mehr Deutsche werden Mieter

Schon lange ist Deutschland das Land der Mieterinnen und Mieter. Aufgrund steigender Immobilienpreise verstärkt sich dieser Trend nun sogar noch. Laut einer aktuellen Studie des Pestel-Instituts besitzen nur noch 43,5 Prozent der deutschen Haushalte Wohneigentum. Das ist der niedrigste Stand seit zwei Jahrzehnten. Im europaweiten Vergleich belegt Deutschland damit den letzten Platz und ist das einzige Land in der EU, in dem der Großteil der Bevölkerung zur Miete wohnt. Zum Vergleich: In Rumänien leben 94 Prozent im Eigenheim, selbst in Österreich sind es noch 54 Prozent. Innerhalb Deutschlands gibt es jedoch starke Unterschiede. Während im Saarland fast 60 Prozent der Menschen in den eigenen vier Wänden leben, sind es in Berlin gerade einmal knapp 16 Prozent. Besonders die Generation der 25- bis 45-Jährigen hat es schwer: Hier wohnt fast Dreiviertel zur Miete. Teure Grundstücke, hohe Zinsen und fehlende staatliche Hilfen machen den Kauf ohne Erbe oder familiäre Unterstützung selbst für Paare mit zwei normalen Gehältern oft unmöglich. Experten warnen, dass dies die Altersarmut verschärfen könnte, da Mietkosten auch im Ruhestand weitergezahlt werden müssen.

Quelle: spiegel.de

Bundesdeutsche lieben polnisches Megahotel

Obwohl es in Polen kontrovers ist, scheinen die gemischten Meinungen über das neue Luxushotel and der Ostsee den Deutschen egal zu sein. Deutsche Gäste waren in diesem Sommer mit Abstand die größte Gruppe. Das neue Fünf-Sterne-Resort „Gołębiewski“ in Pobierowo lockte in den Monaten Juli und August rund 1.300 Besucher aus Deutschland an und verzeichnete insgesamt über 88.000 Übernachtungen. Trotz heftiger Kritik von Umweltschützern und Bürgern, die den gewaltigen 13-Stöcker im Küstenwald jahrelang blockierten, läuft der Betrieb seit der Eröffnung im Juni glänzend. Das Mega-Hotel setzt auf ein Rundum-sorglos-Konzept mit eigenem Wasserpark, Spa und Restaurants, sodass Urlauber die Anlage kaum verlassen müssen. Ein billiges Vergnügen ist der Aufenthalt nicht: Paare zahlen pro Nacht umgerechnet etwa 330 bis 400 Euro. Dennoch wurden allein in der ersten Saison mehr als 30.000 Zimmer gebucht und massenhaft Mahlzeiten ausgegeben. Die Betreiber wollen das Angebot von derzeit 530 Zimmern auf über 1.200 ausbauen. Während die Konkurrenz an der Küste und auf Usedom die Entwicklung mit Sorge beobachtet, hofft das Hotel auf einen positiven Impuls für die gesamte Region.

Quelle: ostsee-zeitung.de

Das neue Fünf-Sterne-Resort „Gołębiewski“ in Pobierowo lockte in den Monaten Juli und August rund 1.300 Besucher aus Deutschland an.
Foto: Gołębiewski

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