„Heimat. Ich. Zukunft“ zeigt individuelle Kunst
Im Rahmen des Workshops „Heimat. Ich. Zukunft“ haben sich die Teilnehmer im vergangenen Oktober mit Fragen zu Herkunft und Selbstbild beschäftigt. Die daraus entstandenen persönlichen Collagen werden ab dem 9. April im Dokumentations- und Ausstellungsezentrum Oppeln – eine Abteilung der Öffentlichen Woiwodschaftsbibliothek in Oppeln, der Öffentlichkeit präsentiert.
Im April wird im Oppelner Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen (DAZ) – eine Abteilung der Öffentlichen Woiwodschaftsbibliothek in Oppeln, eine neue Ausstellung gezeigt. Dort werden dann die verschiedenen Kunstwerke präsentiert, die im Rahmen des Workshops „Heimat. Ich. Zukunft“ im vergangenen Oktober von einigen jungen Erwachsenen gestaltet wurden.

Fot. Centrum Dokumentacyjno-Wystawiennicze Niemców w Polsce
Besucher erhalten unter anderem einen tiefen Einblick in die persönlichen Geschichten der Teilnehmer des Kurses, der sich aus Mitgliedern der deutschen Minderheit, der polnischen Mehrheitsgesellschaft und aus der Ukraine zusammensetzte. In dem zweitägigen Workshop befassten diese sich unter anderem mit verschiedenen Fragen wie: Was sehen sie, wenn sie sich selbst in einem Spiegel betrachten? Und wie hängen Herkunft und Identität zusammen? Die Antworten daraus sind nun in Collagen zu sehen, die von allen Kursteilnehmern individuell gestaltet wurden.
Eigener Körper als Hafen der Heimat
Auffallend dabei ist, dass jedes Werk einen kleinen Spiegel sowie Fotos von Augen, Nase oder Haaren der jeweiligen Künstler beinhaltet: „Damit wollen die Workshopteilnehmer verdeutlichen, dass Heimat nicht nur an Orte gebunden ist, sondern auch der eigene Körper als Heimat wahrgenommen werden kann.
„Heimat bedeutet nicht nur Ortsgebundenheit, sondern kann auch mit dem eigenen Körper in Verbindung gebracht und mit diesem identifiziert werden“ – Iga Nowicz
Jeder durfte sich einen Teil des Körpers aussuchen, der mit der eigenen Familiengeschichte verbunden ist – zum Beispiel Augen, Haare oder Nase, also Merkmale, die innerhalb der Familie weitergegeben werden“, beschreibt Iga Nowicz, die derzeit als Ifa-Kulturmanagerin beim DAZ im Einsatz und neben Chantal Stannik Mitorganisatorin des Projektes ist.

Am Ende des Workshops wurden die erstellten Collagen untereinander präsentiert.
Foto: Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen (DAZ)
Heimatgefühl bedeutender denn je
Aufgrund der vielen Kriege und Konflikte, die derzeit in der Welt herrschen, spielte das Thema Heimatsuche im Zusammenhang mit Migration im Seminar ebenfalls eine wichtige Rolle, wie die Kulturmanagerin Nowicz betonte: „Uns war es wichtig, Heimat nicht nur auf Deutschland oder Polen zu beziehen, sondern auch auf andere Länder wie die Ukraine. Viele Menschen versuchen aufgrund der aktuell angespannten Lage, die vor allem durch Kriege und Konflikte verursacht wird, weltweit eine neue Heimat zu finden – zum Beispiel hier bei uns in Polen.“
Collagen geben Einblicke in persönliche Geschichten
Im Hinblick auf die anstehende Ausstellung im Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen freut sich Nowicz schon und ist mit dem Ergebnis der erschaffenen Werke mehr als zufrieden: „Am zweiten und letzten Tag des Seminars haben alle ihre Collagen vollendet und sie während einer kleinen Vernissage gemeinsam stolz untereinander präsentiert“, erzählt sie. Da einige Teilnehmer der deutschen Minderheit aus der Woiwodschaft Masuren in dem Workshop vertreten waren, wurden die künstlerischen Resultate zuletzt auch in Allenstein gezeigt.
Ab dem 9. April werden die Werke mit der Ausstellung „Heimat. Ich. Zukunft“ in Oppeln in der ul. Szpitalna 11, im Oppelner Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen (DAZ) – eine Abteilung der Öffentlichen Woiwodschaftsbibliothek in Oppeln zu sehen sein.

Kulturbegeisterte haben dann bis Ende Mai die Möglichkeit, im Oppelner Dokumentations- und Ausstellungszentrum der Deutschen in Polen (DAZ), in der ul. Szpitalna 11 – eine Abteilung der Öffentlichen Woiwodschaftsbibliothek in Oppeln, diese zu begutachten und damit Einblicke in die persönlichen Geschichten der einzelnen Künstler zu erhalten. Ein mögliches Begleitprogramm zu der Ausstellung wird derzeit entworfen und sei noch in Planung, so Nowicz.
Jonas Goddek

