Wettbewerbe in Goslawitz

Freude, Leidenschaft und Mehrsprachigkeit

3 November 2026, 11:00 Kultur

Hinter der Organisation einer weiteren Ausgabe des Deutschen Liederwettbewerbs „Musik verbindet“ sowie des eine Woche später stattfindenden Wettbewerbs „Kita-Reise durch die Welt der Gedichte“ steht der Schul- und Kindergartenverband „Kreatywna Edukacja“ in Goslawitz. Beide Veranstaltungen haben sich inzwischen fest im Veranstaltungskalender der Einrichtung etabliert und bringen talentierte junge Menschen sowie Gäste aus dem In- und Ausland zusammen. Austragungsort der Wettbewerbe war das Gemeindezentrum für Kultur, Sport und die Öffentliche Bibliothek in Guttentag.

Eine musikalische Reise um die Welt und internationale Zusammenarbeit

Die diesjährige Ausgabe von „Musik verbindet“ stand unter einem ganz besonderen Motto. „Die Idee zu diesem Wettbewerb entstand im Jahr 2022. Wir wollten einen Raum schaffen, der die Zweisprachigkeit von Kindern und Jugendlichen fördert“, erinnert sich Dorota Malecha vom Schul- und Kindergartenverband „Kreatywna Edukacja“. „In diesem Jahr stand eine musikalische Reise um die Welt im Mittelpunkt. Das Motto steht in direktem Zusammenhang mit unserem Schüleraustausch mit einer zweisprachigen Schule aus Ungarn.“

Die Anwesenheit der ungarischen Delegation verlieh der Veranstaltung einen internationalen Charakter. Nora Lahoczynski aus Ungarn hob den besonderen Wert dieser Zusammenarbeit hervor: „Wir sind mit einer Gruppe von 20 Kindern angereist. Der Austausch und die gemeinsamen Projekte sind für uns von unschätzbarem Wert – sie ermöglichen es uns, einander besser kennenzulernen und voneinander zu lernen.“

Junge Künstler präsentieren ihr Können auf der Bühne des Wettbewerbs „Musik verbindet“.
Foto: Stefani Koprek-Golomb

Bühnenemotionen und die Bedeutung der Zweisprachigkeit

Auf der Bühne mangelte es nicht an Emotionen. Hania Gach und Julia Suchy von der Joseph-von-Eichendorff-Grundschule in Walzen entschieden sich für einen gemeinsamen Auftritt. „Wir singen beide sehr gerne und da wir gut harmonieren, haben wir beschlossen, gemeinsam aufzutreten“, erzählten die Teilnehmerinnen. Dabei berichteten sie auch von ihren musikalischen Wurzeln, die in den häuslichen Traditionen und dem gemeinsamen Musizieren innerhalb der Familie liegen.

Für jede Menge Energie auf der Bühne sorgte die Band „Ministranci“, die in voller Instrumentalbesetzung auftrat. Die Jungen – Michał Kobiełka, Franciszek Kostka, Wiktor Kostka, Franek Kielan und Antoni Wind – begeisterten das Publikum mit ihrem rhythmischen Zusammenspiel von Schlagzeug und Trompete. Wie sie selbst zugaben, bedeutet ein Live-Auftritt für sie eine Mischung aus Nervenkitzel, Lampenfieber und großer Freude.

Die Leiterin der Einrichtung, Martina Osuchowska, zog folgendes Fazit zu beiden Veranstaltungen:

„Wir organisieren diese Wettbewerbe, weil es uns wichtig ist, dass Kinder gerne zur deutschen Sprache greifen und sich zunehmend sicherer im Umgang mit ihr fühlen. Lieder und Gedichte ermöglichen es ihnen, ihre Melodie, ihren Rhythmus und ihren Klang kennenzulernen, erweitern den Wortschatz und helfen dabei, die Aussprache zu üben. Bei der Vorbereitung ihres Auftritts entdecken die Kinder außerdem die Bedeutung der Wörter und lernen, mit ihnen Gefühle auszudrücken. Auf diese Weise wird die Sprache zu etwas Vertrautem, das mit konkreten Erlebnissen, Begegnungen und Freude verbunden ist. Für uns als zweisprachige Einrichtung ist es besonders wichtig, diese Verbindung bereits von klein auf aufzubauen. Damit leisten wir zugleich einen Beitrag dazu, die Sprache und Kultur der deutschen Minderheit auch in der nächsten Generation lebendig zu halten. Das erfordert viel Arbeit, doch jeder weitere Auftritt, bei dem ein Kind mit wachsender Sicherheit auf Deutsch singt oder spricht, zeigt uns, wie sinnvoll dieses Engagement ist.“

Die Veranstaltung wurde aus Mitteln der Selbstverwaltung der Woiwodschaft Oppeln sowie des Bundesministeriums des Innern der Bundesrepublik Deutschland über den Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen gefördert.

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