Bernard Dembczak im Interview

Dürre = teurere Lebensmittel?

13 August 2026, 11:00 Wirtschaft

Mit dem Vorsitzenden des Verbandes Schlesischer Bauern, Bernard Dembczak, sprach Krzysztof Świerc.

Können wir das, was wir diesen Sommer beim Wetter beobachten, bereits als Dürre bezeichnen, und wird die übermäßige Sonneneinstrahlung die Ernten der Landwirte negativ beeinflussen?

Zweifellos können wir den derzeitigen Zustand des Wetters als Dürre bezeichnen. Natürlich nicht überall, aber was die Woiwodschaft Oppeln betrifft, ist es dramatisch. Wir befinden uns in einer Zone, in der die durchschnittliche Niederschlagsmenge 600 bis 800 Millimeter betragen sollte, am besten gleichmäßig verteilt, aber so ist es nicht. Glücklicherweise ist ein Teil der Ernte bereits eingebracht, und die Erträge waren größtenteils zufriedenstellend, wenn auch nicht so gut wie im letzten Jahr. Es muss aber darauf hingewiesen werden, dass noch Rüben und Mais geerntet werden müssen.

Um diese Pflanzen müssen wir uns also Sorgen machen?

Was die Rüben betrifft, so zeigt sich nach den vierteljährlichen Proben, dass die Erträge deutlich bescheidener ausfallen als im Vorjahr. Was den Mais betrifft, so hat er auf den schwächeren Feldern praktisch keine Kolben! Als Lufttemperatur 37 Grad betrug, erreichte die Temperatur im Maisfeld fast 50 Grad! Das ist eine Qual für die Pflanzen.

Wird dieser heiße Sommer dazu führen, dass uns eine deutliche Preiserhöhung bei Lebensmitteln bevorsteht?

Ich möchte hier das Beispiel eines Brotlaibs anführen, der heute, sagen wir, 10 Zloty kostet. Die Rohstoffe für dieses Brot macht jedoch nur etwa 1,0 bis 1,50 Zloty aus. Was braucht man außer Getreide noch zur Herstellung eines Brotlaibs? Etwas Wasser, Salz, eventuell Sauerteig. Das ist ein Beweis dafür, dass der Landwirt heute nicht den Preis für Lebensmittel bestimmt! Alle wollen daran verdienen, deshalb fällt es mir heute schwer zu sagen, ob uns eine deutliche Preiserhöhung bevorsteht.

Zweifellos können wir den derzeitigen Zustand des Wetters als Dürre bezeichnen. Natürlich nicht überall, aber was die Woiwodschaft Oppeln betrifft, ist es dramatisch.

In den Medien hören wir, dass der Treibstoff teurer wird, und zusammen mit der Dürre kann man fast sicher sein, dass die Lebensmittelpreise steigen werden, und der Zorn der Gesellschaft wird sich hauptsächlich gegen die Landwirte richten.

Zweifellos hat der Treibstoffpreis eine große Bedeutung für die Landwirte, schon allein deshalb, weil das Getreide produziert werden muss. Man darf nicht glauben, dass es sich nur um den Transport des Getreides vom Lager zur Mühle, des Mehls von der Mühle zur Bäckerei und des Produkts von der Bäckerei zum Geschäft usw. handelt. Ich möchte an dieser Stelle die Meinung eines guten Bekannten von mir anführen, eines deutschen Unternehmers, der in der Getreidebranche sehr aktiv ist und sein Unternehmen in Grünberg führt. Er sagte mir einmal, dass die Getreideproduktion auf globaler Ebene trotz der verschiedenen Turbulenzen, die wir beobachten, stabil war und ist. Er fügte hinzu, dass, wenn in Europa nichts wächst, es in Australien oder Amerika wächst, es wächst immer irgendwo. Zusammenfassend stellte er fest, dass die Preisschwankungen und -änderungen hauptsächlich ein Spiel der Spekulanten sind, nicht der Landwirte.

Hat er Recht?

Meiner Meinung nach ja. Außerdem sollte man die Tatsache berücksichtigen, dass, wenn beispielsweise der US-Präsident Donald Trump ankündigt, dass er die Straße von Hormuz schließt, und Putin erklärt, dass er den Getreideexport einschränkt, die Börsen und der Handel sofort sehr nervös reagieren. Man kann sagen, sie reagieren verrückt, obwohl sich auf globaler Ebene nicht viel tut und ändert. Das sieht man oft an den Statistiken, aus denen klar hervorgeht, dass in einem bestimmten Jahr eine ähnliche Menge Getreide produziert wurde wie in den Vorjahren, die Preise für Lebensmittel aber dennoch steigen. Es gibt jedoch noch mehr Faktoren für diesen Zustand, unter anderem das „Erleichtern unseres Lebens“ durch Brüssel…

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Abschließend sei angemerkt, dass die Landwirtschaft vor einigen Jahrzehnten anders aussah. Jetzt ist sie besser aufgestellt und wir sollten eigentlich ruhiger sein.

Ich bin nicht mehr der Jüngste und weiß, dass die Landwirtschaft vor 40, 50 Jahren völlig anders aussah. Damals erntete man beispielsweise 4,5 Tonnen Getreide pro Hektar, heute ist es doppelt so viel. Damals gab eine Kuh, sagen wir, 4.500 Liter Milch, heute sogar 11.000 bis 12.000 Liter. Man kann also zweifellos feststellen, dass wir eine hohe Produktion haben, und wenn alles allein von den Landwirten abhinge, sähe die Situation anders aus.

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