Wirtschaftspreis 2026

Erfolgreiche Kooperationen sichtbar machen

17 Juli 2026, 05:00 Wirtschaft

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Polen ist weit mehr als nur Statistik. Sie basiert auf Netzwerken und persönlichem Engagement. Manuela Leibig sprach mit Joanna Maria Stolarek, Mitglied der Geschäftsführung der Deutsch-Polnischen Industrie- und Handelskammer in Polen, über die Arbeit der Kammer und den Wirtschaftspreis, der in diesem Jahr Unternehmen eine besondere Bühne bietet.

Frau Stolarek, für unsere Leser: Was genau verbirgt sich hinter der AHK und wie grenzt sie sich von den Kammern in Deutschland ab?

Die AHK ist die Deutsch-Polnische Industrie- und Handelskammer. Ein wichtiger Unterschied für das Verständnis: Die IHKs sind regional in Deutschland ansässig, während die AHKs die deutsche Wirtschaft im Ausland vertreten. Das tun sie in über 100 Ländern weltweit. In Polen haben wir mittlerweile ca. 1.200 Mitglieder. Wir sind einerseits eine Interessenvertretung gegenüber der Politik und Institutionen, andererseits aber ein sehr starkes Netzwerk. Wir beraten nicht nur deutsche Firmen, die in Polen investieren wollen–, sondern genauso polnische Firmen, die nach Deutschland expandieren. Wir sind also Standortberater, Rechtsbeistand und Netzwerkplattform in einem.

Joanna Maria Stolarek, Mitglied der Geschäftsführung der AHK Polen, über die Arbeit der Kammer und den Wirtschaftspreis
Foto: Agata Kubis

In diesem Jahr feiert der Deutsch-Polnische Wirtschaftspreis sein 6. Jubiläum. Warum hat sich die AHK Polen entschieden, diesen Preis ins Leben zu rufen?

Es gibt im bilateralen Geschäft viele Beispiele erfolgreicher und innovativer Zusammenarbeit, über die zu wenig gesprochen wird. Genau diesen Beispielen möchten wir eine Bühne geben. Der Preis zeichnet Unternehmen und wirtschaftliche Initiativen aus, die messbare Ergebnisse erzielt und Arbeitsplätze geschaffen haben. Es geht darum, diesen Erfolg sichtbar zu machen.

Wer darf sich angesprochen fühlen? Ist der Wettbewerb nur für große deutsche Konzerne gedacht?

Ganz und gar nicht. Es dürfen sich alle Firmen melden, die in Polen und in Deutschland arbeiten. Es geht um die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im weitesten Sinne. Die Teilnahme ist übrigens kostenlos und man muss auch kein AHK-Mitglied sein, um sich zu bewerben. Wir wollen die gesamte Breite der wirtschaftlichen Kooperation abbilden.

Ein solcher Bewerbungsprozess ist für Firmen immer mit Aufwand verbunden. Was ist der Mehrwert für die Teilnehmer?

In erster Linie eine enorme Sichtbarkeit. Wer teilnimmt, wird Teil eines großen, einflussreichen Netzwerks. Die Preisverleihung findet in diesem Jahr in einem besonders attraktiven Rahmen statt: am 26. Oktober beim Deutsch-Polnischen Wirtschaftsforum in Warschau. Dort kommen die Wirtschaftsminister beider Länder zusammen – Katharina Reiche aus Deutschland und Andrzej Domański aus Polen. Eine bessere Bühne kann man sich als Unternehmen kaum wünschen.

Erfolgreiche Kooperationen sichtbar machen: Ein Rückblick auf die feierliche Preisverleihung des letzten Jahres.
Foto: AHK Polen

Wie läuft die Auswahl ab? Ist es für die Jury schwierig, einen Sieger zu bestimmen?

Die Jury besteht aus echten Unternehmensvertretern. Diese entscheiden aber nicht allein: Besonders am Preis ist, dass die fünf Finalisten live auf der Bühne pitchen und das Publikum – bestehend aus der polnisch-deutschen Wirtschaft – über den Sieger mitentscheidet. Der Preis ist auch für die deutsche Botschaft in Warschau sowie die polnische Botschaft in Berlin eine wichtige Orientierung. Wir wollen wissen: Wer macht was Interessantes? Wir sehen immer wieder Firmen mit riesigem Potenzial. Diesen Unternehmen wollen wir durch spezielle Auszeichnungen im Rahmen des Wettbewerbs einen zusätzlichen Anschub geben und zeigen, wer sie sind und was sie leisten.

Ein Symbol für den gemeinsamen Erfolg: Die Statuette des Wirtschaftspreises 2026 macht erfolgreiche deutsch-polnische Kooperationen sichtbar.
Foto: AHK Polen

Frau Stolarek, vielen Dank für diese Einblicke.

 

Deutsch-Polnischer Wirtschaftspreis 2026

Der Preis der AHK Polen ehrt herausragendes Engagement in den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen.

  • Bewerbungsschluss: Juli 2026
  • Der Gewinn: Neben der Auszeichnung erhalten die Gewinner eine einjährige AHK-Mitgliedschaft inklusive Zugang zu Netzwerk, Rechts-, Steuer- und Standortberatung.
  • Teilnahme: Kostenfrei, offen für alle Unternehmen (keine Kammer-Mitgliedschaft vorab erforderlich).
  • Preisverleihung: Oktober 2026 in Warschau (im Beisein der Wirtschaftsminister beider Länder).

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