Musik kennt keine Sprachgrenzen – genau diese Botschaft stand am Samstagabend beim Kreiskonzert der Deutschen Minderheit 2026 in Reinschdorf im Mittelpunkt. Zahlreiche Besucher erlebten ein abwechslungsreiches Programm, das Generationen, Musikstile und Menschen aus verschiedenen Orten der Region zusammenführte. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien (SKGD) in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Reinschdorf und dem Kulturzentrum in Reinschdorf.
Schon zur Eröffnung wurde deutlich, worum es an diesem Abend ging: um Begegnung, Gemeinschaft und die Pflege des kulturellen Erbes der deutschen Minderheit.
„Musik hat eine besondere Kraft, weil sie nicht fragt, woher wir kommen oder welche Sprache wir im Alltag sprechen. Sie verbindet Menschen – unabhängig von Sprache, Alter oder Herkunft“, betonte Aneta Knura-Zawada, Vorstandsmitglied der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien.

Foto: Dominika Bassek
Vertreter der Gemeinde sowie der SKGD begrüßten die Gäste und unterstrichen die Bedeutung solcher Veranstaltungen für das gesellschaftliche Leben in der Region.
„Wir freuen uns sehr, dass das Kreiskonzert der Deutschen Minderheit in diesem Jahr bei uns in der Gemeinde Reinschdorf stattfindet. Die deutsche Minderheit ist hier seit vielen Jahren aktiv, bereichert unser gesellschaftliches Leben und trägt dazu bei, dass Sprache, Kultur und Traditionen lebendig bleiben. Solche Veranstaltungen zeigen, wie wichtig Begegnung und gemeinsames Engagement für unsere Gemeinschaft sind“, sagte Tomasz Kandziora, Bürgermeister der Gemeinde Reinschdorf.
Von Volksliedern bis modernen Klängen
Den musikalischen Auftakt gestaltete Maja Gerstenberg aus Oberglogau. Die junge Sängerin, die seit Jahren bei Veranstaltungen der deutschen Minderheit auftritt, überzeugte mit einem vielseitigen Repertoire.
Mit viel Energie musizierte das Blasorchester der Gemeinde Czissek weiter, das unter der Leitung von Marek Kostka auftrat. Musikerinnen und Musiker unterschiedlichen Alters bewiesen eindrucksvoll, wie gemeinsames Musizieren Menschen verbindet und das Vereinsleben in den DFK-Ortsgruppen bereichert.
Dass musikalische Tradition in Oberschlesien von Generation zu Generation weitergegeben wird, zeigte anschließend die Gesangsgruppe Walczanki aus Walzen. Seit mehr als fünf Jahrzehnten gehört die Gesangsgruppe zum kulturellen Leben der Deutschen Minderheit. Mit ihren Volksliedern erinnerten sie daran, dass viele Traditionen nicht in Archiven, sondern vor allem in gemeinsam gesungenen Liedern weiterleben.
„Musik hat eine besondere Kraft, weil sie nicht fragt, woher wir kommen oder welche Sprache wir im Alltag sprechen. Sie verbindet Menschen – unabhängig von Sprache, Alter oder Herkunft“, betonte Aneta Knura-Zawada.
Für einen völlig anderen Akzent sorgten die Majoretten RYTM IV Cisek. Die mehrfach ausgezeichnete Formation begeisterte mit präzisen Choreografien, tänzerischer Dynamik und beeindruckender Bühnenpräsenz. Das Publikum honorierte jeden der Auftritte mit lang anhaltendem Applaus.

Foto: Dominika Bassek
Den Abschluss des offiziellen Programms bildete die Band Keen Flow. Die Musiker mit deutschen Wurzeln präsentierten einen modernen Mix aus Rock, Pop, Funk, Blues und R’n’B und bewiesen, dass die Kultur der deutschen Minderheit nicht nur Tradition, sondern ebenso Gegenwart und kreative Weiterentwicklung bedeutet. Viele Besucher ließen sich von der mitreißenden Atmosphäre anstecken und feierten gemeinsam bis in den Abend hinein.
Vielfalt als Stärke der deutschen Minderheit
„Wir möchten mit unseren Kreiskonzerten zeigen, wie vielfältig die musikalische Landschaft der Deutschen Minderheit ist. Unser Programm reicht von traditionellen Volksgruppen, die unser kulturelles Erbe bewahren, bis hin zu jungen Künstlerinnen und Künstlern, die moderne Musikstile mitbringen und neue Wege gehen. Diese Vielfalt zeigt, dass die Kultur der Deutschen Minderheit lebendig ist und viele Generationen miteinander verbindet“, sagte Anna Koschny, Organisatorin der Konzertreihe aus SKGD.

Neben dem musikalischen Programm bot das Konzert vor allem Gelegenheit zu Begegnungen. Foto: Dominika Bassek
Neben dem musikalischen Programm bot das Konzert vor allem Raum für Begegnungen. Mitglieder der Deutschen Minderheit aus verschiedenen Gemeinden, Vertreter der Kommunalpolitik sowie zahlreiche Gäste nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Gerade diese persönlichen Gespräche machen die Kreiskonzerte seit Jahren zu einem festen Bestandteil des kulturellen Kalenders der deutschen Minderheit in der Woiwodschaft Oppeln.
Das Konzert wurde aus Mitteln des polnischen Ministeriums für Inneres und Verwaltung sowie des Bundesministeriums des Innern Deutschlands über den Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen finanziert.
Die Veranstaltung in Reinschdorf war bereits das zweite Kreiskonzert der Deutschen Minderheit in diesem Jahr. Das nächste Konzert findet am 26. Juli in Poppelau statt. Dort erwartet die Besucher erneut ein vielfältiges Programm mit Künstlerinnen und Künstlern aus der Region.