Neuen Sommerausstellungen in Breslau

„Fast 800.000 Besucher 2025″: Auch 2026 viele Ausstellungen im Nationalmuseum Breslau

9 Mai 2026, 18:00 Geschichte

Ein Rekord: Fast 800.000 Menschen besuchten 2025 das Nationalmuseum Breslau und seine Zweigstellen, mehr als jemals zuvor in den vergangenen acht Jahrzehnten, wie Museumsdirektor Prof. Piotr Oszczanowski vor der Presse am 9. Januar mitteilte. Wie er ankündige werden 2026 die Besucher in drei Abteilungen zwölf Ausstellungen sehen können. Unter anderem werden mittelalterliche Kunst aus Schlesien, niederländische Fliesen, spanische Azulejos, Darstellungen des Heiligen Franziskus zu dessen 800. Todestags, die moderne Goldschmiedekunst der schlesischen Friedenskirchen sowie Werke von Koji Kamoji oder Ali Savashevich aus Belarus präsentiert.

Vom 16. Mai bis zum 16. August zeigt das Ethnografische Museum die Schau „Ala Savashevich. Dein Körper ist ein Arbeitsfeld”. Die in Weißrussland geborene und in Polen lebende Künstlerin ist inspiriert von den Sammlungen des Ethnografischen Museums. In der Ausstellung werden ihre Werke präsentiert, in denen sich die Künstlerin mit dem Thema der Arbeit von Frauen auseinandersetzt: wie sie dargestellt wird, wie sich das Bild der Frauen in der Kunst und ihrer Darstellung verändert. Im Hauptgebäude des Nationalmuseums werden im Juni zwei Ausstellungen eröffnet. Vom 2. Juni bis 30. August kann man dort eine kleine Sonderschau „Medaillenkunst aus den Jahren 1770–1799 in der Sammlung des Nationalmuseums in Breslau” besichtigen. Ab dem 9. Juni können die Besucher die Ausstellung „Fliesen, Kacheln, Tafeln. Keramische Intermezzi” sehen, welche am 30. August 2026 endet. Gezeigt werden interessante Exponate aus der Museumssammlung: farbenfrohe spanische Azulejos und kobaltblaue holländische Fliesen.

„Diese Ausstellung ist ein Leckerbissen für alle, die sich für die Geschichte Schlesiens und die beiden Friedenskirchen in Jauer/ Jawor und Schweidnitz/ Świdnica interessieren.”
Dr. Barbara Banaś, stellvertretende Direktorin des Breslauer Nationalmuseums

Mittelalterliche Kunst aus Schlesien

Vom 31. Juli bis zum 30. Dezember können die Besucher im Vier-Kuppel-Pavillon eine hochinteressante Sonderschau „Hundertjähriges Jubiläum. Zum Jahrestag der großen Ausstellung mittelalterlicher Kunst aus Schlesien” besichtigen. Die Ausstellung wird im Rahmen des Projektes „Gotik in Polen” (2026-2027) vorbereitet, welches auch vom Nationalmuseum Posen und Königsschloss Wawel in Krakau realisiert wird. Die Breslauer Ausstellung knüpft an die berühmte Schau an, die vor 100 Jahren unter dem Titel „Schlesische Malerei und Plastik des Mittelalters” in Breslau stattfand. Sie wurde von Heinz Braune und Erich Wiese organisiert und stellte einen bedeutenden Beitrag zur Erforschung der mittelalterlichen Kunst in Schlesien dar. Von dieser Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erhalten geblieben, der 1929 veröffentlicht wurde und bis heute eine unschätzbare Wissensquelle für Forscher dieser Epoche ist. Im Rahmen dieser Ausstellung werden 200 Exponate zu sehen sein, die die mittelalterliche Kunst Schlesiens repräsentieren. „Ausstellungen mittelalterlicher Kunst sind aufgrund der besonderen Materie äußerst selten – die Exponate sind 500 bis 600 Jahre alt und ihr Transport erfordert höchste Sorgfalt und die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften”, so Prof. Piotr Oszczanowski.

Goldschmiedekunst in den Friedenskirchen

Im Ethnografischen Museum ist ab dem 26. September die Sonderschau „Leben auf Kohle. Menschen, Landschaften, Kulturerbe angesichts der Energiewende” zu sehen. Das Leben der Menschen, die in die Umgebung des Kohlekraftwerks Turów gezogen sind, dreht sich um Braunkohle. Die Ausstellung umfasst Erinnerungen und Erzählungen der lokalen Bevölkerung, Bilder des ehemaligen Reichenau/Bogatynia, des Kurorts Bad Oppelsdorf/Opolno-Zdrój und des Geisterdorfes Weigsdorf/Wigancice Żytawskie, das zu Beginn des 21. Jahrhunderts aufgelöst wurde. Die Schau kann man bis zum 29. November besichtigen.

Holzschnitzschule in Bad Warmbrunn

Im Hauptgebäude des Nationalmuseums wird zudem ab dem 1. Oktober eine Sonderausstellung „Moderne Goldschmiedekunst in den schlesischen Friedenskirchen” gezeigt, die man bis zum 30. Dezember sehen kann. In der Schau sind historische Goldschmiedearbeiten aus der Barockzeit zu sehen, die einst die schlesischen Friedenskirchen schmückten. „Diese Ausstellung ist ein Leckerbissen für alle, die sich für die Geschichte Schlesiens und die beiden Friedenskirchen in Jauer/Jawor und Schweidnitz/Świdnica interessieren. Wir kennen ihre Malereien und ihre architektonische Gestaltung, wissen aber viel weniger über die Artefakte, mit denen die Kirchen ausgestattet sind”, betont Dr. Barbara Banaś, stellvertretende Direktorin des Breslauer Nationalmuseums.

Hundertjähriges Jubiläum. Zum Jahrestag der großen Ausstellung mittelalterlicher Kunst aus Schlesien
Foto: Nationalmuseum Breslau

Ebenfalls im Hauptgebäude des Museums wird in diesem Jahr noch eine Ausstellung „Maestro und Schüler. Cirillo dell’Antonio und die Holzschnitzschule in Bad Warmbrunn/Cieplice” präsentiert, welche vom 27. Oktober 2026 bis 21. Februar 2027 besichtigt werden kann. In den Jahren 1922–1940 war der Tiroler Bildhauer Cirillo dell’Antonio Direktor der Holzschnitzschule in Bad Warmbrunn. Er realisierte über Jahre hinweg ein Lehrprogramm, dank dem es zu einer Wiederbelebung des Handwerks kam. Die damals entstandenen Werke, die in schlesischen Kirchen zu finden sind, sind Beispiele für hohe Kunst.

Vor Ende 2026 wird im Ethnografischen Museum eine Galerie für nicht-professionelle Kunst eröffnet. Im Rahmen dieser einzigartigen Dauerausstellung werden Werke von autodidaktischen Künstlern aus Niederschlesien zu sehen sein, darunter Anna Binkowska, Jarosław Furgała und Józef Mączyński. Außerdem werden die interessantesten zeitgenössischen Objekte aus der Sammlung der Volkskunst des Ethnografischen Museums gezeigt: Gemälde, Grafiken, Skulpturen, Modelle und bewegliche Spielzeuge. Wie jedes Jahr wird man in diesem Museum ab dem 8. Dezember 2026 „Die schönste Weihnachtskrippe” bewundern können. Mehr unter: mnwr.pl/en/category/exhibitions/

Magdalena Ilgmann
Schlesien Heute

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