Vaterland: Rüstungsausgaben steigen deutlich

1 Mai 2026, 05:00 Politik 23

Unser Format „Vaterland“ fasst alle wichtigen Neuigkeiten aus der Bundesrepublik Deutschland für Sie zusammen. Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur in der Bundesrepublik auf einen Blick. 

Kanzler mit Migrationspolitik zufrieden

Bundeskanzler Friedrich Merz zeigt sich mit dem derzeitigen Stand der deutschen Migrationspolitik zufrieden. Ihm zufolge sei das Problem mittlerweile weitgehend gelöst. Merz betonte unlängst bei einem Treffen der Union in Berlin, dass die aktuellen Statistiken eine ganz klare Sprache sprächen. Da die Zahl der Menschen, die nach Deutschland kommen, massiv gesunken sei, könne man nun davon sprechen, die Krise im Griff zu haben. Tatsächlich zeigen die Daten für das Jahr 2025 einen starken Rückgang: Mit etwa 168.500 Asylanträgen gab es nur halb so viele wie im Vorjahr. Doch schaut man genauer hin, mischen sich auch kritische Töne in das Bild. Experten weisen darauf hin, dass der Rückgang stark mit dem Ende des Krieges in Syrien zusammenhängt – ein Faktor, den der Kanzler in seiner Rede nicht ausdrücklich erwähnte. Zudem bleibt die Frage offen, wie mit den vielen Menschen umgegangen wird, die das Land eigentlich verlassen müssten. Mitte 2025 waren über 226.000 Personen ausreisepflichtig, wobei der Großteil von ihnen aufgrund einer sogenannten Duldung vorerst bleiben darf. Auch beim Familiennachzug gab es mit 110.000 erteilten Visa weiterhin viel Bewegung. Merz selbst gab zu, dass man noch nicht am endgültigen Ziel angekommen sei.
Quelle: bild.de

Friedrich Merz.
Foto: Sandro Halank / Wikimedia Commons.

Berliner Straße nach Helmut Kohl benannt

Wichtige Ehrung für Altkanzler Helmut Kohl. Eine Straße in Berlin wird nun nach dem bedeutenden Politiker benannt. Die bisherige Hofjägerallee wird offiziell zur Helmut-Kohl-Allee. Diese Straße ist nicht zufällig gewählt, denn sie führt direkt von der berühmten Siegessäule mitten durch den Park bis hin zur Parteizentrale der CDU. Bevor das neue Schild feierlich enthüllt wird, gibt es ein umfangreiches Programm. Verschiedene Stiftungen, die an Kohl und Konrad Adenauer erinnern, haben sich dafür zusammengetan. Los geht es in einer nahegelegenen Akademie, wo bekannte Persönlichkeiten wie Annegret Kramp-Karrenbauer die Gäste begrüßen. Auch Berlins Bürgermeister Kai Wegner wird eine Rede halten. In einer Gesprächsrunde soll zudem darüber diskutiert werden, wie wichtig Kohl als „Kanzler der Einheit“ für Deutschland war. Er regierte das Land von 1982 bis 1998, also genau in der Zeit, als die Mauer fiel und Deutschland wieder zusammenwuchs. Trotz seiner großen Erfolge bei der Wiedervereinigung bleibt Helmut Kohl für viele eine umstrittene Figur. Das liegt vor allem an der Affäre um geheime Parteispenden, die gegen Ende seiner Karriere für viel Wirbel sorgte. Dennoch wird er nun mit dieser Umbenennung dauerhaft im Stadtbild der Hauptstadt verewigt.
Quelle: morgenpost.de

Fotoquelle: reddit

Kernenergie wieder Gesprächsthema

Immer lauter werden die Stimmen, die fordern, dass Deutschland sich erneut der Kernenergie annähern sollte. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen macht sich nun für diesen Weg stark. Bei einem Treffen der Union in Berlin erklärte sie, dass Europa viel zu abhängig von teurem Öl und Gas aus dem Ausland sei. Die ständigen Krisen im Nahen Osten hätten gezeigt, wie schnell die Preise steigen können, ohne dass am Ende mehr Energie zur Verfügung steht. Für sie ist klar: Europa müsse seinen Strom wieder stärker selbst produzieren, um unabhängiger und wirtschaftlich sicherer zu werden. Dabei setzt von der Leyen nicht nur auf Wind- und Solarenergie, sondern auch auf Atomkraft. Ihr Argument: Kernenergie schadet dem Klima kaum und liefert im Gegensatz zu erneuerbaren Energien rund um die Uhr zuverlässig Strom. Besonders vielversprechend seien neue, kleine Reaktoren, an denen weltweit – von den USA bis Japan – intensiv geforscht wird. Die EU investiert deshalb bereits viel Geld in die Entwicklung dieser Technik, um künftig auf verschiedene Arten sauberer Energie setzen zu können. In der deutschen Politik sorgt das allerdings für erheblichen Streit. Während CDU und CSU den Vorschlag unterstützen und eine Rückkehr zur Atomkraft befürworten, lehnt die SPD dies ab. Die Koalition ist sich in dieser wichtigen Frage also alles andere als einig.
Quelle: handelsblatt.com

Hoffnung für Krankenkassenbeitragszahler

Neue Aussagen machen Hoffnung auf niedrigere Beiträge für gesetzlich Versicherte. Das liegt vor allem an einem neuen Plan der Gesundheitsministerin Nina Warken, der erhebliche Einsparungen bringen soll. Die gesetzlichen Kassen blicken daher vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Laut dem Vorsitzenden ihres Verbandes, Oliver Blatt, könnten die Kosten für die Versicherten durch dieses Sparpaket nicht nur stabil bleiben, sondern möglicherweise sogar sinken. In einem Gespräch erklärte Blatt, dass das neue Gesetz eine echte Chance sei, den Geldbeutel der Bürger zu entlasten. Wenn alles wie geplant umgesetzt wird, könnten die Beiträge im Durchschnitt zurückgehen. Wie stark genau, ist allerdings noch unklar. Das hängt von der jeweiligen Kasse ab, da viele zunächst ihre finanziellen Rücklagen wieder auffüllen müssen. Entscheidend wird sein, wie die Regierung über das Paket entscheidet. Es geht um Einsparungen in Höhe von fast 20 Milliarden Euro. Ein zentraler Streitpunkt ist dabei, wer künftig die Krankenkosten von Bürgergeldempfängern trägt. Derzeit werden diese von den Kassen übernommen, doch viele fordern, dass der Staat diese Milliardenkosten trägt. Um den Bundeshaushalt nicht sofort zu überlasten, schlägt Blatt vor, diese Zahlungen schrittweise in den kommenden Jahren zu erhöhen.
Quelle: cash-online.de

Nina Warken.
Foto: Katharina Böcker / Wikimedia Commons.

Rüstungsausgaben steigen deutlich

Deutschlands Armee soll gestärkt werden – vor allem durch höhere Investitionen. Die Bundesrepublik hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld ausgegeben und die Militärausgaben um fast ein Viertel erhöht. Insgesamt flossen 97 Milliarden Euro in die Verteidigung, womit Deutschland weltweit auf den vierten Platz bei den Militärausgaben vorgerückt ist. Das zeigt ein aktueller Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts (SIPRI). Auch weltweit steigen die Ausgaben weiter an: Insgesamt wurden fast drei Billionen US-Dollar für Militär und Rüstung ausgegeben – so viel wie seit Langem nicht mehr. Besonders in Europa wird massiv aufgerüstet. Gründe dafür sind unter anderem der anhaltende Krieg zwischen Russland und der Ukraine sowie die wachsende Bereitschaft vieler NATO-Staaten, mehr in ihre Verteidigung zu investieren. Interessanterweise haben die USA ihre Ausgaben zuletzt etwas reduziert. Dies hing vor allem damit zusammen, dass Präsident Donald Trump die Unterstützung für die Ukraine zeitweise gestoppt hatte. Experten gehen jedoch davon aus, dass dies nur eine vorübergehende Entwicklung war und die USA bald wieder höhere Summen investieren werden. Während die Ausgaben im Nahen Osten – etwa in Israel und im Iran – zuletzt leicht zurückgingen, bleibt der globale Trend eindeutig: Die Welt rüstet auf. Deutschland spielt dabei inzwischen eine führende Rolle.
Quelle: militaeraktuell.at

Foto: Unsplash/filip-andrejevic

Tabaksteuer wird zum Thema

Schon bald könnte es einen weiteren Anreiz geben, mit dem Rauchen aufzuhören. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil stellt eine neue Steuer in Aussicht. Sollten seine Pläne umgesetzt werden, müssen Raucher in Deutschland künftig deutlich mehr bezahlen. Geplant ist, die Tabaksteuer in zwei Stufen anzuheben – und zwar bereits ab September 2026. Insgesamt sollen die Abgaben um rund 20 Prozent steigen. Wer derzeit etwa acht oder neun Euro für eine Schachtel zahlt, muss sich auf spürbare Preiserhöhungen einstellen. Die erste Anhebung soll am 1. September 2026 in Kraft treten und den Preis pro Packung um mehr als einen Euro erhöhen. Zum Jahreswechsel folgt dann die zweite Stufe. Am Ende könnte eine Schachtel mit 20 Zigaretten bis zu 10,80 Euro kosten. Für Paare, in denen beide rauchen, bedeutet das eine erhebliche finanzielle Belastung: Experten schätzen, dass solche Haushalte jährlich rund 1.200 Euro mehr ausgeben müssten. Vertreter großer Tabakkonzerne wie Philip Morris International sowie Branchenverbände warnen jedoch davor, dass viele Raucher bei steigenden Preisen auf illegale Produkte oder Schmuggelware ausweichen könnten.
Quelle: nius.de

Foto: Haim Charbit/unsplash

Łukasz Biły

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