Rekordbeteiligung und klare Botschaft
125 Finalisten, 379 Teilnehmende insgesamt – der Wissenswettbewerb über die deutsche Minderheit zeigt, wie stark Interesse, Wissen und Identitätsbewusstsein der jungen Generation sind.
Schon beim Auftakt wurde es deutlich: Dieses Finale ist kein gewöhnlicher Schulwettbewerb. Als am Montag, dem 27. April, die besten Schülerinnen und Schüler der Region in Malapane zusammenkamen, ging es um mehr als richtige Antworten. Es ging um Wissen, Identität – und um die Zukunft der deutschen Minderheit.
Der 16. Wissenswettbewerb über die deutsche Minderheit, organisiert von der Sozial-Kulturellen Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien, erreichte in diesem Jahr eine neue Dimension. Insgesamt nahmen 379 Schülerinnen und Schüler aus 42 Schulen teil. 57 Lehrkräfte begleiteten sie auf diesem Weg.
125 der Besten qualifizierten sich für das Woiwodschaftsfinale in Malapane – eine Auswahl, die für sich spricht.
„Das ist längst mehr als ein Wettbewerb – das ist eine beeindruckende Landschaft junger Talente“, hieß es bei der Eröffnung.

Finale in Malapane.
Foto: Dominika Bassek
Struktur mit Gewicht
Die Initiative zu diesem Wettbewerb geht auf das Abgeordnetenbüro von Ryszard Galla zurück, das damit frühzeitig ein Format geschaffen hat, das Wissen über die deutsche Minderheit systematisch fördert und sichtbar macht.
Der Wettbewerb ist kein symbolisches Projekt. Er steht unter der Schirmherrschaft des Kuratoriums für Bildung in Oppeln und gehört zu den offiziellen Woiwodschaftswettbewerben. Seine Ergebnisse können konkrete Auswirkungen auf die weitere schulische Laufbahn der Teilnehmenden haben.
Getragen wird die Initiative von starken Partnern: dem polnischen Innenministerium sowie dem Bundesministerium des Innern und für Heimat der Bundesrepublik Deutschland – vermittelt über den Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen.
Partner des diesjährigen Finales war zudem die Universität Opole. Ein Expertenteam aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Opole war an der Erstellung und Bewertung der Aufgaben beteiligt – ein Detail, das den hohen fachlichen Anspruch unterstreicht.
Anspruchsvolle Inhalte
Inhaltlich verlangt der Wettbewerb weit mehr als reines Auswendiglernen. Die Fragen reichen von der Geschichte der deutschen Minderheit über die Tätigkeit der DFK-Strukturen bis hin zu europäischen Regelungen wie der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen.
Der Wettbewerb gliedert sich in zwei Teile: einen Wissenstest mit 30 Fragen sowie eine zusätzliche schriftliche Aufgabe für besonders engagierte Finalistinnen und Finalisten. Hier geht es nicht nur um richtige Antworten, sondern auch um Ausdruck, Interpretation und Argumentation.

Wissenwettbewerb über die deutsche Minderheit.
Foto: Dominika Bassek
Stimmen der Teilnehmenden
Was sagen die Schülerinnen und Schüler selbst?
„Insgesamt war es nicht schlecht, aber einige Fragen konnten überraschen. Man musste wirklich genau nachdenken, um sie richtig zu beantworten“, meinte eine Schülerin aus der Alterskategorie der Klassen IV–VI.
Die Themen der deutschen Minderheit sind nicht nur historisch relevant, sondern auch hochaktuell.
„Der erweiterte Teil war für mich leicht, weil er sich mit Denkmälern beschäftigt hat und man viel schreiben konnte. Er bot mehr Freiheit als der Test, und man konnte zeigen, was man wirklich weiß und denkt“, sagte ein Teilnehmer der zweiten Kategorie (Klassen VII–VIII).
Prominente Gäste und klare Signale
Die Bedeutung der Veranstaltung spiegelte sich auch in der Gästeliste wider. Unter den Ehrengästen waren unter anderem der deutsche Konsul in Oppeln, Peter Herr, Rafał Bartek, Vorsitzender der SKGD und des Dachverbandes der deutschen Minderheit, sowie Ryszard Galla, Berater des Sejmmarschalls für Minderheitenfragen.
Ebenfalls anwesend waren Norbert Rasch, Bevollmächtigter des Vorstandes der Woiwodschaft Oppeln für Multikulturalität, Marek Mazurkiewicz, Bevollmächtigter für nationale und ethnische Minderheiten, Joanna Raźniewska, Oppelner Bildungskuratorin, Mirosław Wieszołek, Bürgermeister von Malapane, sowie Jolanta Bajor, Direktorin der Grundschule Nr. 3 in Malapane.
Ihre Anwesenheit ist ein deutliches Signal: Die Themen der deutschen Minderheit sind nicht nur historisch relevant, sondern auch hochaktuell.
Wettbewerb und Begleitprogramm
Parallel zum Wettbewerb nahmen Lehrkräfte an Workshops teil, die vom Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit geleitet wurden, während Schülerinnen und Schüler zusätzliche Bildungsangebote des BJDM nutzten.
Nach einem intensiven Wettbewerbstag folgte die Übergabe von Diplomen an die Finalistinnen und Finalisten. Die endgültigen Ergebnisse werden auf der Internetseite www.skgd.pl veröffentlicht. Die feierliche Preisverleihung findet am 27. Mai um 17:00 Uhr im Weißen-Adler-Saal des Marschallamtes der Woiwodschaft Oppeln statt.
Mehr als ein Wettbewerb
Was bleibt, ist mehr als ein Wettbewerbsergebnis. Wer hier teilnimmt, lernt nicht nur für einen Wettbewerb, sondern für seine Rolle in einer Gemeinschaft, die auch in Zukunft gehört werden will.
Dominika Bassek

