Der Schöpfer des industriellen Schlesiens und sein bewegtes Vermächtnis
Vor Kurzem jährte sich der Geburtstag einer Persönlichkeit, die zwar nicht aus Schlesien stammte, sich aber um diese Region und insbesondere um Königshütte verdient gemacht hat. Am 23. März 1752 wurde Friedrich Wilhelm von Reden in Hameln geboren.
Von den Europareisen zur industriellen Revolution
Inspiriert von seinem Onkel Friedrich Anton von Heynitz, dem Minister für Bergbau und Hüttenwesen in Preußen, unternahm er in seiner Jugend eine Reise durch Europa, um sich mit modernen Methoden des Kohleabbaus und der Stahlverhüttung vertraut zu machen. Das so erworbene Wissen ermöglichte es ihm, als er Direktor des Obersten Bergbaureferats in Breslau wurde, eine Umstrukturierung des Bergbaus in Schlesien durchzuführen.
Für seine Verdienste in Schlesien wurde Reden vom preußischen König Friedrich Wilhelm II. mit einem Adelstitel geehrt.
Oberschlesien verdankt Reden den wirtschaftlichen Aufschwung sowie die Entwicklung moderner Abbau- und Verarbeitungsmethoden und die Einführung technischer Innovationen und neuer Technologien. Kein Wunder also, dass Friedrich Wilhelm Graf von Reden Minister in der Ministerialabteilung für Bergbau und Hüttenwesen wurde. Da ihm auch die Planung und Gründung der Eisenhütte Königshütte zu verdanken ist, gilt er als Gründer der Stadt.
Politik, Napoleon und der Niedergang
Seine Tätigkeit im Bereich Wirtschaft und Industrie fiel in eine Zeit turbulenter politischer Umwälzungen in Europa. Da er nicht wollte, dass der Preußisch-Französische Krieg die Entwicklung der Region Oberschlesien beeinträchtigte, schloss Reden ein Abkommen mit Napoleon Bonaparte und huldigte ihm.
Dies ermöglichte es ihm, trotz des Machtwechsels im Staat im Amt zu bleiben. Als Preußen jedoch nach einigen Jahren einen Vertrag mit Frankreich schloss, geriet Friedrich Wilhelm Graf von Reden beim König in Ungnade und musste schwerwiegende Konsequenzen tragen, darunter den Verlust seiner Ämter ohne Anspruch auf eine Pension.
Denkmal, Erinnerung und Kontroversen
In der Stadt, deren Gründer er war, geriet er jedoch nicht in Vergessenheit. Zum fünfzigsten Jahrestag der Inbetriebnahme des ersten Hochofens wurde ein Denkmal für Reden entworfen und errichtet, das von Theodor Erdmann Kalide geschaffen wurde. Interessanterweise spendete der neue preußische König Friedrich Wilhelm IV. einen beträchtlichen Betrag für das Denkmal.
Das Reden-Denkmal wurde im September 2002 in Anwesenheit der Familie Reden, einer Delegation des DFK sowie weiterer Persönlichkeiten enthüllt.
Der Hügel, auf dem es aufgestellt wurde, wurde Redenberg genannt, und das Gelände rund um das Denkmal wurde zu einem Stadtpark. Auf dem Sockel befindet sich die Inschrift: „Im Jahr 1852 errichteten die Begründer des schlesischen Bergbaus, die dankbare Bergbau- und Hüttenindustrie sowie die Arbeiter Schlesiens dieses Denkmal.“
Der Name des Hügels blieb unter den Einwohnern erhalten, obwohl er nach dem Zweiten Weltkrieg in „Góra Wyzwolenia“ (Befreiungsberg) umbenannt wurde. Das Denkmal selbst hat die Geschichte jedoch nicht überdauert.
Nach der Teilung Schlesiens im Jahr 1922 fand sich Königshütte (Chorzów) in Polen wieder. Das Denkmal blieb zunächst an seinem Standort, doch die zunehmenden Spannungen führten zu seiner Zerstörung – im Juli 1939 wurde es beschossen und anschließend abgerissen.

Pomnik po rewitalizacji Placu Hutników (2020)
Bereits ein Jahr später, nach der Besetzung dieser Gebiete durch Deutschland, wurde das Denkmal wieder aufgebaut und neu aufgestellt. Außerdem wurde eine neue, propagandistische Inschrift hinzugefügt.
Das Schicksal des Denkmals nach dem Krieg
Das Denkmal überstand den Krieg, aber nicht die „Befreiung“ im Jahr 1945 – es wurde erneut zerstört, und die Figur Redens wurde vernichtet und eingeschmolzen. Erhalten blieb lediglich der Kopf der Statue, der in einem Keller in Königshütte landete und sich heute im Hüttenmuseum befindet.
Nach vielen Jahrzehnten beschloss der Stadtrat auf Antrag des Vereins der Freunde von Königshütte, das Denkmal wiederaufzubauen. Mit der Ausführung der Figur wurde Augustyn Dyrda beauftragt, und der Guss wurde vom Studio Szymanowo in Posen angefertigt. Das Denkmal wurde im September 2002 in Anwesenheit u. a. der Familie Reden und einer Delegation des DFK enthüllt.
Aus Sicherheitsgründen wurde es an einem neuen Standort aufgestellt – auf dem Plac Hutnika in der Nähe des Marktplatzes. Die Entscheidung erwies sich als richtig, da das Denkmal seit über 20 Jahren kein Ziel von Vandalismus mehr geworden ist.
Das bedeutet jedoch nicht, dass es keinerlei Kontroversen gab – es gab Versuche, die Ruhe rund um das Denkmal durch Happenings zu stören, was auf Widerstand seitens der deutschen Minderheit stieß.
Heute finden in seiner Nähe lokale Veranstaltungen und Integrationstreffen statt – unter den wachsamen Augen Redens, des „Preußen vom Denkmal“, wie ihn nationalistische Kreise nennen.
Es bleibt zu hoffen, dass niemand jemals wieder auf die Idee kommt, das Friedrich-Wilhelm-von-Reden-Denkmal zu beschädigen.
