Die Stiftung für das Schloss in Koppitz hat eine Förderung in Höhe von 103.000 Złoty aus dem ministeriellen Programm zum Schutz von Denkmälern erhalten. Die Mittel sollen für die Rekonstruktion des Daches aus Naturschiefer an der Schaffgotsch-Gruftkapelle verwendet werden, die auch als Parkmausoleum bekannt ist. Es handelt sich um einen weiteren Schritt zur Sicherung des Schloss- und Parkensembles und um eine reale Chance, den fortschreitenden Verfall des Objekts aufzuhalten.
Die Kapelle befindet sich seit Jahren in einem schlechten technischen Zustand. Die beschädigte Dacheindeckung führte zu Feuchtigkeit in den Mauern und zur Zerstörung der Konstruktion. Die Rekonstruktion des historischen Daches wird dem Bauwerk nicht nur sein ursprüngliches Erscheinungsbild zurückgeben, sondern vor allem das Innere vor weiterer Zerstörung schützen. Für die gesamte Schloss- und Parkanlage ist dies ein Schritt von entscheidender Bedeutung.
Entstehung und Architektur der Kapelle
Die Schaffgotsch-Gruftkapelle befindet sich am Rand des Parks in Koppitz. Das genaue Baujahr ist nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass sie im Jahr 1900 noch nicht existierte und dass 1914 bereits die erste Bestattung dort stattfand. Sie muss also zwischen 1901 und 1914 errichtet worden sein. Alles deutet darauf hin, dass die Entscheidung zum Bau nach dem Tod von Johanna Schaffgotsch, geborene Gryzik, im Jahr 1910 getroffen wurde.
Die erhaltene Förderung gibt Hoffnung, dass das Objekt wirksam gesichert und sein weiterer Verfall gestoppt werden kann
Johanna und ihr Mann hatten zuvor ein eigenes Mausoleum an der Pfarrkirche in Koppitz errichten lassen, das ausschließlich für sie bestimmt war. Für die übrigen Familienmitglieder musste jedoch eine separate Begräbnisstätte geschaffen werden. So entstand am Rand des Parks eine Kapelle mit einer Gruft.
Das Bauwerk wurde im barocken Stil auf dem Grundriss einer Rotunde errichtet und mit einer Kuppel überdeckt. Im unteren Teil befand sich die Gruft mit einem Eingang von Norden, darüber lag die eigentliche Kapelle. Von Süden führt ein Portikus mit der Inschrift „HERR, GIB IHNEN DIE EWIGE RUHE“ („Panie, daj im wieczny odpoczynek“) hinein.
Ruhestätte der Familie
In den Jahren 1914–1943 wurden in der Gruft fünf Personen bestattet. Als Erste wurde im November 1914 Paula Schaffgotsch, geborene von Fürstenberg, beigesetzt. Sie starb im Alter von 51 Jahren. Im Februar 1917 wurde ihr Ehemann, Graf Hans Karl Gotthard Schaffgotsch, dort bestattet.
1924 wurde in der Gruft auch ihr jüngerer Sohn Franz Egon beigesetzt, ein Veteran des Ersten Weltkriegs, der während eines Aufenthalts in einem Sanatorium in Karlsbad noch vor seinem 31. Lebensjahr starb.
Im Mai 1943 starb der älteste Sohn von Paula und Hans Karl Gotthard, Hans Ulrich Schaffgotsch, der als „der letzte Herr von Koppitz“ in Erinnerung blieb. Vier Monate später wurde seine Schwester Hedwig, genannt Dedy, beigesetzt. Sie war die letzte Person, die in der Kapelle ihre letzte Ruhe fand.
Jahre der Verwüstung und Schändung
Nach 1945 wurde die Gruft mehrfach geplündert. Die Särge wurden geöffnet, und die mumifizierten Überreste wurden herausgeworfen und rund um die Kapelle verstreut. Die Verwüstungen dauerten mehr als 30 Jahre. Entgegen verbreiteten Meinungen waren dafür nicht Soldaten der Roten Armee verantwortlich, sondern örtliche Vandalen. Das Ausmaß der Zerstörung und das jahrzehntelange Ausbleiben einer Reaktion gehören zu den erschütterndsten Kapiteln in der Geschichte dieses Ortes.
Erst 1977, vor dem geplanten Besuch eines Urenkels von Johanna Schaffgotsch, sammelte der damalige Pfarrer die verstreuten Überreste ein und bestattete sie in einem Sammelgrab beim Mausoleum neben der Pfarrkirche.
Hoffnung auf eine würdige Rettung
Heute ist die Kapelle ein stiller Zeuge der Geschichte der Familie und der dramatischen Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Die erhaltene Förderung gibt Hoffnung, dass das Objekt wirksam gesichert und sein weiterer Verfall gestoppt werden kann. Die Wiederherstellung des Daches ist nicht nur eine technische Maßnahme – sie ist auch ein symbolischer Schritt zur Wiederherstellung der Würde und des Respekts, die diesem Ort gebühren.
Andrea Polanski