Oppeln: 28 Grabstätten warten auf ihre Restaurierung

Vierte Spendenaktion für den historischen Friedhof

29 Oktober 2026, 05:00 Geschichte

Am 1. November findet in Oppeln zum vierten Mal eine Spendensammlung zugunsten des historischen Friedhofs an der Breslauer Straße statt. Die gesammelten Gelder sollen für die weitere Restaurierung der Grabstätten der Spitalfranziskanerinnen verwendet werden. Dank des Engagements von Bürgern und der Spendenbereitschaft der Einwohner konnten in den vergangenen Jahren bereits 18 Grabstätten sowie das Kreuz, das die Grabanlage der Schwestern kennzeichnet, restauriert werden.

Der Friedhof an der Breslauer Straße gehört zu den ältesten Begräbnisstätten in Oppeln. Über Jahre hinweg verfielen seine historischen Grabstätten, und Teile dieses Erinnerungsortes blieben vernachlässigt. 2023 beschloss eine Gruppe von Einwohnern, sich für ihren Erhalt einzusetzen. So entstand die Spendensammlung des Bürgerkomitees für die Restaurierung der Grabstätten auf dem historischen Friedhof an der Breslauer Straße.

„Wir wollen auf diese Weise die Aufmerksamkeit auf den Friedhof lenken und zeigen, dass dieser Ort Respekt und Würde verdient. Wir alle wissen, dass er über Jahre hinweg vernachlässigt wurde“, sagt Beata Kubica, Vorsitzende des Bürgerkomitees.

Wie sie betont, entschieden sich die Organisatoren nach dem Vorbild anderer Städte für eine Spendensammlung und nicht ausschließlich für Aufräumarbeiten auf dem Friedhof. So können die Einwohner unmittelbar dazu beitragen, konkrete Grabstätten zu erhalten.

18 Grabstätten bereits restauriert

Bei den drei bisherigen Spendenaktionen wurden insgesamt 47.000 Złoty gesammelt. Mit dem Geld konnten 18 Grabstätten der Spitalfranziskanerinnen restauriert und das Kreuz erneuert werden, das ihre Grabanlage kennzeichnet. Bei der Umsetzung arbeitet das Bürgerkomitee mit dem Kommunalbetrieb in Oppeln zusammen.

Die Spitalfranziskanerinnen dienten über Jahrzehnte hinweg den Einwohnern der Stadt und pflegten Kranke. Ihre Gräber erinnern an einen wichtigen Teil der Geschichte der örtlichen Krankenpflege. Auf dem Friedhof an der Breslauer Straße wurden Schwestern bestattet, die zwischen 1895 und 1961 verstorben waren.

Beata Kubica: „Wir wollen auf diese Weise die Aufmerksamkeit auf den Friedhof lenken und zeigen, dass dieser Ort Respekt und Würde verdient.“

„Wir haben 18 Grabstätten der Spitalfranziskanerinnen restauriert, der ersten Krankenschwestern in Oppeln, und auch das Kreuz, das ihre Grabanlage kennzeichnet“, betont Beata Kubica.

Es bleibt jedoch noch viel zu tun. Weitere 28 Grabstätten innerhalb der Grabanlage müssen restauriert werden. Das Komitee will die Arbeiten fortsetzen und künftig auch andere Grabstätten erhalten, die für die Geschichte der Stadt und ihrer Einwohner von Bedeutung sind.

Dank des Engagements von Bürgern und der Spendenbereitschaft der Einwohner konnten in den vergangenen Jahren bereits 18 Grabstätten sowie das Kreuz, das die Grabanlage der Schwestern kennzeichnet, restauriert werden.
Quelle: B. Kubica

Ein gemeinsames Anliegen

Die Spendensammlung ist eine Bürgerinitiative, an der sich Menschen aus unterschiedlichen Kreisen beteiligen. Dazu gehören geschichtsinteressierte Einwohner Oppelns, Vertreter des Kulturbereichs sowie Menschen, die mit der deutschen Minderheit verbunden sind. Zu den Unterstützern zählt unter anderem Rafał Bartek, Vorsitzender des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen. Auch Menschen, die sich mit den örtlichen Kultureinrichtungen und der Geschichte des Friedhofs beschäftigen, engagieren sich für das Vorhaben.

„Es ist eine große Gruppe von Menschen, die ein gemeinsames Ziel verbindet“, sagt Kubica.

Ein wichtiges Ergebnis der Initiative sei auch, dass sich die Stadt Oppeln inzwischen an der Tradition der Spendensammlungen zu Allerheiligen beteiligt. Die Aktion hilft nicht nur dabei, Geld für Restaurierungsarbeiten zu sammeln, sondern erinnert auch an die Bedeutung historischer Friedhöfe und an die Menschen, die dort begraben liegen.

Weitere 28 Grabstätten innerhalb der Grabanlage müssen restauriert werden. Das Komitee will die Arbeiten fortsetzen.
Quelle: B. Kubica

Wo und wann kann man spenden?

Am 1. November werden die Freiwilligen auf zwei Friedhöfen in Oppeln Spenden sammeln. Auf dem Kommunalfriedhof in Oppeln-Halbendorf findet die Sammlung von 9 bis 16 Uhr statt. Auf dem historischen Friedhof an der Breslauer Straße wird von 10 bis 14 Uhr gesammelt.

Die Helfer tragen gut erkennbare Ausweise, die an das Plakat der Aktion angelehnt sind. Die Organisatoren bitten alle, die die Restaurierung unterstützen möchten, Bargeld mitzubringen.

„99 Prozent der Einwohner reagieren sehr positiv auf diese Initiative. Manchmal besteht das einzige Problem darin, dass sie kein Bargeld dabeihaben“, sagt Beata Kubica.

Die Spenden werden in Sammelbüchsen gesammelt und anschließend auf das Konto des Kommunalbetriebs eingezahlt. Aus diesen Mitteln werden die Restaurierungsarbeiten finanziert.

Die Organisatoren hoffen, dass die diesjährige Spendensammlung einen weiteren Schritt zur Rettung des historischen Friedhofs ermöglicht. Jede Spende bringt sie der Restaurierung der verbliebenen Grabstätten und dem Erhalt dieses Ortes für kommende Generationen näher.

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