Vertreter der deutschen Minderheit aus Nordpolen kamen im Rahmen des vom Verband der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen (VdG) organisierten Projekts „Norden aktiv!“ nach Oppeln. Ziel des Besuchs ist es, die lokalen Gemeinschaften zu aktivieren, organisatorische Kompetenzen zu stärken und die Zusammenarbeit mit den Minderheitenstrukturen in Schlesien anzubahnen.
Praxis, Bildung und Kultur
Das Besuchsprogramm war so gestaltet, dass den Teilnehmern in kurzer Zeit möglichst viel praktisches Wissen und zahlreiche Anregungen vermittelt werden konnten. Den Auftakt bildeten die offizielle Begrüßung durch Joanna Hassa, Geschäftsführerin des VdG-Büros, sowie eine gemeinsame deutschsprachige Stadtführung durch Oppeln. Die Teilnehmer hatten dabei nicht nur Gelegenheit, die Sehenswürdigkeiten der Stadt kennenzulernen, sondern auch mehr über die Besonderheiten und die Geschichte der Arbeit der örtlichen Minderheit zu erfahren.

Die Teilnehmer von „Norden aktiv!“ wurden von der Stadtführerin und Minderheitenaktivistin Ewa Czeczor durch Oppeln geführt.
Foto: Michał Florek
Der weitere Teil des Programms umfasste intensive Workshops und Fachgespräche. Besonderer Wert wurde auf die praktische Projektarbeit sowie auf die Einwerbung von Mitteln für die sozial-kulturelle Tätigkeit gelegt.
Für die Teilnehmer der Reise – Vertreter von Organisationen aus Allenstein, Lyck und Johannisburg – war der Besuch im Oppelner Schlesien eine erste Gelegenheit dieser Art, die Minderheitenstrukturen in anderen Teilen des Landes unmittelbar kennenzulernen.
„Seit dem Morgen nehmen wir an Schulungen zur Projektarbeit teil und lernen außerdem die Institutionen der deutschen Minderheit, wie die SKGD oder den BJDM, näher kennen“, sagte Marcin Niesłony, Koordinator des Projekts „Norden aktiv!“.

Teilnehmer des Projekts vor dem Jugendzentrum in der ul. Krupnicza 15 in Oppeln.
Foto: VdG
Auf dem Programm standen außerdem der Besuch des Dokumentations- und Ausstellungszentrums der Deutschen in Polen sowie zwei wertvolle Abendbegegnungen: am ersten Tag mit Norbert Rasch, dem ehemaligen Vorsitzenden der SKGD im Oppelner Schlesien und Beauftragten des Vorstands der Woiwodschaft Oppeln für Multikulturalität, und am zweiten Tag mit Marcin Piotr Wycisło, Bürgermeister der Gemeinde Himmelwitz und Vertreter der Schlesischen Regionalpolitiker.

Begegnung der Teilnehmer des Projekts „Norden aktiv!“ mit Norbert Rasch.
Foto: VdG
Aktivierung des Nordens als Schlüssel zur Entwicklung
Hauptanliegen der Initiative „Norden aktiv!“ ist es, Erfahrungen und bewährte Lösungsansätze aus Oppeln auf die Organisationen der deutschen Minderheit in den nordpolnischen Woiwodschaften zu übertragen. Die Organisatoren betonen, wie wichtig die Eigenständigkeit der lokalen Ortsgruppen und Vereine sowie die Förderung von Führungskompetenzen in den lokalen Gemeinschaften sind.
„Ziel des Projekts ist es, die in Nordpolen tätigen Organisationen der deutschen Minderheit dazu anzuregen, eigene Projekte und Initiativen auf die Beine zu stellen und sich an dem zu orientieren, was in Oppeln geschieht“, sagte Marcin Niesłony.

Marcin Niesłony, Koordinator des Projekts „Norden aktiv!“.
Foto: Michał Florek
„Wir würden uns wünschen, dass möglichst viele Gruppen zu uns kommen und dass die Funktionäre der deutschen Minderheit aus anderen Regionen des Landes, insbesondere aus dem Norden, sehen können, wie wir hier arbeiten“, ergänzt er.
Vernetzung der Gruppen als wichtiger Schritt
Für die Teilnehmer der Reise – Vertreter von Organisationen aus Allenstein, Lyck und Johannisburg – war der Besuch im Oppelner Schlesien eine erste Gelegenheit dieser Art, die Minderheitenstrukturen in anderen Teilen des Landes unmittelbar kennenzulernen. Die gemeinsame Reise und die Teilnahme an den Workshops trugen auch dazu bei, die Vernetzung der Gruppen der deutschen Minderheit aus Ermland und Masuren zu stärken.
„Vor allem freue ich mich über die Einladung. Wir sind die erste Organisation, die an diesem Projekt teilnimmt“, sagte Piotr Dukat, Vorsitzender der Allensteiner Gesellschaft Deutscher Minderheit (AGDM) und Mitglied des VdG-Vorstands.

Piotr Dukat, Vorsitzender der AGDM, und Joanna Hassa, Geschäftsführerin des VdG-Büros, während einer Präsentation in Oppeln.
Foto: Michał Florek
„Wir sind hier ein gutes Beispiel dafür, dass Gruppen sich treffen und gemeinsam eine schöne Zeit verbringen können. Neben der Organisation aus Allenstein sind auch Vertreter der Organisationen aus Lyck und Johannisburg mit uns, für die dies eine wertvolle Gelegenheit ist, die Strukturen und ihre Tätigkeit kennenzulernen. Ich bin sicher, dass dies eine wertvolle Erfahrung für uns alle sein wird“, fasste Dukat zusammen.
Über das Projekt „Norden aktiv!“
Die Initiative „Norden aktiv!“ richtet sich an die Strukturen der deutschen Minderheit in Nordpolen und umfasst Schulungs- und Integrationsprogramme, die auf die Bedürfnisse von Erwachsenen sowie von Jugendlichen im Alter von 13 bis 35 Jahren zugeschnitten sind. Die Teilnehmer nehmen an Projektworkshops, Begegnungen mit Institutionen, Kulturveranstaltungen und Studienfahrten teil. Für die Teilnehmer steht noch eine Jugendreise auf dem Programm, bei der sie an der vom Bund der Jugend der deutschen Minderheit in der Republik Polen (BJDM) organisierten Jugendgala teilnehmen können.
Link: vdg.pl/norden-aktiv