Leidenschaft, Evolution und Rückenwind

Engagierte Lehrer der Minderheit vom Marschall ausgezeichnet

24 Oktober 2026, 17:00 Bildung

Der Vorstand der Woiwodschaft Oppeln hat die Preisträger der jährlichen Auszeichnungen im Bereich Wissenschaft und Bildung bekannt gegeben. Unter den Ausgezeichneten befinden sich Pädagogen, die in ihrer täglichen Arbeit didaktische Innovationen mit der Pflege regionaler Traditionen und ihrem Engagement für die Jugend verbinden. Die feierliche Verleihung fand im Rahmen des Regionalen Tags der Bildung in Oppeln statt.

Die Preisverleihungsgala fand am 20. Oktober 2026 im Zentrum für Erbe und Kunst „Silesia“ in Oppeln statt. Im Rahmen der Veranstaltung wurden 30 Marschallpreise der Woiwodschaft Oppeln für besondere Leistungen bei der Verbreitung und Weiterentwicklung von Bildung sowie 60 Preise „Primus der Region Oppeln“ in den Kategorien „Kunst“ und „Wissen“ im Wert von jeweils 2.500 Złoty verliehen. Hinter den Auszeichnungen stehen langjährige Initiativen von Lehrkräften, die mit ihrer Leidenschaft eine moderne Schule gestalten.

Evolution statt Revolution

Einer der Preisträger des Marschallpreises ist Dr.-Ing. Jakub Osuchowski, Lehrer am Schul- und Vorschulkomplex in Goslawitz sowie Dozent an der Technischen Universität Oppeln, wo er an der Einrichtung des Studiengangs Künstliche Intelligenz mitwirkte. In seiner pädagogischen Arbeit verbindet er den Physikunterricht mit der Umsetzung von Schulprojekten und Projekten der deutschen Minderheit sowie seinem Engagement im Verein für Kreative Bildung, der die Bildungseinrichtung betreibt.

Hinter den Auszeichnungen stehen langjährige Initiativen von Lehrkräften, die mit ihrer Leidenschaft eine moderne Schule gestalten.

Für Osuchowski ist die Auszeichnung die Bilanz einer äußerst intensiven Zeit. Der wichtigste Bezugspunkt seiner Arbeit bleiben jedoch die Schüler.

„Für mich ist im Leben ohnehin das Wichtigste, dass ich die Neugier in den Augen der Kinder sehe, dass ich merke, dass sie interessiert sind, und dass ich mit ihnen Wissen vertiefen und sie weiterentwickeln kann“, erzählt Osuchowski.

Auf die Frage nach seinen Arbeitsmethoden betont der Preisträger, wie wichtig es ist, die eigenen didaktischen Fähigkeiten ständig weiterzuentwickeln, anstatt grundlegende Umbrüche einzuführen.

„Bildung sollte sich nicht revolutionär, sondern evolutionär verändern. Jedes Jahr versuche ich, es ein bisschen besser zu machen“, sagt Osuchowski. „Wenn ich Physik unterrichte, versuche ich, meinen Unterricht so zu gestalten und vorzubereiten, dass ich nicht langweilig an der Tafel stehe. Wenn bisher noch nicht alle meine Materialien zweisprachig waren, werden es von Jahr zu Jahr mehr.“

Mit zweisprachigen Materialien und regelmäßigen naturwissenschaftlichen Experimenten folgt Osuchowski einem einfachen Grundsatz: „Es soll immer besser werden als zuvor.“ Den Preis betrachtet er als Ansporn, weitere ehrgeizige Herausforderungen anzugehen – ganz nach dem Motto: „Sky is the limit“.

Zu den ausgezeichneten Pädagogen gehören auch engagierte Vertreter der deutschen Minderheit, die den Horizont junger Menschen erweitern. Foto: privat

Rückenwind für Ehrgeizige

Der zweite ausgezeichnete Pädagoge ist Sebastian Gerstenberg, Deutschlehrer an den Grundschulen in Deutsch Rasselwitz und Oberglogau sowie Vorsitzender der SKGD in der Gemeinde Oberglogau.

Die Verbindung der Lehrtätigkeit an zwei Schulen mit ehrenamtlichem Engagement erfordert von ihm eine gute Organisation und ein Team, das ihn bei seiner Arbeit unterstützt.

„Manchmal muss man nach der Arbeit noch bleiben, manchmal sogar die Nacht durcharbeiten, um ein zusätzliches Projekt zu schreiben oder abzurechnen. Gleichzeitig muss man sich auf den Unterricht vorbereiten, damit er für die Jugendlichen interessant ist“, sagt Gerstenberg.

Zu den zentralen Initiativen des Preisträgers gehört die von ihm ins Leben gerufene Theaterschau „Jugendbox“, die seit über einem Jahrzehnt in Oberglogau Jugendtheatergruppen zusammenbringt, die eigene Stücke schreiben. Darüber hinaus koordiniert er außerschulische Bildungsangebote unter dem Titel „Grüne Schulen“. Dabei geht es um Workshops zur kulturellen und historischen Vergangenheit der Region, die in Zusammenarbeit mit dem Verband deutscher sozial-kultureller Gesellschaften in Polen organisiert werden. Außerdem betreut er den Wettbewerb „Begegnungen mit der Geschichte“ in Deutsch Rasselwitz, bei dem Jugendliche historische Themen in Form künstlerischer Inszenierungen präsentieren.

Gerstenberg nimmt die Auszeichnung mit Demut an. Er sieht sie als Motivation, zugleich aber auch als Verpflichtung, seine Arbeit fortzusetzen.

„Das ist Rückenwind“, fasst er zusammen.

Mit ihrem Engagement zeigen die Preisträger, dass nachhaltige Veränderungen im Bildungsbereich durch kontinuierlichen Einsatz, Leidenschaft und Offenheit für die Bedürfnisse der jungen Generation in den lokalen Gemeinschaften entstehen.

Teilen:
Nur der BVB mit Sieg
vorheriger Artikel

Nur der BVB mit Sieg

Das Wort zum Sonntag von Dr hab. Peter Tarlinski
nächster Artikel

Das Wort zum Sonntag von Dr hab. Peter Tarlinski

Werbung

Ansichtssache

Neues Wochenblatt - Gazeta Niemców w Rzeczypospolitej Polskiej
Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir dir die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in deinem Browser gespeichert und führen Funktionen aus, wie das Wiedererkennen von dir, wenn du auf unsere Website zurückkehrst, und hilft unserem Team zu verstehen, welche Abschnitte der Website für dich am interessantesten und nützlichsten sind.