Musik, Tanz, Kinder auf der Bühne, hausgemachte Kuchen, gemeinsamer Spaß und ein volles Zelt – am 13. September fand in Ringwitz das Herbstfest statt. Die Veranstaltung knüpft an die Tradition des Oktoberfestes an, ihre Bedeutung geht jedoch weit darüber hinaus. Sie ist eine Gelegenheit, Nachbarn zu treffen, zu tanzen, zu lachen und einfach Zeit miteinander zu verbringen. Der Stargast des diesjährigen Events war Andrea Rischka, die in ihrer alten Heimat auftrat.
Es gab Musik, bayrische Trachten, Dekorationen, hausgemachtes Gebäck und natürlich Tanz. Am wichtigsten war jedoch die Atmosphäre – jene, die man weder vorbereiten noch bestellen kann. Sie entsteht durch die Menschen. „Es geht darum, dass etwas los ist, dass sich etwas tut. Dass die Leute nicht zu Hause vor dem Fernseher hocken, sondern kommen, zusammensitzen und miteinander reden. Dass es Integration gibt“, sagt Joachim Thoma, Vorstandsmitglied des DFK Ringwitz.
Herbstfest – eine Gelegenheit zum gemeinsamen Feiern
Im Programm der diesjährigen Veranstaltung standen auch Auftritte von Kindern. Ein besonderes Element war die Tanzgruppe, die von den Einwohnern vorbereitet wurde. Die Proben dauerten etwa ein halbes Jahr. „Wir haben fast ein halbes Jahr geübt, bevor wir damit vor das Publikum getreten sind“, sagt Krysia Suchy, Vorsitzende des DFK Ringwitz.

Einer der Höhepunkte des Herbstfests: Die von der Kindergärtnerin vorbereitete Gruppe zeigt ihren Tanz, den sie während der Sommerferien einstudiert hat.
Foto: Manuela Leibig
Der Auftritt der Kinder zeigte, dass das Herbstfest nicht nur eine Veranstaltung für Erwachsene ist. Kinder, Eltern, Senioren und jüngere Einwohner treffen sich hier bei einer gemeinsamen Gelegenheit. „Wir haben Kinder, die von der Kindergärtnerin vorbereitet wurden. Schon während der Sommerferien haben sie ihre Choreografie geübt“, erzählt Krysia Suchy.
Gerade dieser generationenübergreifende Charakter macht das Herbstfest zu mehr als nur einer weiteren Tanzveranstaltung. Für die einen ist es eine Gelegenheit für einen Auftritt, für andere zum Treffen mit Bekannten, und für wieder andere einfach zum Feiern.
Tanzen statt zu Hause sitzen
Das Herbstfest hat natürlich seinen eigenen Charakter. Bayrische Trachten, Musik, Dekorationen und Tanz schaffen eine besondere Atmosphäre. Wichtiger als die Kleidung ist jedoch die Teilnahme. „Man kann kommen, um Musik zu hören, man kann tanzen, man kann sich an einen Tisch setzen und sich unterhalten. Man kann auch auf die Tanzfläche gehen und tanzen oder auf die Bühne, wenn man Lust hat, etwas vorzuführen. Ich freue mich einfach, dass die Leute kommen, dass das Zelt voll ist“, sagt Joachim Thoma.
Andrea Rischka: „Es herrscht eine besondere Atmosphäre, wenn man zu Hause ist“
Einer der wichtigsten Momente des diesjährigen Herbstfestes war das Konzert von Andrea Rischka. Für die Sängerin war es ein besonderer Auftritt, da sie aus Ringwitz stammt. Nach dem Konzert konnte die Künstlerin ihre Rührung kaum verbergen. „Es ist schön, alte Bekannte zu treffen, und an fast jedem Tisch sitzt jemand, den ich kenne. Das ist wirklich eine besondere Atmosphäre, wenn man zu Hause ist und für die Seinen singt“, sagt Andrea Rischka.

Sängerin Andrea Rischka sorgt mit einem persönlichen Heimspiel für Gänsehaut und ein begeistert mitsingendes Publikum.
Foto: Manuela Leibig
Für das Herbstfest hatte sie ein Repertoire zusammengestellt, das deutsche Schlager, polnische Lieder und eigene Stücke vereint. Zu hören war unter anderem einer ihrer neuesten Songs – „Das ist unsere Zeit“. Es wurde also musikalisch, aber auch sehr persönlich. Das Publikum reagierte auf die Stücke, sang mit, klatschte und nahm aktiv am Konzert teil. „Wenn das Zelt voll ist, erfüllt mich das mit Stolz und macht mein Herz froh, dass die Leute da sind, dass sie zuhören wollen“, bekennt Andrea Rischka.
An einem Tisch
Das Herbstfest ist jedoch nicht nur die Bühne. Ein wichtiger Teil der Veranstaltung ist das, was sich drumherum abspielt. An den Tischen treffen sich Einwohner und Gäste, und die von den örtlichen Ehrenamtlichen vorbereitete Gastronomie ist ein besonderer Teil des gesamten Events. Die hausgemachten Kuchen waren im Nu vergriffen.

Silesian Tyrol Band auf der Bühne in Ringwitz.
Foto: Manuela Leibig
Wozu gibt es das Herbstfest?
Man kann durchaus behaupten, dass das Herbstfest gewissermaßen von der Tradition des Oktoberfestes inspiriert ist. Gemeinsames Handeln gibt den Einwohnern das Gefühl, dass sie zusammen etwas bewirken können. „Wir haben bei der Organisation des Herbstfestes mitgearbeitet, um die Einwohner zu integrieren, um zu zeigen, dass man gemeinsam viel erreichen kann“, sagt Krysia Suchy und verweist auf die Unterstützung durch den Dorfrat, den Landfrauenverein und die Freiwillige Feuerwehr.
Die Finanzierung des Vorhabens wurde vom Bundesministerium des Innern und für Heimat über die Sozial-Kulturelle Gesellschaft der Deutschen im Oppelner Schlesien unterstützt.