Zuzanna Donath-Kasiura im Gespräch

Ein Traum wird wahr und motiviert

21 August 2026, 05:00 Politik

Mit Zuzanna Donath-Kasiura, Vizemarschallin der Woiwodschaft Oppeln, u.a. zuständig für Gesundheitsfragen, sprach Krzysztof Świerc.

Was ist Gesundheit? Was ist unter einem gesunden Menschen zu verstehen?

Gesundheit ist körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden. Wenn wir über Gesundheit sprechen, konzentrieren wir uns meist auf die Reparaturmedizin, auf die Behandlung. Ich würde mir jedoch sehr wünschen, dass wir viel mehr Zeit, Energie und auch finanzielle Mittel für die Prävention aufwenden und darüber sprechen, wie wichtig Prophylaxe und Gesundheitserziehung sind. Wie wichtig es ist, jedem von uns in jedem Alter – Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren – bewusst zu machen, dass wir für unsere Gesundheit verantwortlich sind, dafür, wie unser Körper, unsere Psyche funktionieren und wie unsere sozialen Beziehungen aussehen. Erst wenn diese drei Komponenten harmonieren, sprechen wir von einem gesunden Menschen als Individuum, aber auch von einer gesunden Gesellschaft.

Wenn wir jedoch über Gesundheit sprechen, denken wir sofort an Warteschlangen vor den Arztpraxen, daran, dass man auf einen Facharzttermin warten muss usw. Wir denken darüber nach, was aus uns wird, es entsteht Stress und wir fragen uns, wie wir die Gesundheitsversorgung verbessern können.

Die Situation ist nicht einfach. Wir befinden uns in einem System, das vor mehreren Jahrzehnten geschaffen wurde und an die sich verändernde Realität angepasst werden sollte, denn unsere Lebenserwartung steigt und die Lebensweise verändert sich. Hinzu kommen immer mehr verschiedene Nahrungsergänzungsmittel, Komponenten und andere Faktoren unseres Lebens, die sich auf unseren Gesundheitszustand auswirken. Aber auch die Einwohnerzahl verändert sich, und vor allem verändern sich unsere Erwartungen. Deshalb ist die Diskussion über die Situation im System der Gesundheitsversorgung im weitesten Sinne sehr komplex, aber notwendig, denn zweifellos bedarf das System Veränderungen.

Welche konkret?

Auf der einen Seite haben wir das System der privaten Gesundheitsversorgung, für das jeder von uns zahlt und an das wir uns gewöhnt haben, und auf der anderen Seite stehen wir in Warteschlangen vor Ärzten, deren Leistungen wir im Rahmen des Nationalen Gesundheitsfonds (NFZ) in Anspruch nehmen. Das ist ein recht kompliziertes System kommunizierender Röhren, das einer überparteilichen Einigung bedarf. Ich betone: einer Einigung, nicht eines Gerangels zwischen verschiedenen Interessengruppen. Es gilt auch, im Dialog gründlich zu überlegen, was wir den Bürgerinnen und Bürgern anbieten wollen und was wir ihnen geben können.

Zuzanna Donath-Kasiura.
Foto: S. Koprek-Golomb

Sie wurden während der Corona-Pandemie zur Vizemarschallin der Woiwodschaft Oppeln ernannt. Das war eine schwierige Zeit, und dennoch konnte in dieser Zeit sehr viel Gutes für das Gesundheitswesen in der Region Oppeln getan werden.

Das Amt der Vizemarschallin der Woiwodschaft Oppeln, unter anderem zuständig für Gesundheitsfragen, übernahm ich im Jahr 2021, also während der COVID-19-Pandemie. Ja, das war eine schwierige Zeit, aber auch eine Zeit, in der die Krankenhausversorgung und der medizinische Rettungsdienst am meisten profitierten. Dank der Entscheidungen der Europäischen Kommission konnten enorme finanzielle Mittel in die Krankenhausinfrastruktur investiert werden, sodass die Krankenhäuser in dieser Zeit umgebaut und mit moderner Ausrüstung ausgestattet wurden. Um zu veranschaulichen, wie groß diese Mittel waren, sei hinzugefügt, dass wir allein während der COVID-Zeit im Rahmen von zwei Projekten zur Verbesserung der medizinischen Versorgung über 80 Millionen Zloty bereitgestellt haben! Dabei handelte es sich um Gelder, die sowohl für Investitionen als auch für sogenannte weiche Maßnahmen verwendet wurden, also für verschiedene Schulungen sowie persönliche Schutzausrüstung.

Ich höre nicht selten die Behauptung, dass die Woiwodschaft Oppeln während der Corona-Pandemie im Vergleich zu vielen anderen Regionen Polens etwas Besonderes war. Worin bestand diese Besonderheit und was war das Ergebnis?

Diese Besonderheit bestand darin, dass wir sowohl die Krankenhäuser unterstützt haben, deren Träger wir sind, als auch die Universitätskliniken sowie die Kreiskrankenhäuser. Das Ergebnis war, dass sich die Qualität der erbrachten Leistungen positiv verändert hat, und die Qualität ist für uns das Wichtigste und hat oberste Priorität! Darüber hinaus befinden wir uns nach wie vor in der Umsetzung zahlreicher Präventionsprogramme, denn ich betone noch einmal: Es lohnt sich, sich bewusst zu machen, dass Vorbeugen besser ist als Heilen.

„Gesundheit ist körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden.“

Bitte bewerten Sie den Zustand des Gesundheitswesens in der Woiwodschaft Oppeln zu dem Zeitpunkt, als Sie Ihr Amt als Vizemarschallin antraten, im Vergleich zum heutigen Zustand.

Meiner Meinung nach ist es heute besser als 2021, aber auch unsere Erwartungen steigen ständig, sie werden immer größer, weshalb wir oft nicht erkennen, wie viel Positives bereits geschehen ist. Ich möchte nicht in Selbstbeweihräucherung verfallen, aber ich bin der Ansicht, dass die Woiwodschaft Oppeln im Vergleich zu anderen Regionen Polens und sogar zu anderen europäischen Ländern eine gute Gesundheitsversorgung hat. Eine Versorgung, für die wir alle gemeinsam aufkommen, und wir wollen, dass dieses Geld so klug wie möglich ausgegeben wird. Deshalb bedarf es einer klugen Analyse und der Festlegung, welche Aufgaben Priorität haben und welche an zweiter, dritter und vierter Stelle stehen. Es gibt wahrscheinlich auch Bereiche, die in irgendeiner Weise von uns mitfinanziert werden sollten.

Ist die Anzahl der Ärzte in der Woiwodschaft Oppeln ausreichend? In dieser Hinsicht sah es vor einem Jahrzehnt noch schlecht aus.

Bis vor wenigen Jahren hatten wir in unserer Woiwodschaft die schwierigste Situation im gesamten Land. Im Jahr 2017 betrug die Quote der Ärzte pro 10.000 Einwohner 25 Ärzte. Inzwischen ist dieser Indikator gestiegen, und die Woiwodschaft Oppeln hat in dieser Rangliste den letzten Platz verlassen und ist ins Mittelfeld aufgerückt. Die neuesten Daten zeigen, dass in der Region Oppeln derzeit 32 Ärzte auf 10.000 Einwohner kommen. Hinzugefügt sei, dass sich auch die Gehälter der Ärzte in der Woiwodschaft Oppeln verbessert haben und sich derzeit auf einem hohen Niveau befinden.

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Was ist der Grund für diese deutliche Verbesserung?

Ein großer Verdienst gebührt dabei der Medizinischen Fakultät der Universität Oppeln, deren Gründung das Ergebnis politischer Maßnahmen, der finanziellen Unterstützung durch die Selbstverwaltung und von Spenden privater Unternehmen und Einzelpersonen war. Also eine enorme Anstrengung der Bewohner der Region. Eine Anstrengung, die sich als absolut richtig erwiesen hat und sich heute positiv auszahlt. Es ist auch erwähnenswert, dass die Ergebnisse der ärztlichen Prüfungen in den letzten Jahren bei uns auf dem höchsten Niveau im gesamten Land lagen, was auch zeigt, dass wir eine sehr hohe Lehrqualität haben. Wenn ich mich mit Studierenden der Medizinischen Fakultät treffe, höre ich auch sehr oft Lob über die Qualität der Lehre und den engen Kontakt zu den Dozenten und zu den Patienten.

Bleiben die jungen Ärzte nach ihrem Studium in Oppeln in der Region?

Zu einem großen Teil ja, denn sie können hier nicht nur arbeiten, sondern sich auch wissenschaftlich weiterentwickeln. Was wichtig ist: Diese jungen Leute, die jungen Ärzte, sagen, dass wir hier eine hohe Lebensqualität haben, dass es sich hier gut leben und wohnen lässt! Das ist für mich – die Vizemarschallin, die gemeinsam mit allen Woiwodschaftsräten eine Entwicklungsstrategie für die Woiwodschaft Oppeln mit dem Leitmotiv „hohe Lebensqualität in unserer Region“ verabschiedet hat – von größter Bedeutung. Für mich ist das ein Traum, der wahr geworden ist, eine Motivation zum Handeln und es zeigt, dass die gewünschten Ergebnisse eintreten, wenn wir uns anstrengen und konsequent auf ein gesetztes Ziel hinarbeiten. Abschließend möchte ich sagen, dass das medizinische Personal, um das wir uns kümmern und das dies zu schätzen weiß, nicht nur aus Ärzten besteht, sondern auch aus Pflegekräften, Rehabilitationsfachkräften und Physiotherapeuten, also all jenen, die uns bei einem gesunden Lebensstil oder der Genesung helfen.

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